Das Tagebuch

9.2.26
Das geht jetzt alles holterdipolter,
alles auf Komando
Schritt für Schritt
Sachsen-Anhalt hat auch nen neuen, ganz frischen Ministerpräsi­denten. Sven Schulze heißt der gute und legt auch schon sofort los. Der ‚Tagesspiegel‘ fasst den Typen so zusammen:
„Ministerpräsident Sven Schulze will Bürgergeldempfänger Schnee schippen lassen. Schnee schippen und Laub fegen: Aus Sicht von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident sollen Bürgergeldempfänger Gegenleistungen erbringen. Verweise auf rechtliche Hürden hält er für unangemessen. Das sei Teil der sozialen Gerechtigkeit.“
Bitte was?!

P.s.:
„Schnee schippen und Laub fegen“ … Sven Schulze – seltsamer Typ. Selbst in Sachsen-Anhalt kennt den niemand. Zumal auch sein Spruch „Schnee schippen und Laub fegen“ etwas klitternd daher­kommt. Das Original ging nämlich so:
„Lieber Schamlippen küssen als Schlamm schippen müssen“.
Aber damit kommt man in Sachsen-Anhalt wahrscheinlich auch nicht viel weiter.
8.2.26
Es ist doch eh völlig wurschti
Zur Sache:
Der CDU-Ministerpräsident von Thüringen, Mario Voigt, hat bei der Doktorarbeit gemogelt. „Herr Lehrer, Herr Lehrer, ich weiß was! Der Mario hat geschummelt!“
Bis gestern nun war’s nur die handelsübliche jah­relange (seit 2015) öffentliche Rumzankerei um Bedeutungslosig­keiten. Aber jetzt isser raus, der Dreck am Stecken, Mario, und der Doktor is erstma weg...
So weit, so normal. Aber eine Frage bleibt:
Wenn man auf dem Schlachtfeldern im Osten nen Blumenpott ge­winnen will, wenn man im parlamentarischen Rennrattenrad einen Höcke permanent anner Hacke hängen hat, wenn die Hälfte des sog. Volkes aus Pack besteht, wenn selbst einige von Marios Stamm­wählern damit drohen, zu den Arschlöchern überzulaufen, wenn alle andern sich vor Höcke in die Hosen machen und vor allem wenn man weiß, wie knapp die Misstrauensvoterei ausfallen und reichsweit ziemlich üble Auswirkungen zeitigen könnte ...
wie kann man dann so dermaßen dämlich sein, und nicht einmal wenigstens ein Mal in aller Bescheidenheit Pardon zu sagen, bei der Doktor­arbeit die Anführungszeichen vergessen zu haben?
Aber so sind se wohl alle, unsere Thüringer Würstchen, zusammen mit ihrem Ministerpräsidenten Mario Mogli.
7.2.26
Ach, ja,
und dann hat der Merz
dem Prinzen Salman noch...
ähm
gesagt:
„Wir sind nicht unkritisch. Aber wir stellen die Golfstaaten auch nicht unter Generalverdacht.“
Jawoll, Herr Generalfeldmarschall von Sowieso und zu Zitzewitz­leben! Wir haben verstanden!
6.2.26
Aus der Offenbarung des Johannes
Der weitere Lauf der Dinge - und so läuft er weiter:
Johannes Winkel, Chef der Jungen Union und Rentenrebell, Anwalt für die junge Generation und den Schlanken Staat, weltberühmter Rechenkünstler, führender Zahlenzauberer und gläubiger Christ (Meine Fresse, was der schon alles ist!“) und Liebling der herrschen­den Klassen - ja, nee, is klar - hat für die Zukunft noch paar so interessante Sachen auf Lager:
„Ich sehe deutliches Einsparpotenzial im Sozialetat...."(Yo, das denk ich mir, du Nasenpfeife, du) "... dort lassen sich bei den Sozial­leistungen Dutzende Milliarden im Jahr einsparen.“
Hm, mag ja sein, einsparen kann man alles und jeden und überall, aber wie kommt der Mann auf ‚Dutzende‘ Milliarden? Dutzende ...
Wahrscheinlich ... ja, wahrscheinlich ... hat der die aus dem Film „Das dreckige Dutzend“. Oder direkt von Donald Trump. Oder dem Dobrindt.
5.2.26
Man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus!
Die globale inhumane und naturfeindliche Weltwirtschafts­ordnung war vor Trump schon jahrhundertelang inhuman und naturfeindlich. Jetzt ist se halt ganz im Arsch.
Doch die neue ist bereits im Werden. Es brodelt überall im Unter­grund, allerdings ohne jegliche Perspektive. Nur Deutschland will wie immer bisschen helfen in Richtung „Umsturz aller Lebensverhältnis­se, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlas­senes, ein verächtliches Wesen ist.“ *)
Aktuell geben sich so der deutsche Kanzler und diverse Bundes­minister zum Beispiel in Riad/Saudi-Arabien die Klinke in die Hand, und rennen dem Prinzen Mohammed bin Salman bin Abdulaziz Al Saud der Dritte, Vierte oder Fünfte, wie ‚ntv‘ und alle andern stolz berüchtigen, die Bude ein. Aber auch im Innern Saudi-Arabiens hat sich schon so Einiges getan:
ACHTUNG, FERTIG, LOS!
Die Regierung hat die Todesstrafe abgeschafft.
Frauen und Männer sind gleichberechtigt,
nichts wird weggeworfen, alles wird recycelt.
Die Frauen können ab sofort rumlaufen, wie se wollen
und in den meisten Betrieben gibt’s scharfe Frauenquoten.
Männer können straflos mit andern Männern tun und lassen,
wie und was ihnen beliebt.
Keiner hängt mehr am nächsten Morgen
im Namen des Volkes an einem Baukran,
Rassismus ist strafbar. So wie Sexismus.
Und Glauben Privatsache.
Alle esoterischen Nebenausprägungen,
so es sie noch gibt, spielen keine Rolle mehr.
Die Gefängnisse sind leer,
es gibt auch keine Kriege mehr.
Gebetet wird zu Allah, und das Grundgesetz besteht
– man glaubt es kaum - im Wesentlichen aus den
10 unbekannten christlichen Geboten,
die Gewaltenteilung funktioniert halbwegs,
Korruption und Vetternwirtschaft sind abgeschafft,
(Ich bin gleich fertig) den Ausländern geht’s gut
und in etwaigen Konfliktfällen, in simplen wie in komplexen, sollten sie doch mal auftreten, wird als Problemlöser Nummer Eins gerne Sex genommen, ohoh, wie bei Familie Bonobo.
So ungefähr
(mit Ausnahme der Sexgeschichte) hab ich mir früher das Paradies vorgestellt. Aber das ist zumindest schon mal ein Anfang.

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Die Niederschlagung des letzten Aufstands im Iran, Herrschaften,
an dem Hunderttausende teilgenommen hatten und der am Ende mit 6 bis 30000 erschossenen Demon­stranten bezahlt werden mußte, ist schon wieder fast vergessen. Weil man sich auf Trump nicht mehr verlassen könnte, (und der Massenmord an den iranischen Demons­tranten ist noch keinen halben Monat her) da stürmen christliche deutsche Politiker (allen voran die christlich-sozialen) die Büros der saudi-arabischen Weltwirtschaftweisen und deren religiöse Oberla­kaien, vergessen aber auch nicht ihre Freude darüber zum Ausdruck zu bringen, wie toll und beispielhaft sie die aktuelle Entwicklung auf der arabischen Halbinsel sehen, von der sie am Rande ihrer Wirt­schaftsberatungen gehört hatten.

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Liebe Leser,
wenn wir spaßeshalber diesen Text mal durch sämtliche künstlichen und hochintelligenten Faktenchecker des immer-kritischen Westdeut­schen Rundfunks brettern lassen würden, was meinen Sie, welcher Satz am Ende noch irgendwie Bestand hat, wenn alle offensicht­lichen Fakes aus dem Artikel weggesäubert sind, bitte sehr:
„Es besteht kein politisches Interesse mehr, gefährdeten Saudi-Arabern Schutz zu gewähren.“
Und wer hat ihn von sich gegeben?
(Kleiner Tipp von mir: Fängt mit Do an.
Do Re Mi Fa So La Ti Do.)
Und so geht’s der Zukunft entgegen.
Gute Nacht, Europa.
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*)
Karl May oder Karl Marx, je nach dem, wie se so drauf sind.
4.2.26
Auch wenn’s wehtut:
Es ist verboten zu verbieten!
Die ‚Frankfurter Rundschau schreibt:
„Innenminister Dobrindt hält AfD für rechtsextrem – trotzdem glaubt er nicht an ein Verbot. Stattdessen will er die Partei politisch stellen und den USA die Augen öffnen.“
Der Dobrindt! Die AfD politisch stellen! Der Dobrindt! Nicht zu fassen! Und dann noch den USA die Augen öffnen! Mein Gott! Dobrindt, der Erlöser.
3.2.26
Informationswert gleich 0,
irgendwo zwischen nix, nada und zero
Was soll das heißen, wenn es da im Nahen Osten wieder heißt:
„Bei einem Angriff des israelischen Militärs auf ein Krankenhaus in Gaza, in dem eine Kommandozentrale der Hamas vermutet wurde, sind nach Angaben der palästinensischen Autonomiebehörde, die der Hamas untersteht, 10 Zivilisten, darunter 5 Frauen und 3 Kinder zu Tode gekommen. Auch diese Meldungen konnten von uns nicht unabhängig bestätigt werden.“
Was soll man damit anfangen?
1. Die Zahlen und „Informationen“ stammen alle von der Hamas.
2. Angefangen hätten die Israelis.
3. Es gab nur zivile Opfer. Genauer, nur unbewaffnete Frauen und Kinder.
4. Ob die Israelis das bestätigen konnten, oder hätten bestätigen können, konnte auch nicht bestätigt werden.
5. Wenn mit stupender deutscher Korinthenkacker- und Rechthaberei „unsere“ Korrespondenten in Jerusalem und Tel Aviv am Ende eines jeden ihrer Berichte an die ohnehin Unmöglichkeit einer objektiven, unabhän­gigen Kriegsberichterstattung erinnert wird, dann dient diese islamis­tische Gebetsmühle nicht der Aufklärung sondern der unauf­haltsamen Delegitimierung der israelischen Kriegsführung.Und dem würden ziemlich viele Leute zustimmen.
Der Kampf geht also weiter. Alles, was von der Hamas veröffentlicht wird, ist ja eo ipso pure Propaganda. Warum „unsere“ Korrespond­enten dann trotzdem diese ewig gleiche Opfer-Litanei 1 zu 1 wie­derkäuen, soll man sich wohl an 2 Fingern ausrechnen dürfen.
Kurzum
quod erat demonstrandum.
2.2.26
Prokla – Probleme des Klassenkrampfes
heute:
Schöne neue Welt der diversen Faschismen
Das hätte man sich vor sagenwamal 30 Jahren auch nicht träumen lassen, dass man nach WK1, WK2 und Holocaust, nach McCarthy, McLenin, McStalin und McPutin und nach 40 Jahren Dunkeldeutsch­land nun sogar schon in den USA mit 2 Legislaturen der steindoofe Trumpismus und in halb Europa neuerdings an die 20 unterschied­lichen Faschismen zu unterschei­den hat. Oder ist das jetzt auch schon wieder zu kurz oder zu lang, zu laut oder Louise, oder halt zu voreilig wie immer oder zu sonstwatdurcheinander gedacht?
Mir persönlich wäre ja noch die uralte, historische, halbwegs bewährte Kampfform am genehmsten: alle in einen Sack und dann mit dem Nudelholz drauf! Da trifft man -wie jedermann weiss - immer nen Richtigen.
1.2.26
Pardon, Herr Merz!
Vom 26. Januar bis heute hab ich mich selber mal ne Woche krankgeschrieben. Ich denke, das haben wir beide uns doch auch redlich verdient, oder?
Wir Menschen brauchen in unserer modernen, rasanten, schnell­lebigen Zeit (Stichwort ‚Rattenrennen‘) hin und wieder ein Ruhe­päuschen, um auch mal die vielen Freizeitangebote nutzen zu können. Heute gibt’s zum Beispiel sogar fast ein Überangebot an kulturellen Mitmachmöglichkeiten: Heute gibt’s nicht nur den „Internationalen World Hijab Day“ sondern auch den „Internationalen No Hijab Day“. Ich werd wohl bei beiden mal vorbeischauen. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen. Toll, so viele kulturelle Angebote, für die man sich entscheiden kann!
Man muss nur manchmal etwas aufpassen. Es gibt da nämlich auch Leute, die einem nur ins Gehirn kacken wollen.