Das Tagebuch

17.2.26
Gold, Gold, Gold!
Neulich schrie ein Sportreporter beim Renn­rodelwettbewerb im Eiskanal: „Gold! Gold! Goldmedaille! Gewonnen! Gold! Gold! Gold!“
Und gewonnen, ihr Sportsfreunde, gewonnen hieß in diesem Fall
25 Tausendstel Sekunden schneller als sein direkter Konkurrent und Silberme­daillenkomiker! 25 Tausendstel Sekunden!
Das war des Rodlers 5. Weltrekord in Sachen olympischen Sado­masochismus, und das hieß bei ihm sogar, dass er sich auch noch selbst 5 mal überholt hatte. Und weil man so einen herrlichen Sport wie manch anderes auch nicht ewig machen kann, mit Ausnahme von 'Schach', '17 und 4' und 'Mensch, ärger dich nicht' gibt’s am Ende einer so vorbildlichen, supererfolgreichen Eiskanalkarriere, dieser pausen­losen, lebenslan­gen Extremquälerei als Krönung die geschenkte Frühverrentung. Und alle jubeln, alle san’s happy und heiter geht’s so weiter.
Und wenn man dann in die Runde ruft: „Winston Churchill!“ oder etwas deutlicher „Sport ist Mord!“, gilt man als ewiger Spielverderber und Stinkstiefel und landet in zehntausendstel­sekundenschnelle im olympischen Shitstormkanal.
Da halt ich mich doch lieber zurück und murmel vor mich hin:
„Sich einfügen in die Gemeinschaft ist der Ersatz für gesittetes Benehmen.“ (W. Pohrt)

--------------------------------------------------------------------------------
Noch einmal zurück zur Münchener Sicherheitskonferenz, die heute zu Ende gegangen ist:
Erstaunlich immer wieder, wie wenig auch in andern Bereichen sich zwischen Maas und Memel pardon Rhein und Oder ändert. Das Gros der deutschen Kom­mentare zu Rubios Äußerungen lässt sich am besten ebenfalls mit einem Satz von Winston Churchill illustrieren, der vor langer, langer Zeit mal fest­gestellt hat:
„Man hat die Deutschen entweder an der Gurgel oder zu Füßen.“
zum Tagebuch