Das Tagebuch

20.11.25
Merz im brasilianischen Regenwald – 2. Teil
Dass bei dem 2 Wochen andauernden Weltklimaspektakel in Brasilien überhaupt nichts rum kommen wird, kann man so apodiktisch und endzeitgläubig wahrlich nu auch wieder nicht behaupten. Allein dass es unzähligen ehrenamtlichen Helfern gelungen ist, für 65.000 Teilnehmer in der ärmsten Gegend des Landes vernünftige Schlaf- und Arbeitsplätze zu organisieren,
grenzt schon an ein Wunder. Einem wie Friedolin Merz geht so was natür­lich aAv, am Arsch vorbei:
„Wir leben,“ so sprach er, „in einem der schönsten Länder der Welt. (!! Er hat 'der Welt' gesagt! Nicht 'der Erde') Ich habe einige Journa­listen, die mit mir in Brasilien waren, letzte Woche gefragt: Wer von euch würde denn gerne hier bleiben? Da hat keiner die Hand geho­ben. Die waren alle froh, dass wir vor allen Dingen von diesem Ort, an dem wir da waren, in der Nacht von Freitag auf Samstag wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind.“
Kaiser Wilhelm II. brauchte noch beim Boxer-Aufstand seine ganze Hunnenrede, um die Chinesen auf 180 zu bringen; Friedrich Merz nur diese kurze Pas­sage, um obendrein in ganz Südamerika persona non grata zu werden.
Präsident Lula da Silva aber antwortete mit einer wegwerfenden Handbewegung, Merz hätte in Belém „in eine Bar gehen, dort tanzen und die lokale Küche probieren sollen“. Dann, so Lula weiter, „hätte er gemerkt, dass Berlin ihm nicht einmal zehn Prozent der Qualität bietet, die der Bundesstaat Pará und die Stadt Belém bieten“. Ja, die Stadt sei arm, aber sie habe „ein so großzügiges Volk wie kaum ein anderer Ort auf der Welt“.
Es ist nicht bekannt, wie der deutsche Kanzler darauf reagiert hat. Doch wird er sich wohl mit großer Wahrscheinlichkeit ganz traditionell 'n Ei drauf gebraten haben.
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