Das Tagebuch

6.2.22
Ein paar überflüssige Worte zu „Schröders Roadshow“
„…
Wir sind die Brüder der romantischen Verlierer,
auf dieser kleinkarierten Welt,
wo euch weiter nichts zusammenhält,
als die Macht und die Moral vom großen Geld."

Das waren „Schröder Roadshow“, in den 70iger und 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts eine der besten Rock-Kapellen in deut­schen Landen. Nicht zu verwechseln mit „Schröders Roadshow“! Und „Schröders Roadshow“ gibt‘s heute noch:
Am Anfang war er SPD, dann irgendwann Kanzler und „Basta-mann“ ohne Seele, Herz und Gespür, aber mit viel vibration für „HartzIV“, dazwischen Currywurst und „Hol mir ma ne Flasche Bier“-Diktator und zum „Boss der Bosse“ hochgejazzt, doch trotzdem auch als Kanzler immer nur der arme, testosteron-regierte Leierkasten-Affe des „staatsmonopolistischen Kapitalismus“ geblieben. In der Mer­kel-Phase eher ein Fall für die "Bunte" und "Frau im Spiegel" oder wegen mir auch fürs "Dschungel-Camp", hat er sich mehr in Russland rumgetrieben und ist so zum Busenfreund des lupenreinen Putin aufgestiegen, dann weiter zum Präsidenten des Verwaltungsrats der Nord Stream 2 AG, zum Vorsitzenden des Gesellschafterausschusses der Nord Stream AG und Aufsichtsratschef beim staatlichen russi­schen Energiekonzern Rosneft. Demnächst soll er noch Aufsichtsrat beim Staatskonzern Gazprom werden.
Das ist Gerhard Schröder oder mit anderen Worten: eine klassische Polit-Kanaille beim neoliberalen Gewaltmarsch in die unaufhalt­same Globalisierung.
Kommen wir zum point of no return:
Zur üblichen Apanage eines Altkanzlers gehört bis zum letzten Atemzug ein eigenes Büro plus Sekretär (in dem Falle wohl -in), Dienstmercedes plus Fahrer, dies und das und wahrscheinlich jeden Tag Freibier und Pommes obendrauf. Auch bis zum Abwinken. Das alles wollen ihm diverse, in ihren Grundfesten erschütterte Neid­hammel und Innen der FDP, der AfD, der CDU/CSU und der Grünen madig machen:
„Wir müssen darüber nachdenken, Schröder die Ausstattung zu ent­ziehen. Er schadet dem Land, dem er dienen soll, und lässt sich dafür bereitwillig von einem Autokraten mehr als gut bezahlen. Apanage vom deutschen Staat ist damit nicht vereinbar.“ (Vertei­digungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, FDP)
„Parteiübergreifend sollten wir darüber reden, ihm die Amtsaus­stattung als Altkanzler zu entziehen. Er schadet Deutschland.“ (Stefan Müller, CSU).
„Gerhard Schröder ist ein gut bezahlter Lobbyist in Diensten Putins, er dient als Feigenblatt, um den aggressiven Kurs der russischen Regierung gegenüber der Ukraine und der Europäischen Union zu rechtfertigen.“ (Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Dieter Janecek).
Das ist alles, was diesen Zwergen dazu einfällt – einem ehem. Tes­tosteron-Kanzler und vertrottelten Hampelmann des „internationa­len Großkapitals“ ein paar lächerliche Apanage-Piepen aus dem Sparschwein zu eumeln und selbst da noch die nationale Keule zu schwingen. Von allen möglichen Kritik-Gründen sind das die aller­dämlichsten! Dabei liegt der einzige gute, wahre Grund doch so nah, Doppelpunkt:
So was TUT MAN EINFACH NICHT!
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Bei „Schröder Roadshow“ ging der Song übrigens so weiter:
„…
Wir sind die Brüder der Rebellen und Piraten,
selbst in der allergrößten Not,
spucken wir auf euer Gnadenbrot,
und gehen stolz und lachend in den Tod ...“
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