Das Tagebuch

26.2.20
Aschermittwoch
(Aber vielleicht ist ja morgen schon
wieder alles vorbei oder anders)
NEU - NEU – NEU
Simpel supi : Die antifaschistische Volksgemeinschaft is da!
Bis vor kurzem hieß es noch, wenn‘s um das legale Nazi-Pack ging, also um die Arschlöcher für Deutschland und deren Pegidapöbel­sturmabteilung:
„Das sind doch nicht alles Nazis und Faschisten! Das sind doch in der Mehrheit nur besorgte Wutbürger mit ihren berechtigten Sorgen, Wüten und besorgten Nöten, das sind die von der Politik Enttäusch­ten, den Parteien Aufgegebenen, die mühselig Verladenen und von der unmenschlichen Globalisierung Abgehängten, das sind ganz normale Wutbürgermenschen mit großer Angst vor der Zukunft usw.pipapo." Bis auf n paar Unverbesserliche könne man die alle wieder heim­holen ins Reich, pardon, ins Reich der Mitte.
Das ist Jahre her. Mittlerweile hat sich der Wind gedreht, und die Medien vorne weg mussten zur Kenntnis nehmen, dass sich das Pack nicht so mirnixdirnix umerziehen und auf demokratischen Vorder­mann bringen lässt, dass die auch gar nicht zuhören, wenn man denen was sagt ..., und haben sich auf eine gemeinsame alterna­tive Praxis geeinigt, quasi gleichgeschaltet. Forsa-Chef Manfred Güllner jubelt im Kölner Stadtanzeiger:
„Jetzt steht erstmals die Einheitsfront der demokratischen Parteien!“
Mit andern Worten: Sie behandeln die verlorenen Söhne und Töch­ter kollektiv mit den probaten Mitteln der Vergangenheit, aus der sog. „dunklen Zeit“: mit Ausgrenzung, Hetze, Häme und Intoleranz, miesen Tricks und billigen Verfahrensregeln, sie stigmatisieren sie zu Sündenböcken für Scheisse jeder Art und personifizieren sie insgesamt als Untergang ihres schönen, deutschen, guten, wahren, friedlichen, demokratischen und freiheitlichen Vaterlandes, als dessen letzte Retter und Bewahrer sie sich aufblasen, und sie tun es, weil sie wissen, dass sie, würden sie mal mit einem Funken Ehrlichkeit argumen­tieren, dann erkennen müssten, wie sehr sie selber Fleisch vom Fleische sind. Weil: Wo soll denn, bitt'schön, der Unterschied sein zwischen „Kein Kölsch für Nazis!“ einerseits und „Kauft nicht bei Juden!“ andererseits? Oder wenn es heißt statt „judenrein“ „Nazis raus!“? ... und wo sollen die denn dann in Volkes Namen hin? Nach Düsseldorf? Ins Ausland? Nach Madagaskar? Oder zur Abwechselung mal nach Sibirien?
Und selbst im Karneval mit seinem grenzdebilen, lokalpatriotisti­schem Stammtischhumor, wo traditionell schon immer grundsätzlich die Propaganda mit der Wirklichkeit über Kreuz lag, weht heute der neue angesagte Duft der Herrschenden. So tuckerte zum Beispiel im Rosenmontagsumzug, dem superkritischen Düsseldorfer, voller Stolz und unter Beifall der Zuschauer ein Wagen mit, auf dem der zum Ober-Teufel Hitler modellierte patriotische Primitivling Höcke bis zum Bauch in einem Brei aus braunen Exkrementen stramm­stand, dessen gestreckter rechter Arm gestützt wurde von dem Thüringer FDP-Lappenclown Kemmerich und CDU-Blockflötenwart Mohring, alles in allem zusammengewerkelt wie nach einer Vorlage aus Streichers „Stürmer“.
Und voilà,
geboren ward die neue antifaschistische Volksgemeinschaft –
bzw. die deutsche demokratische Einheitsfront!
Deutschland, wie es singt und lacht.
Und wie es stinkt und kracht!
Alaaf und helau.
Heilt Deutschland!

P.s.:
Und wieder mal 'n bisschen klobig ausgefallen, ne?
Aber heut is ja auch Aschermittwoch, oder?
Asche zu Asche.
25.2.20
Die gute Nachricht der Woche
Dem patriotischen Stinkdrüsen-Magazin DER SPIEGEL kommen die Tränen:
„Das schwere Fahrwasser, in das die CDU geraten ist, ist jetzt erst­mal auch in einem Wahlergebnis manifest geworden, und man kann glaube ich endgültig sagen, dass die CDU sich in der schwersten Krise seit ihrer Schwarzgeldaffäre befindet.“
Da kommt doch Freude auf! Ist der SPIEGEL betrübt, freut sich der Mensch.
24.2.20
So macht man das!
Hamburg, Bürgerschaftswahl 2020:
SPD: 39,0%
Grüne: 24,2%
CDU: 11,2
Linke: 9,1%
AfD: 5,3%
und
FDP: 4,9%
Alaaf, Helau und ab dafür!

P.s.:
0,4% für die AfD weniger wär‘ noch besser gewesen. Aber in‘er Demokratie kann man nun mal nich alles haben.
23.2.20
Heimatkunde …
(Nee, nix da! Ich warte erst mal ab, bis Gras über Thüringen gewachsen ist.
Keinen Bock.)
22.2.20
Heimatkunde -
heute: Thüringen
Wie? Schon wieder Thüringen?
Also nee, komm!
21.2.20
Heimatkunde -
heute: Thüringen
Weil die Mehrheit bei der Wahl des Ministerpräsidenten im Erfurter Landesparlament vor 2 Wochen zu doof war, 1 und 1 zusammen zu rechnen, oder es sogar so wollten …
Ach, ich hab überhaupt keinen Bock, keine Lust, kein INTERESSE, mir über diese Pups- und Pippi-Gegend auch nur einen Gedanken zu machen. Schade, dass man seinerzeit das ganze Ding nicht an die Österreicher verkloppt hat. Uns würde heute nix fehlen, und die Brüder und Schwestern würden da nicht groß unangenehm auf­fallen.
20.2.20
Massaker in Hanau
Ein deutscher Rassist überfällt in Hanau 2 Shisha-Bars, erschiesst 9 Gäste und anschließend seine eigene Mutter und sich selbst.
(Der letzte Schuss war wohl Notwehr. Und geht für mich somit voll in Ordnung.)
19.2.20
Der Überrascher
Norbert, der Überrascher. Mann, Mann! Was für'n Überrascher!
Alle, alle Politikfachkräfte in den Medien , sagen se, waren völlig überrascht, dass der Röttgen so über­raschend wieder aus der Versenkung usw... Und deshalb wird der Norbert ab heute nicht mehr wie früher mit dem degoutanten Appendix „Muttis Klügster“ gehänselt, sondern (auch hier jetzt) nur noch „Der Überrascher“ genannt. Röttgen, der Überrascher.
Zur Sache!
Als Begründung für seine überraschende Parteichef-Kandidatur inkl. späteren Kanzlerjob gab der hochbegabte Überrascher vor dem überraschten Journalistentroß folgende überraschende Erklärung ab:
„Ich habe den Eindruck, dass es bei der Neubesetzung zu sehr um Personen und zu wenig um Inhalte geht. Es geht um die Zukunft der CDU und die christdemokratische Idee von der Zukunft unseres Landes. Davon habe ich bisher wenig gehört.“
Das war und ist natürlich eine Hammer-Begründung, eine von Über­raschungen nur so wimmelnde Hammer-Begründung quasi histori­scher Mega-Überraschungsart. Und in der Tat jagt in seiner Erklä­rung eine Überraschungsnummer die andere:
Überraschung Nummer 1) „Ich habe den Eindruck ...“ - mit andern Worten: Er hat keine Beweise und keine Belege, keine Analyse, keine Argumente, keine Vision und keine Vorstellung, kurz: keine Ahnung, nicht mal eine Meinung; er hat nur einen „Eindruck“. Für nen Meckenheimer Hoch- und Sonderbegabten – würd ich sagen – zwar überraschend, aber eben nicht gerade viel.
Überraschung Nummer 2) „Bei der Neubesetzung geht‘s zu sehr um Personen und zu wenig um Inhalte.“ - Abgesehen davon, dass das in diesem Fall komischer-, ausnahms- und v.a. überraschenderweise mal gar nicht stimmt, kann ich mich an irgendwelche Inhalte in der Vergangenheit bei unserm Überrascher nu auch nicht grade ent­sinnen.
Heute ist aber alles anders. Der Überrascher konstatiert, und darum geht‘s in Überraschung Nummer3) „Es geht um die Zukunft der CDU ...“ Das hat er gesagt – gemeint hat er: „Es geht um meine persön­liche Zukunft! Und um nix anderes!“ Sogesehen eine Aussage mit einem in dieser Szene selten hohen, überraschenden Ehrlichkeits­faktor.
Und was den angehängten, 100 Prozent sinnlosen Zusatz betrifft „... und es geht um die christdemokratische Idee von der Zukunft unseres Landes,“ hab ich mich nur gewundert, dass er die klassi­schen Worthülsen „Heimat, Identität, Vaterland und Muttererde“ nicht noch irgendwo dazwischengequengelt hat. Aber wahrschein­lich waren die ihm nicht überraschend genug.
Unterm Strich alles in allem also eine in Form dieser Buchstaben­suppe schon fast selten gewordene Mixtur aus intellektuellem Offenbarungseid und überraschendem, mittelmäßig hochbegabtem Sonderquatsch mit Sauce.
Prädikat: 1a kanzlerhaft.

P.s.:
so, ab die Wortgirlandenlaube.
Was ich noch sagen wollte:
Zeilenschinden kann ich auch.
18.2.20
Und jetzt halli hallo: Überrrrraschung!
Hier kommt aus der Versenkung umme Ecke hereinspaziert,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
… Zombi Mastermind Mister Norbert Röttgen, der Mega-Atlantiker von Meckenheim ! Applaus, Applaus!
Noch so‘n seinerzeit locker von Merkel geschasster Finsterling vom lustigen Andenpack, der scharf auf den CDU-Vorsitz ist! „Die Zeit“, die se oftmals nich mehr alle hat, nennt ihn einen „Hochbegabten“. (Na ja, is ja immer die Frage, wo man da ansetzt. Knäckebrot hat jedenfalls ‘nen IQ von 5. Und gegen Knäcke hat der Meckenheimer ja wohl gute Chancen. Egal. )
Wir bleiben auf alle Fälle dran!