Das Tagebuch

13.4.18
Aus andern Parallelwelten
Dpa meldet:
„IWF-Chefin Christine Lagarde warnt vor Gefahren für die Welt­wirtschaft“
Ähm ... Moment! Müsste es nicht am Ende heißen:
„IWF-Chefin Christine Lagarde warnt vor Gefahren der Welt­wirtschaft“?
Äh… man hat ja jetzt nicht so viel Einblick in die Weltwirtschaft wie die Christine, aber wenn es hieße „vor Gefahren der Weltwirtschaft“, wär dafür dann andrerseits der Anfang mit „IWF-Chefin“ nicht völlig falsch? Oder bin ich da mit dem falschen Dampfer unterwegs?
12.4.18
Und die Sieger 2018 im nationalen Hiphoppen sind ...
… Kollegah & Farid Bang! Sieg Heil! Mit deutschem Gruß!
Natürlich, ja gleichsam selbstverständlich wie auch automatisch, dabei zweifellos erwartungsgemäß verdruckst, armselig, präpotent und pflichtschuldig und daher unterm Strich dann lächerlich folgen­los gab es im Saal auch vereinzelt „Buh-Rufe“.
Die Tote Hose Campino fasste den aktuellen Bewusstseinszustand aller Anwesenden bei seiner Echo-Protest-Performance stellvertre­tend mit den Worten zusammen:
„Wir sollten keinen tieferen Sinn suchen, wo es keinen Sinn gibt."
Und bewies damit, dass auch er vom grassierenden Antisemitismus nicht den blassen Schimmer einer ansatzweisen Ahnung hat.
11.4.18
So is' das Leben eben
Der „Echo“-Preis der „Deutschen Phono-Akademie“ ist keine Aus­zeichnung für Qualität. Hat auch niemand behauptet. Sondern „nur“ die Jahresprämie für den Sieger im musikindustriellen Rattenrennen um das Meistverkloppte in 22 Kategorien. Wobei für die 66 andern Nominierten, die in dem Spiel leer ausgehen, wenigstens ein wenig Glanz, Hallihallo und Hallotria abfallen dürfte. Aber so brutal ist im Spätkapitalismus nun mal eben das Leben.
So gehören in den Sparten „Album des Jahres“ / „Hiphop National“ diesmal auch die zwei hirnamputierten Arschlöcher und rappenden Antisemiten Kollegah & Farid Bang zu den ausgezeichneten Nomi­nierten.
Und ich finde das vollmegakrass in Ordnung. Auch dass neuerdings mit der AfD deren parlamentarischer Arm im Reichstag rumsitzt und dort ihre stupende Wahrheit präsentiert: Körper ohne Kopf.
Das ist halt die Volksherrschaft. Damit muss man, wie schon gesagt, eben leben.
10.4.18
Deutsche Willkommenskultur auf christdemokratisch
Ja, ja, das gibt’s auch. 'RTL next' berichtet:
„Eigentlich ist Köln-Dellbrück ein beschaulicher Vorort - doch das 'Hotel zum Bahnhof' ist immer ausgebucht! Die Dauergäste: 31 Flüchtlinge. Ihre Gastgeberin ist Andrea Horitzky, Hotelchefin und im Vorstand der CDU Köln. Pro Tag und Flüchtling kassiert sie von der Stadt 35 Euro. Das macht im Monat 32.550 Euro. Der Vertrag gilt sieben Jahre lang.“ usw.
Aber ich tippe mal: Die Unterbringungsverhältnisse für die Gäste sind zumindest denen ihrer Heimatländer angepasst.
9.4.18
Kurz zu Ungarn
Komfortable Zweidrittel-Mehrheit für den Regierungschef, Neo-Nazi und dicken Freund von Seehofer Viktor Orban!
Nach Ungarn muss ich jetzt auch nicht mehr hin.
8.4.18
Heil. Hubertus
Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil in der Dampflaberrunde von Deutschlands wichtigster Dampflaberrunden-Domina Anne Will:
„In fünf Jahren werden wir den Begriff ,Hartz IV' nicht mehr haben.“
Ja, mag sein. Aber dieselben Verhältnisse.
Ach, Kinners!
7.4.18
Einer fehlte noch in der Raupensammlung:
das Söderli
Söder in der BamS:
„Intoleranz gehört nicht zu Deutschland!“
Nee, nee, nee! Wat hammer gelacht!
6.4.18
Noch mal kurz und allgemein zum Abschluss der Woche
zu Dobrindt, Scheuer, Seehofer, Spahn, Wendt und Woelki
Dass ihr lieber Herrgott bei der Erschaffung des Menschen - so geht ja die fama - so liberal war und dem für seinen steinigen Weg das wertvolle Gut der Wahlfreiheit schenkte, jederzeit zwischen Stuss und Oberstuss, Krieg und Frieden, Liebe, Hass und Papperlapapp entscheiden zu können, muss man IHM fast in jedem Fall hoch an­rechnen. Aber mit dem Nachwachsen von dermaßen vielen unwahr­scheinlichen Arsch­löchern im eigenen Verein, hat ER wohl selber nicht gerechnet. Na, is auch egal. Dafür sind denn ja wenigstens seine Stellvertreter unfehlbar.
Meine Meinung.
5.4.18
Die gute Nachricht
Die gute Nachricht kommt heute mal ausnahmsweise aus der Katho­lischen Kirche. Ihr Cyberspace-Mitteilungsorgan 'kath.net' schreibt verzweifelt:
„Schweres Zerwürfnis in der Deutschen Bischofskonferenz“
Thematisch (Irgendwelche abstrusen internen „Abendmahl“-Proble­me) praktisch wie theoretisch als auch metaphysikalisch dem über­wiegenden Teil der Weltbevölkerung selbstverfreili mega-schnuppe, ist's nichtsdestotrotz in diesen hiesigen kölschen Breiten von relati­vem Interesse, all die weil sich der neue Erzobermufti Rainer Maria Woelki zum Oppositionsführer gegen jegliche Lockerungsübung im katholischen Betonbetrieb gemausert hat und die rheinische Glück­seligkeits-These, der Rainer-Maria sei ein dufter Kölschkumpel, mit dem man dufte Kölsch kumpeln könnte, sich damit als eine der üb­lichen Irrlehren erwiesen hat. Von einer "Opus Dei"-Orgelpfeife was anderes zu erwarten, hieße auch, einem verschimmelten Wunder­glauben aufzusitzen.
Aber wie gesagt:
Alles Sachen prinzipiell mehr aus dem Reiche Piepenhagen.
Und doch kommt Freude auf!
Man gönnt sich ja sonst nix.