Das Tagebuch

5.1.21
In eigener Sache
Ab morgen, vom 6. bis zum 28. Januar, werde ich abgetaucht sein im entschleunigten, analogen Reich eines, nein, nein, nicht eines fernabgelegenen buddhistischen Ohnesorgtheaters, auch nicht in den kryptischen Verliesen des Kölner Doms zur Vollendung des Werkes vom legendären Bomber Harris und auch nicht in den Blechlawinen eines der derzeit so beliebten Ski- und Rodelgebiete Nordrhein-Westfalens. Nein, sondern ganz banal in ein Reha-Klini­kum zur Beobachtung, Untersuchung und Behandlung meiner Fort­schritte im Bereich Morbus Parkinson.
Je nach dem, ob sich da was machen lässt, werd ich dort an dem Tagebuch weiterwerkeln, und später dann vielleicht nachtragen. Der eine oder andre Witz wird da ja wohl bei abfallen.
Bis denne
4.1.21
Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau.
Im Studio heute: Susanne Daubner:
„Die Bundesregierung hat im Jahr 2020 Rüstungsexporte für mehr als eine Milliarde Euro an Länder genehmigt, die in die Konflikte im Jemen oder in Libyen verwickelt sind. Alleine für Ägypten wurden bis zum 17. Dezember Ausfuhren von Waffen und militärischer Aus­rüstung im Wert von 752 Millionen Euro erlaubt. Das geht aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour hervor.“
Nee, komm, ich bitte dich: Anderes Thema, Susanne Daubner!
„Krieg und Gewalt aber auch die Corona-Pandemie haben im ver­gangenen Jahr das Elend vieler Kinder im Jemen weiter verschärft. Millionen Jungen und Mädchen seien unterernährt oder hungerten, warnte das UN-Kinderhilfswerk Unicef. Wegen des anhaltenden Bürgerkriegs herrscht im Süden der arabischen Halbinsel seit län­gerem eine humanitäre Krise.
5 Millionen Kinder haben laut Un nicht genug zu essen. Im Winter dürfte sich die Situation dramatisch zu spitzen. 5 Jahre Bürgerkrieg, eine Seeblockade und wirtschaftlicher Niedergang treffen die Schwächsten am schlimmsten. Zudem wütet Corona im Land. Hilfsorganisationen sprechen von der schlimmsten Krise der Welt.“
Und jetzt zählen wir mal 1 und 1 zusammen.
Ich wünsche Ihnen eine geruhsame Nacht.
3.1.21
Zapp & weg, 1/21
Der in allen denkbaren Disziplinen (ausgenommen der der Verbrei­tung von tödicher Langeweile) moderate Fernsehmoderator Jörg Pilava hat seiner ‚MoPo‘, der Hamburger ‚MorgenPost‘ im Vertrauen erzählt, er „fühle sich in Hemd und Sakko nicht wohl.“ Hemd und Sakko würden ihn „nerven“. Das sei sein „einziges Problem.“
Ein glücklicher Mensch!
Zapp & weg.
2.1.21
3mal dürfen se raten!
Er „will keine Flüchtlinge aus griechischen und bosnischen Lagern“, schreibt die FAZ.
Und dann bricht sich das christliche Elend auch schon Bahn:
„Die gesamte Europäische Union hat vor allem die Verpflichtung, den Flüchtlingen auf dem Balkan oder auf den griechischen Inseln an Ort und Stelle zu helfen. Diese humanitäre Katastrophe lässt sich nicht dadurch lösen, dass wir sagen: Kommt alle nach Deutschland. Dieser Weg ist nicht mehr geöffnet.“
Und keiner fragt: Wer hat das eigentlich jemals gesagt?
Und weiter:
„Die klare Botschaft an die Flüchtlinge wie an die Schlepperorgani­sationen muss sein: Es ist lebensgefährlich, und es wird keinen Erfolg haben.“
Tja, wer hat's wohl gesagt.
Und wie kommt‘s, dass ich bei dem Namen Merz immer und sofort an Ausmerzen denke?
Na, egal. Jedenfalls seh ich unseren forschen Wirtschafts­freund und sauerländischen Flötenfritzen bei solchen Sätzen wie von Geister­hand stante pede splitterfasernackig mit einem seltsam verzerrten, hoffnungslosen Gesichts­ausdruck und zig ähnlichen halbtoten Ge­stalten dicht­gedrängt in einem überfüllten, kaputten Schlauchboot hocken … die verletzten Hände frommgefaltet ins Gebet versunken, die gesamte Europäische Union möge bitte vor allem der Verpflich­tung nachkommen, den Flüchtlingen auf dem Balkan oder auf den griechischen Inseln an Ort und Stelle ...
1.1.21
Thema Nummer 1 in diesem Jahr?
Coro … na, is ja klar.
Aber was wird wohl das zweite werden?
Und welcher ausgebuffte Polit-Fiffi wird damit wohl als erster umme Ecke kommen?
31.12.20
Trotzdem und alledem
So, das war‘s. Ende Gelände! Na siehste, da war auch viel Gutes dabei! So lasst uns froh und munter sein! Jedem Ende wohnt ein neuer Anfang inne! Und: Die Zeit macht nur vorm Teufel Halt! (Barry Ryan)
Und dann hab ich noch n guten Spruch:
„Warten Sie nicht auf das Jüngste Gericht - es findet alle Tage statt.“ (A. Camus)
Bleibt gesund!
Bis nächstes Jahr!
30.12.20
Kurz vor Schluss – 4. Teil
Die Tage zwischen den Tagen sind bekanntlich für unersättliche Fernseh-Freaks wie mich die große Zeit, fleissig-fleissig die Finger­fertigkeit auf der Wegzapp-Fernbedienung zu verbessern. Und in der Disziplin „Zapp & weg“ bin ich, ohne mich selbst großartig übern grünen Klee zu loben, um einiges megaschneller als die meisten sog. Kiddies mit ihren supakrassmegaschnellen Ei-, Smart- und sonstigen Phones.
Nehmen wir z. B. Harald Lesch, wahllos rausgegriffen aus der un­übersehbaren Horde der penetranten Bildungsmissionare, der mir den­noch dieser Tage besonders unangenehm aufgefallen war.
Und ich könnte jetzt loslegen mit der obligaten Charakterlitanei: Achtung, Klugscheisser auf Extacy; unausge­füllter ehem. Zwerg­schullehrer, militanter Publikumanwanzer, verhaltensgestörter Pausenclown; klassischer ADS-Typ; Kindheitstraum: Fernseh-Nase oder irgendwas mit Medien; ausgestattet mit einem Ego, größer als der Andromeda-Nebel; ohne Valium kaum zu ertragen undundund.
Schlimmer war nur Jürgen Fliege.
Aber ich sage bloß:
Harald Lesch!
Zapp & weg.
29.12.20
Kurz vor Schluss – 3. Teil
Bundesverdienstkreuz für Querdenker Ballweg!
Der Mann hat es geschafft, so viel ich weiß als erster, im Alleingang und quasi ex nihilo eine respektable, funktionierende, allzeit und zu allem bereite gesamtdeutsche Volltrottelbewegung aus dem frucht­baren Boden zu stampfen, ins sog. „widerständige“ Leben zu rufen.
Wenn er ruft, kommt eine alles in allem spätmoderne, narzisstische Nazi-Mischpoke herbei geeilt, eine phantastische Mischung aus be­sorgten Bürgern & besorgten Bürgerinnen inkl. ihrer besorgten Brut, kampferprobten „WirsindeinVolk“-Gröler, Monokulti-Pegida-Gesocks und zombischen Alt- und Neofaschos, apolitischem Esoteriker-Pack, erzreaktionärem bis schwer-religiösem Hinterwäldlertum jeglicher Strickart, geborenen Stinkdrüsen, kranken Querulanten, notorischen Korinthenkackern und therapieresisten Erbsenzählern, blinden Alu­hütchenträgern, singenden Nervensägen vom Schlage Naidoo und jeder Menge besorgter Bürger, die … ach so, die hatt‘ ich schon. (Falls ich die Mitglieder irgendeiner verdienstvollen, ideenreichen Spinnertruppe vergessen haben sollte, mögen sie es mir verzeihen und sich melden.)
Alles Leute, die stolz darauf sind, nicht bis 3 zählen zu können, hohle Nüsse, die seit Jahren in keine Zeitung mehr geguckt haben, nichtsdestotrotz aber bis zum Platzen ihrer leeren Hirnschalen wohlinformiert sind, und zwar darüber, was sie sich nachts in ihren heißen Träumen so zusammeneumeln. Und natürlich darüber, was die Juden traditionell alles immer so zu tun pflegen.
Was tun mit diesen Ureinwohnern eines aus dem Ruder gelaufenen Jurassic Park ? Ich würd sagen: Gar nix. Nur 2 simple Erkenntnisse vielleicht, die dabei hieb- und stichfest sind, sollte man im Blick behalten.
Erstens: Dieser Herr Ballweg ist allem Anschein nach nur ein ganz normaler, konventioneller cleverer Kleinkrimineller, nicht mal ver­gleichbar mit einem in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts sehr bekannten, verhinderten Postkartenmaler, einer, der wahr­scheinlich selber nicht mal mit dem was am Hut hat, was seinen hörigen Fans durch deren ausgetrocknete Bimsschädel schwillt und schwallt - Tatsachen, die spätestens dann ans Licht kommen wer­den, wenn die diversen Prozesse gegen ihn wg Diebstahl, Steuer­hinter­ziehung, Spendenveruntreuung, Stiftungsmissbrauch, Volks­verhetzung und grobem Unfug eröffnet werden.
Und zweitens: Dass uns Herr Ballweg mit seinen Massenaktionen nebenbei gezeigt hat, wie die Leute eigentlich aussehen, die dööfer sind als die Polizei erlaubt, nämlich so, wie die meisten andern auch.
Und dafür gebürt ihm, wie schon anfangs erwähnt,
das Bundesverdienstkreuz.
28.12.20
Kurz vor Schluss – 2. Teil
Neues aus den 7 Weltmeeren: Forscher entdecken unbekannte Blauwale im Indischen Ozean.
Na, dann forscht man schön weiter und seid auf der Hut! Ihr wisst ja: Der Japaner schläft nicht!