Das Tagebuch

25.11.17
Totensonntag
Die evangelische Kirche feiert morgen – nee, feiern klingt irgendwie komisch – begeht, ja, begeht morgen den sog. toten Sonntag, nee, Totensonntag. Es ist auch der letzte Sonntag im sog. Kirchenjahr. Und damit endet in diesem auslaufenden Jahr im Großen und Ganzen nun auch gottseidank diese nervtötende Martin-Luther Jubelei. (Es war ja nicht zum Aushalten.)
Deshalb hier noch einmal und weil man's sowieso nicht oft genug wiederholen kann, in Kürze zusammenfassend die wichtigsten, meistbeachteten Thesen vom ChriMaZ, vom christlichsten Meister aller Zeiten. Lobet den Herrn! Auf geht's::

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, daß sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen. Man sollte ihre Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken, unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, daß wir Christen seien (…) ihre Häuser desgleichen zerbrechen und zerstören.“
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  „Trau keinem Wolf auf wilder Heiden / Auch keinem Juden auf seine Eiden / Glaub keinem Papst auf sein Gewissen / Wirst sonst von allen Drein beschissen.“
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  „Ohne Verstand, Weisheit und Gesetze können weder Türken noch Tataren leben und haushalten.“
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  „Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Laß sie nur tot tragen, sie sind darum da.“
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  „Es ist ein überaus gerechtes Gesetz, dass die Zauberinnen getötet werden.“
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  „Die Welt hat nicht einen solchen Ekel an mir, als mein Ekel an dieser Welt ist.“
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  „Der Esel will Schläge haben, und der Pöbel will mit Gewalt regiert sein. Das wußte Gott wohl; drum gab er der Obrigkeit nicht einen Fuchsschwanz, sondern ein Schwert in die Hand.“
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  „Eine Frau hat häuslich zu sein, das zeigt ihre Beschaffenheit an; Frauen haben nämlich einen breiten Podex und weite Hüften, daß sie sollen stille sitzen.“
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  „Die Ordnung fordert Zucht und eher, dass Weiber schweigen, wenn die Männer reden.“
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  „Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, daß man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Zum andern, daß man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben eben dasselbige darin, was sie in ihren Schulen treiben.“
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  „Drum soll hier erschlagen, würgen und stechen, heimlich oder öffentlich, wer da kann, und daran denken, daß nichts Giftigeres, Schädlicheres, Teuflischeres sein kann als ein aufrührerischer Mensch; (es ist mit ihm) so wie man einen tollen Hund totschlagen muß: schlägst du (ihn) nicht, so schlägt er dich und ein ganzes Land mit dir.“
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(aus: „Musenblätter“, dem unabhängigen Kulturmagazin im Netz)

Und so gehet denn hin in Frieden und feiert mal schön eure Toten.
Fröhliche Weihnachten

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ZUGABE

Und weil's sich anbietet, flott hintendran getippt:
„Von drauß vom Walde komm ich her,
ich muss euch sagen,
es weihnachtet sehr.“
M.a.W.:
Für den weiten Raum unterm Tannenbaum
heute der Buch-Tipp vom Knecht Ruprecht:
„Das Leben wortwörtlich. Ein Gespräch“
Martin Walser / Jacob Augstein
Rowohlt Verlag, 352 S.
(Für all jene, die irgendwie immer noch nicht ganz genau wissen,
wie Antisemitismus im Salon so geht: Ganz genau so.)
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