Das Tagebuch

8.4.26
Des Pudels Kern
Alle Welt zermartert sich seit einiger Zeit die Birne, wie man eine vollkommen überflüssige, nixnutzige Partei wie die in wesentlichen Teilen rechtsextremistische AfD zum Teufel jagen kann.
Nun, es gibt Leute in den anderen Parteien – und das sind nicht wenige – die vorschlagen, das komplette, in wesentlichen Teilen rechtsextre­mistische Parteiprogramm der AfD teilweise oder auch gleich in Gänze einfach zu übernehmen...um diese Leute von der Macht fernzuhalten.
Andere wiederum versuchen es weiterhin mit Rufmord und shitstorm, um diese Leute von der Macht fernzuhalten.
Manche wollen sie auch nur verbieten. Da rufen die einen nach dem Staatsanwalt, andere nach der Polizei und wieder andere nach ’ner Bürgerwehr, um diese Leute von der Macht fernzuhalten.
Wiederum andere gehen mit ihrem traditionellen heiligem antifa­schisti­schem Ernst ans Werk, um diese Leute von der Macht fernzuhalten.
Manche wollen diese Leute sogar noch in die Falle der sog. ‚Entzauberung‘ locken, um sie von der Macht fernzuhalten.
Manche versuchen, diese Leute auch ernsthaft zur intensiven, Kräfte-verschleißende und Zeit-raubende Parlamentsarbeit zu überreden.
Manche auch nur, damit diese Leute vonner Straße weg sind und draußen keinen Krawall mehr veranstalten.
Manche unterstützen solche Leute mit Geld, Spenden und in vielerlei Hinsicht vor allem auch anonym und mit Waffen, um diese Leute von der Macht fernzuhalten.
Manche denken auch genauso wie die Leute, die sie von der Macht fernzuhalten gedenken.
Ach, es gibt noch 100.000 andere gut gemeinte Mittel und Wege, die aber alle bisher nichts gefruchtet haben. Wohl weil wahrscheinlich die in we­sentlichen Teilen nicht-rechtsextremistischen Leute angeb­lich ganz anders denken und sprechen als eben die, die man von der Macht fernhalten will.
Unterm Strich basieren alle Äußerungen aller AfD’ler nämlich - abge­sehen von ein, zwei Körnchen Wahrheit, die man immer überall findet -, ausschließ­lich auf Ressentiments, die politisch, biologisch, religiös oder physi­kalisch und auch nicht psychoanalalytisch auszurotten sind. Sie sprechen alle eine Sprache, die andere gar nicht verstehen. Eine Sprache, die in Parlamenten nichts zu suchen hat und deshalb dort auch nicht zu finden ist. Normalerweise.
Fazit –
erst einmal für zwischendurch:
Die Brandmauer ist von Gestern. Demokratie und Natodraht von vorgestern. Und Hass die erste Bürgerpflicht.
Die in allen wesentlichen Teilen rechtsextremistische Partei der ‚Arschlöcher für Deutschland‘ ist zur Zeit noch im Selbstfindungs­prozess, aber auf gutem Weg in die gewünschte Barbarei. Am Ende wird es von den anderen nicht einmal mehr Erinnerungen geben. Dann wird die AfD das geworden sein, was sie immer werden wollte, eine echte, unkaputtbare, stinknormale, alldeutsche Volkspartei.
Des Pudels deutscher Kern.
"Sich einfügen in die Gemeinschaft, ist der Ersatz für gesittenes Benehmen." (Wolfgang Pohrt)
7.4.26
Kubicki, Kubicki!
Jetzt fahr’n wa nach Kentucky!
Kubicki will FDP-Chef werden. Schau an, schau an, der ‚Kölner Stadtanzeiger‘ berichtet aus dem Innenleben einer totgesagten Partei: Überschrift:
„Idealbesetzung für die FDP
Ja, warum nicht Kubicki? Viel zu verlieren gibt es nicht.“
Wir erinnern uns: Vor Jahren sprach er sie im Interview mit der 'Zeit' gelassen aus, die großen Worte:
„Nach Berlin umziehen, niemals. Da wirst du entweder Alkoholiker. Oder du trägst die sauer verdiente Kohle regelmäßig in den Puff.“
Na, das sind ja schöne Aussichten.
6.4.26
Mit Lalülala ein Mal um den Mond …
… ansonsten aber geht’s auf Erden weiter wie gewohnt:
„Entweder ihr öffnet diese verdammte Straße von Hormus oder ihr werdet in der Hölle landen. Wir werden euch crazy Bastards und fucking Mistkerle, ja, wir werden ganz Iran in die Steinzeit zurück bombardieren.“
Mein Gott! Was is der Trump bloß für ein Vollidiot.
3.4.26
Frohe Ostern, fröhliche Western
Same procedure as every year, au weia!
P.s.:
Und esst nicht so viel Ostereier!
2.4.26
Am Beispiel Cannabis sativa
Man muss nicht Soldat gewesen sein, um gegen den Krieg zu sein ... Man muss nicht gefoltert worden sein, um gegen die Folter zu sein ... Man muss auch kein Junkie gewesen sein, um was gegen Heroin und Koks zu haben. Bei letzterem könnte das BKA übrigens meinet­wegen ruhig ein bisschen mehr auf die Kacke hauen.
Wenn es sich aber im aufgeklärten 21. Jahrhundert um eine seit Jahrtausenden nützliche, praktische und harmlose Kulturpflanze handelt, die einem sogar zusätzlich das Leben versüßen sprich
den grauen Alltag der Politik auch mal vergessen lassen kann,
dann sollten doch, bitt’schön, – hier mein bescheidener Kulturtipp
für den April – wenigstens die Politiker, die von Tuten und Blasen
und Kiffen keine Ahnung haben und sich nur gegenseitig in ihrem pathologi­schen Verfolgungswahn überbieten wollen,- mit Verlaub - die Fresse halten.
Und falls sich irgendwer durch meine Sicht der Dinge gekränkt oder - um Gottes Willen - beleidigt gefühlt hat, war das meine volle Absicht.
1.4.26
Unter-Lumpengesindel
Friedrich Merz, im Zweifelsfalle nicht nur sein eigenes Sprach- und Kanonenrohr sondern auch des deutschen Volkes (was immer das „deutsche Volk“ auch sein soll)) ließ sich job- und pflichtgemäß nicht lumpen und kaufte dem syrischen Herrscher und vollbärtigen Ober-Lumpen Ahmed al Scharaa das Versprechen ab, 8o Prozent der (900.000) Syrer, die in Deutschland grade die Zeit totschlagen, wieder heim ins Reich zu holen:
„Ich habe Präsident Ahmed al Scharaa gebeten, vorrangig die zurückzunehmen, die keinen gültigen Aufenthalt mehr haben.“ Es gebe nämlich eine kleine Gruppe, die uns Probleme bereitet, deren Mitglieder straffällig geworden seien.
Na, noch Lust auf ne kleine, sehr ergiebige Denkaufgabe mit Zahlen? Is nich schwer. Braucht man nur bisschen Phantasie. Also:
Dafür verwandeln wir zunächst mal die abstrakten Prozentzahlen in veritable Menschen. Bei 900.000 Syrern sind 80 Prozent ... äh, Moment … ja, genau 720.000 Syrer. Die alle weg müssen. Wie viel sind dann die „eine kleine Gruppe, die uns Probleme bereiten?“
Das ist jetzt natürlich ne Rechnung mit relativ vielen Unbekannten. Ich weiß nicht, wie viele Merz auf seinem Bierdeckel hatte. Zumal der Herr Ahmed al Scharia - man muss ja nur in seinem Namen das 2. a durch ein i ersetzen - ja gar keinen Alkohol … aber, lassen wir das.
Bleibt eigentlich unterm Strich nur festzuhalten, dass der Bundes­kanz­ler summa summarum alle Ausländer, die uns Deutsche betrügen und belügen, beklauen, verhauen + vergewaltigen + unsre Stadtbilder verdrecken – und das tun se durch de Bank alle, sobald sie sich hier blicken lassen, sofort wieder nach Hause umvolken.
Es sei denn, sie hätten in Syrien ne anständige Ausbildung erhalten, die Merz nicht bezahlen musste. Dann seien sie herz- und merzlich willkommen geheißen. Und dann würde auch er, der Herr Merz am Bahnhof stehen und den Schokoladenonkel spielen.
Jaja, so laufen se, die vielgepriesenen, normalen Gespräche und Verhandlungen unter ganz normalen Polit-Lumpen.
Kein Aprilscherz.
31.3.26
Wer ahnt denn so was?!
In den USA sind am Wochenende ca. 8 Millionen Leute gegen und wegen Trump auf die Straßen gegangen. Ob das was nützt – keine Ahnung. Aber hätten Sie Lust, verehrte Damen und Herren, auf eine kleine sportliche Rechenaufgabe? ... Okay.
Wenn in einem Land mit einer Einwohnerzahl von 341 Millionen 8 Millionen Menschen d.h. 2,35% der Bevölkerung die Schnauze so voll haben und zum Protestieren auf die Straße gehen, wieviel müssten dann hier von den 83 Millionen ihren Hintern bewegen,
um nicht vor den Augen aller Welt sich auf ewig zu blamieren?
Dann müssten sich hier min­destens 1,95 Millionen versammeln.
Und nu zu der lustigen Dreisatzaufgabe die logische Zusatzfrage:
Wann waren in Deutschland das letzte Mal an die 1,95 Millionen Menschen auf der Straße? Das war, so viel ich weiß, irgendwann
vor ’45. Und das auch nicht gegen die Regierung.
P.s.:
Ich glaube, wir sollten ein wenig vorsichtig sein, andere für dööfer zu halten als uns selber.
q.e.d.
30.3.26
Ein neues deutsches „Problem bzw. Stadtbild“ à la Merz
Der Bundestag hat letzte Woche über sexualisierte Gewalt gegen Frauen debattiert. Sogar der Bundeskanzler meldete sich zu Wort und zwar mit seinem neuesten beachtlichen Stadt- bzw. Problembild. Und so sieht’s aus:
„Ein beachtlicher Teil der Gewalt,“ so unser Herr Bundeskanzler, „kommt aus der Gruppe der Zu­wanderer.“ Das gehöre zur Vollstän­digkeit dazu, solle aber das Problem nicht relativieren.
Nee, nee, natürlich nicht. Das würde der feine Herr Bundeskanzler auch niemals tun. Warum auch. Dafür hat er ja schließlich seine be­achtlichen Spezialisten, kompetenten Fachmänner und bewährten Ex­perten, allesamt anerkannte Allrounder, erfahrene Zuarbeiter und inter­disziplinär vorurteilsbefreite Forscher an vielen, vielen Orten -
und jede Menge Sports­freunde wie Söder, Dobrindt & Konsorten.
29.3.26
Google, pass bloß up!
Wenn man sich kein eigenes Bild von der Lage und den Zusammen­hängen im Nahen Osten machen kann, dann missbraucht man einfach bewährte, dem antiken Römischen Recht entstammende Grundsätze, zum Beispiel den hier: „Audiatur et altera pars“. Und das sieht dann bei 'Google News' neuerdings so aus:
„Www.saba.ye
Zionistischer Feind verletzt einen Palästinenser östlich von Al-Quds und sprengt das Haus eines Märtyrers in Nablus in die Luft.
Qna org qn
Ein palästinensischer Jugendlicher wurde in Hebron durch Schüsse der Besatzungstruppen verletzt.
Www.saba.ye
Palästinenser in Nablus von israelischen Spezialeinheiten erschossen und festgenommen.“
Das war's. Und das alles i.A. Allahs und seines weisen Propheten.
P.s.:
Schätze, das wird die nächsten 1000 Jahre noch so weitergehen. Mindestens.
('saba.ye' ist die Nachrichtenagentur von Jemen und 'Qna.org.qn' die von Qatar)
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Der Plattentipp zum Frühling
Beim Frühjahrsputz d.h. Wegschmeißen überflüssigen Krempel­krams fiel mir eine wunderbare CD in die Hände, die ich schon lange nicht mehr gehört hatte:
„Exit wounds“ von Jakob Dylan & den Wallflowers aus dem Jahr '21
Am besten mit dem 3. Stück „I hear the ocean" anfangen. Der Rest ergibt sich von allein.
Und wo wa grad schon dabei sind:
„Nous etions des humaines“ von Mickey 3d.