Das Tagebuch

27.2.15
Neue Serie
„Deutsche Geister“
Dr. Reinhard Kardinal Marx ist nicht nur das Oberhaupt, also gleich-
sam der Kopf der Deutschen Bischofskonferenz, sondern da in der Runde auch die intellektuelle Speerspitze im Fach Geschichtskunde. Und: is nebenbei noch obendrein gesegnet mit der Fähigkeit zu aller-
tiefsten Emotionen. Als er von der 'Rheinischen Post' auf das Thema Ukraine angesprochen wurde, so die 'Rheinische Post', „zeigte Marx sich schockiert,“ und zwar darüber, „dass 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs wieder Krieg herrscht in Europa.“
Ähm, genau ... diese 100 Jahre waren ja auch 'ne außergewöhnlich lange Friedenszeit! Grade und vor allem in Europa!
Egal. Die 'Rheinische Post' unbeirrt weiter:
„Dass ihn Papst Franziskus in sein engstes Beratergremium berufen und zum Aufsichtsratschef des vatikanischen Wirtschaftsrates ge-
macht hat, verwundert niemanden.“
Nee, mich jetzt auch nicht.
26.2.15
„Internationaler Tag der seltenen Erkrankungen“
Heute ist der „Internationale Tag der seltenen Erkrankungen“,
und da wollte ich dich eigentlich nur fragen, liebe FDP:
Wie geht’s, wie steht's? Denn so?
Und was machen die Beine von der Katja?
Und dein "mitfühlender Liberalismus"?
Und vor allem Brüderle – das Gesicht?
25.2.15
Die Probleme der Anderen
Die etwas andre Kölner Kirchenzeitung, die „Kölnische Rundschau“ schreibt:
„Die Ansichten der katholischen Kirche in Sachen Familie und Moral werden von vielen als altmodisch kritisiert. Die Bischofskonferenz will nun über Reformen reden, ohne ihre Lehre über Bord zu werfen.“
Die Frage ist nur:
Wie soll das gehen, wenn die Erde nun mal 'ne Scheibe ist.
24.2.15
Andy Borg (154) ist gefeuert
Die ARD hat den allseits beliebten & beleibten sogenannten Mode-
rator des „Musikantenstadl“ Andy Borg nach 9 Jahren Laufzeit vor die Tür gesetzt. Wegen seiner Überalterung. Also, der wär jetzt einfach zu alt. Und der würde bei der geplanten Verjüngung des „Musikantenstadl“ wahrscheinlich da auch nur im Weg rumstehen.
Andy Borg selber sagt, dass das alles für ihn „sehr schmerzlich“ sei. Ja nu. Wat willste machen?
(Ach, ich seh grad, ich hab mich da oben in der Überschift vertippt! Der Mann ist nicht 154, sondern 54. Pardong.)
23.2.15
Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht
Sämtliche Medien in Deutschland (Ich vermute mal: sogar selbst
die von Timbuktu und Ouagadougou.) melden heute unisono:
„Wolfgang Bosbach denkt an Abschied von der aktiven Politik.“
Mensch Bosbach, altes Haus,
dann kriegt dein Parteifreund Pofalla am Ende ja doch noch Recht!
22.2.15
Kleinasien
Dpa meldet:
„Im türkischen Parlament hat es in der letzten Woche zum 2. Mal eine Massenprügelei gegeben - mit fliegenden Stühlen, Schlägen, Tritten und Nasenstübern.“
Ja nu, was soll man dazu sagen?
Woll'n wa jetzt mal nicht so überheblich sein!
Einfach n bisschen mehr Toleranz zeigen, nicht wahr!
Wie sah das denn damals hier bei uns aus – im Jahre 1436?
21.2.15
Internationaler Tag der Muttersprache
Um den Griechen zu zeigen, woher der Wind in Europa künftig weht, beendete Schäuble die Verhandlung mit Alexis Tsipras am Vorabend zum Internationalen Tag der Muttersprache mit den Worten:
„Am 28., 24.00 Uhr isch over.“
20.2.15
Aus der Parallelgesellschaft
„Return to forever“
Neue Platte von den Scorpions.
BITTE NICHT KAUFEN !
19.2.15
Politischer Aschermittwoch
Meine Güte! Was war das da gestern für ein singulär impertinenter Scheissdreck!
Vom Anfang bis zum Ende und völlig wurscht von welcher Partei: Scheissdreck!
In allen Hallen und Häusern und Zelten derselbe:
Scheissdreck auf der Bühne und unten im Saale Riesenscheißdreck!
Und ein verschimmelter, verschissener Scheissdreckswitz jagte den andern. Scheissdreckswitz!
...
„Jaja, is ja gut,“ werden Sie jetzt sagen, liebe Leser und Leserinnen, und sich sicherlich fragen: „Menschenskind! Watwiller?“
Nun, meine sehr verehrten Damen und Herren, es ist so: Als ich all diese Menschen da im Fernsehen sah, kam mir gleichsam wieder eine Erinnerung hoch; ich erinnerte mich an eine alte, ja, eigentlich uralte Geschichte über einen sehr armen Cowboy… ähm, der da saß in einem Saloon …
Möchten Sie sie lesen?
Okay, here we go:
Kommt 'n armer Cowboy in'n Saloon und setzt sich an den Tresen.
Sagt der Wirt:
„Hey! Wenn de 'nen Schluck aus dem Spucknapf hier nimmst, kriegste 'n Dollar von mir!“
Der arme Cowboy, arm, wie er ist, fackelt nicht lange und schlürft – gluckedigluck – den ganzen Spucknapf leer, bis auf den Grund.
„Hey! Du hätt's doch nur einen Schluck nehmen müssen“,
sagt der Wirt da.
„Ja, ja, ich weiß,“ meint der Cowboy. „Aber ... aber das hat irgendwie alles so … zusammengehangen.“