‚Die Zeit‘ meint, Friedrich Merz zeige sich desillusioniert von Trump und der US-Politik . „Donald Trump gehe auf Kritik nicht ein, sondern halte, was er tut, für richtig. Statt das Völkerrecht zu achten, machten die USA reine Machtpolitik.“
Fangen wir außenstehenden, kritischen Korinthenkacker einfach mal von vorne an:
Abgesehen von diesem merkwürdigen 3-Satz-Kuddelmuddel überhaupt erscheint es mir noch merkwürdiger, dass ‚Zeit‘ und Merz ausgerechnet von einem Trump erwarten, dass er auf Kritik eingeht, wenn er das, was er tut, sowieso für das einzig Richtige hält.
Aber der Hammer ist der letzte Satz:
„Statt das Völkerrecht zu achten, machten die USA reine Machtpolitik.“
Ich kann mich an keinen US-Einsatz erinnern (außer ihren leider viel zu späten Eintritt in den 2.Weltkrieg, wofür die Welt den USA bis heute noch zu Recht dankbar ist), ja, an keinen Einsatz erinnern, der keiner reinen Machtpolitik geschuldet war, und schon gar nicht der Achtung des internationalen Völkerrechts.
Jetzt ist Bauer Merz also desillusioniert. Schön. Jetzt gibt er also indirekt zu, dass die ganze jahrzehntelange Amerikaimitiererei auch nicht das Gelbe vom Ei, das Wahre war. Wobei der ewige Antiamerikanismus auch nur die Rückseite der Goldmedaille war. Aber was lernen wir daraus, fragt sich Lehrer Lämpel. Unterm Strich, bei einem Vergleich (ausnahmsweise sei mal ein Vergleich gestattet) käme meinetwegen à la longue dabei rum: Noch der kleine Finger von Obama hatte mehr Wert als alle deutschen Kanzler zusammen genommen. Salut!