Der examinierte Gottesgelehrte und Chefkorrespondent vom ‚Kölner Stadtanzeiger‘ Joachim Frank hätte höchstwahrscheinlich ein ganz normales Interview mit dem evangelischen Militärbischof Bernhard Felmberg geführt über die „Wertschätzung der Militärseelsorge, Kriegs-Szenarien und den neuen Wehrdienst“, über Themen also, über die sich’s in der Tat gut und gerne lang und breit, laut und louise trefflich von früh bis spät talkshowartig enervierend rumlabern lässt, wenn er das Stellen der Fragen nicht komplett seiner künstlichen Intelligenz überlassen hätte oder wenigstens hinterher kurz korrekturdrübergeflogen wäre.
Nur zwei Beispiele.
„Hätte Putin die Ukraine auch überfallen, wenn das Land noch im Besitz seiner Atomsprengköpfe gewesen wäre?“
Was soll der arme Kerl denn darauf antworten? Orakeln hat er nicht studiert, die ehem. sowjetischen gibt’s nicht mehr und über einen eigenen Atomsprengkopf - so sieht er jedenfalls nicht aus - verfügt auch er nicht.
Zweites und letztes Beispiel:
Seit Boris Spekulatius das Wort „kriegstüchtig“ in die Runde geworfen hat, ist es in aller Munde. Auch bei Frank&frei:
„Ist Kriegstüchtigkeit christlich, Herr Felmberg?“
Mit dieser Fangfrage versuchte also unser kritischer Witzbold vom ‚Stadtanzeiger‘ seinen evangelischen Kanzelkonkurrenten auf’s Glatteis zu führen.
Mit ‚kriegstüchtig‘ war vom Verteidigungsminister natürlich nicht gemeint, ob jeder Soldat auf seinem Platz auch heiß genug auf Schlägerei und irre Schlachten mit Millionen von Toten programmiert und eingestellt ist, sondern der Zustand einer bis in die letzten Raffinessen durchgetaktete Mord- und Kaputtmachmaschinerie. Und da hapert es noch bei der Bundeswehr, wie wohl jeder Idiot weiß, der die ‚Bild‘ lesen kann.
Und jetzt kommt so einer wie der Frank daher und fuchtelt wieder mit einem antiquierten Begriff aus der untergegangenen Moral-&-Wertekiste in der Gegend rum, einem Begriff, der hier nun rein gar nichts zu suchen hat.
Es sei denn, der liebe Joachim will nu auf Deubelkommraus Äpfel mit Birnen und Pfirsiche mit Pflastersteinen vergleichen, oder er hatte für seinen billigen Spass mit der Quatschfrage ganz simpel von jetzt auf gleich 1700 Jahre Kriminalgeschichte des Christentums (Karlheinz Deschner) vergessen.
Kann ja sein. Aber ich kann mir eigentlich alles vorstellen.