Er war 29, als er vor 8 Jahren als gutgläubiger CDU-Nachwuchs-Feger und voll des ganz normalen Testestestesosteronüberschuss eine Schulklasse besuchte („80 Prozent Mädchen, 16 Jahre alt“) und in seinem Notizbuch ein Mädel besonders benotete. „Sie hieß Eva, hatte braune Haare und rehbraune Augen“, und dass es „für einen jungen Politiker schlimmere Termine gäbe“ als solche praxisnahen Schulbesuche.
Für eine grüne Berliner Abgeordnete war damit aber die rote Linie zum Reich des Sex-Gangsters Epstein schon überschritten und postete die feine Geschichte hinaus in die weite, für so was immer dankbare Welt – aus Fürsorge und Sorge um die allgemeine Moral der Baden-Württemberger und nebenbei um der CDU zu schaden. Denn der junge aufgeweckte CDU-Bürger von damals hörte auf den Namen Manuel Hagel und will in einer Woche den Superpopulisten Cem Özdemir überflügeln und Ministerpräsident werden.
Dass aus solchem Pippifax ein wahrer Shitstorm erwächst, lässt sich heutzutage an 2 Fingern hochrechnen und ist in jedem Fall beabsichtigt einschließlich der nachgereichten Entschuldigungen, Erklärungen und Richtigstellungen, Beteuerungen, Beschwörungen und dergleichen nicht noch einmal in die Welt zu setzen.
Und auch unser Manuel Hagel wollte bei diesem Exculpierungstheater nicht hinten anstehen und warf sich mönchsmäßig schuldbewusst in die Brust und entschuldigte sich „mea culpa, mea maxima culpa“ für seine damaligen Zeilen und bezeichnete sie kurzerhand als „Mist“.
Und fügte noch hinzu:
„Ich bereue das von ganzem Herzen.“
Sehense, und so haben die Bürger von Baden-Württemberg in acht Tagen einen wirklich triftigen Grund, diesen Manuel Hagel nicht zu wählen. Denn wer sich als heute 29-Jähriger vor Hinz und Kunz öffentlich anklagt, stinknormale postpubertäre Liebeslyrik verbrochen zu haben, so einer sollte in keinem Fall auch noch Ministerpräsident werden.