Das Tagebuch

23.9.22
Das böseböse N-Wort
Wir müssen reden!
Es ist hysterisch, pardon, historisch nicht ganz klar nachgewiesen, wann die ersten hier bei uns überhaupt eintrudelten. Als es sich anfangs noch gerade mal um‘ne Handvoll handelte, waren sie nur ein seltenes Sujet der Forschung, für sensationssüchtige Kirmes­budenbesucher aufrei­zende Exotik pur, für betuchte Großbürger herzlich willkommenes Gartenpartythema, um sich wichtig zu machen, und für die breite, unwissende Mehrheit eher nutzlose Fabelwesen aus einer anderen Welt.
Im Verlaufe des letzten Jahrhunderts aber drehte sich der Wind. Die allgemeine Meinung und damit die grundlegende Einstellung zu den ehemaligen Exoten verwandelte sich in Ablehnung, Feindschaft und Verfolgung. Für die inzwischen „aufgeklärten“, durch u. durch ras­sis­tischen Völker der hiesigen Breitengrade gilt seitdem die rück­standslose Beseitigung dieser Fabelwesen, die gnadenlose Ausrot­tung - auch mit Gottes Hilfe wenn Sie so wollen - als probates Mittel moderner Ökologie und nachhaltiger Politik.
Meine Damen und Herren, die Nosferatu-Spinne! Sie ist nicht ohne. Wir werden aber wohl mit ihr leben müssen. Danke.
Und schönen Tach noch!
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