So sagt's die Bibel, so steht’s - ein wenig ernüchternd - in unserm großen Buch der Bücher. Doch ist dies keine alternative Faktenhuberei oder eine reine Angelegenheit des Glaubens, sondern schlicht und ergreifend für jeden, der noch ganz bei Trost ist, eine offensichtliche Tatsache. Das hat auch die katholische Kirche bis heute noch nie ernsthaft in Zweifel gezogen.
Wie steht’s aber mit den handelsüblichen toten Ausnahmen, den verehrten Helden und Heiligen, von denen man sich so ungern trennen konnte? Nun, die, die mit Haut und Haaren in den Himmel aufgefahren waren, konnt man leider nicht mehr fragen. Die sind nun mal weg. Die kommen auch nicht wieder.
Jetzt gehört der römische Zirkus seit seiner Erfindung jedoch zu den fleißigsten Skelettsammlern weltweit, von wegen Staub zu Staub, sitzt somit auf unübersehbaren, aus allen Herrenländern zusammengeklauten Knochenhaufen rum, den sog. Reliquien, die meisten von denen mit inbrünstiger Akkuratesse fein säuberlich in kostbaren Sarkophagen verewigt, den neugierigen Blicken seiner religiösen Fangemeinde entzogen.
Manch einer mag ja die Stirne runzeln und denken: Und wat soll der ganze Scheiß? Nun, das muss man sich so vorstellen:
In den letzten 20 Jahrhunderten hat sich herausgestellt, dass man durch gut organisiertes und geschicktes Anhäufen von Kochenhaufen am Ende auch über einen dementsprechend echten Haufen Sonder-Kohle verfügen kann. Und weil beileibe nicht nur die Normal-Religiösen, sondern auch die Inter-, A- und Sonstwie-Abergläubischen glauben, dass sancta pecunia non olet, Klingelbeutelzaster nicht stinkt, erscheint im ‚Kölner Stadtanzeiger‘ heute am Aschermittwoch ein kostbarer, köstlicher Investigativ-Artikel mit der kurzen, unglaublichen Überschrift:
„Assisi zeigt erstmals Gebeine des heiligen Franziskus -
Ausstellung zum 800. Todestag – 27500 Einwohner-Gemeinde in Mittelitalien erwartet Hunderttausende Besucher“.
(Und alles ohne auch nur ein einziges Anführungszeichen.)
Und so fällt es mir immer schwerer, einen triftigen Grund zu finden, meine liebe, teure, sauer verdiente Rentenasche für ein Blatt hinzublättern, das ...äh, verstehen Sie das, Herr Alfred Neven-DuMont?