Dass selbst harmlose Blätter wie der ‚Kölner Stadtanzeiger‘ (Pars pro toto bzw. Einer für alle und alle für einen!) sich gezwungen sehen, im Kulturteil immer unverkrampfter und aggressiver auch Tinnef, groben Unfug und übelsten Mist zu verkaufen, so dass manch einer sogar von echtem Scheissdreck spricht, das alles wird niemanden verwundern, der sich noch dunkel an Begriffe wie „Kulturindustrie“, „Kitsch“ ,„Ausbeutung“ und „Massenverblödung“ erinnern kann. Ich persönlich hegte zum Beispiel, nur kurzfristig zwar aber immerhin, die lächerliche Hoffnung, dass Thomas Gottschalk seinen Abgang ernsthaft und endgültig … ach nee, der ist ja jetzt doch wohl tabu, oder? … ja, sicher, für mich auf jeden Fall, aber anscheinend nicht für den 'Stadtanzeiger. Hier & heute, praktisch ne ganze Seite "Wetten, dass..."-Endlos-Gelaber im Kulturteil:
„Champagner zum Frühstück -
Bill und Tom Kaulitz leben in ihrer ganz eigenen Welt und lassen uns gerne daran teilhaben -
können sie (also die beiden steindummen Plastikheiopeis, die nicht in Würde älter werden können) mit ihrem Glamour „Wetten, dass …?‘ entstauben?“
Bill und Tom Kaulitz, die unter normalen Jugendlichen nur als Brechmittel laufen, in puncto Überflüssigkeit einen Gottschalk meilenweit in den Schatten stellen, werden nu also vom Kölner Käseblatt als Retter einer sog Unterhaltungssendung für die ganze Familie hochgenudelt, einer Show, die schon zusammen mit ihrem antiquierten „Moderator“ als der Inbegriff spätkapitalistischer Endvernutzung galt.
Mit ziemlicher Sicherheit aber werden sich
die beiden Nichtsnutze auf das schamlose Angebot nicht einlassen, denn selbst dafür dürften die zwei Gottseidank inzwischen zu doof sein.
Was ich mit meinem ebenso nichtsnutzigen Sermon ausdrücken wollte:
Unsre vergleichsweise noch ruhigen Zeiten sind damit jetzt also auch aus und vorbei und Geschichte.