Das Tagebuch

10.3.26
Und schon liegen sie sich wieder in den Haaren
Für Merz hätt’s eigentlich gar keine Bundestagswahlen geben müssen. Dass ihm der CDU-Chefsessel und der Kanzlerposten zustehe, nachdem er allein von seiner Parteifreundin Merkel 5 mal genial abgekanzelt worden war, stand nach der Wahl selbst für den letzten Deppen inner CDU außer Frage. „Wir schaffen das!“ hieß damals die Handlungsmaxime ex cathedra. Oder anders formuliert: „Auf jedem Schiff, das dampft und segelt,
gibt es eine, die die Sache regelt.
Und das bin ich.“
Das ging damals noch relativ geräuschlos über die Bühne. Der übli­che Umgang unter den netten Politikern läuft aber in der Regel etwas ruppiger ab. Und, siehe da, kaum standen die Wahlergebnisse im Ländle Ba-Wü fest, ging’s unter der Gürtellinie munter weiter.
Da passt es doch prima, dass sich der Berufs-Egomane Boris Palmer zurück ins grüne Jammertal drängelt und wieder alle auf 180 bringt. Und weil der Cem Özdemir sich seinen Ruf nicht durch überflüssige Stinkstie­feleien versauen will, holt er sich seinen Kumpel, den lupen­reinen Po­pulisten Boris ins Boot, einen Mann, der den politischen Charme und die nöti­ge Durchsetzungskraft für einen grün-abgefe­derten Weltuntergang mitbringt.
Und es verspricht spannend zu werden. Die Eingeweihten ahnen schon, was da auf sie zukommt – und zwar so ne saftige Retour­kutsche in dieser Art:
„Auf jedem Schiff, das dampft und segelt,
gibt es einen, der die Putzfrau vögelt.
Und das bin ich!" *)
Zugabe?
Zugabe:
Und ist das Schiff auch noch so klein –
einer muss die Putzfrau sein.“

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*)
Das Copyright dieses hübschen Poems liegt allerdings bei einem anderen Po­litgauner, nämlich bei Jürgen W. Möllemann, der auch stets hoch hinaus wollte, woraus aber genauso regelmäßig nix wurde.
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