Das Tagebuch

14.7.15
Zum Tod von Philipp Mißfelder
„CDU-Senkrechtstarter, politisches Multitalent, leidenschaftlicher Netzwerker, versierter Strippenzieher, routinierter Geldsammler, Visionär und Machtmensch“, kurz: „Kanzler der Zukunft“, so die begeisterte, parteiüber­greifende Presse über den bis zum Schluss glühenden Helmut-Kohl-­Klon, MdB-Nebenbeigroßabsahner, kakopho­nischen sog. Querdenker mit eigenem Kopf, „Herr Lehrer, ich weiß was“-Typen, Neo-Reaktionär, rasenden Egomanen, Lobbyisten und bekennenden Christen, der seiner­zeit mit dem urchrist­lichen Wort berühmt wurde:
„Ich halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüft­gelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen. Früher
sind die Leute schließlich auch auf Krücken gelaufen.“
Aus gegebenen Anlaß erklärte fassungslos der traurige und be­stürzte Fraktionschef Volker Kauder:
„Wir sind bestürzt, fassungslos und traurig.“
Und Angela Merkel:
„Wir werden ihn sehr vermissen.“
(Ich auch.)
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