Das Tagebuch

27.1.23
Am 27. Januar 1945 ...
… wurde das deutsche Vernichtungslager Auschwitz von der sowje­tischen Roten Armee befreit.
26.1.23
Alle meine Tiere
Mal abgesehen davon, dass die Bewohner der „Dritten“ und „Vier­ten Welt“ es schon seit Ewigkeiten gewohnt sind, mehr oder weni­ger alles gebraten, gekocht, roh oder lebendig zu verputzen, was 6 Beine hat und trotzdem zu langsam ist, um sich schnell genug vom Acker zu machen, und wir hier auch seit einiger Zeit diverse Insek­ten im Sonderangebot haben, welche uns die Lebensmittelindustrie im anonymisierten weil ganz und gar zerbröselten Zustand ins hors d‘oeuvre kippt wie z.B. den Mehlwurm und den Grashüpfer, und natürlich abgesehen von den weniger unterhaltsamen Tierchen wie Läuse, Wanzen, Schaben und den nichtsnutzigen Silberfischchen, die wir sowieso hier rumrennen haben, also abgesehen von dem und dem und alledem hat die EU nu dieser Tage nach langen, intensiven Verhandlun­gen zwei kleine Viecher zusätzlich zum Abschuss freige­geben, die Hausgrille (Acheta domesticus), als Ganzes gefroren oder getrocknet oder zu einem Pulver atomisiert, und die Larven des Glänzendschwarzen Getreideschimmelkäfers (Alphitobius diaperi­nus), und als „neuartiges Nahrungsmittel“ zugelassen.
(Pardon, ich weiß gar nicht, wo die immer alle her kommen, aber manchmal hab ich in meinem Text plötzlich so dermaßen lange Bandwurmsätze – oder ist Ihnen das egal?)
Wahrscheinlich hätte man klugerweise viel früher mit der „nachhal­tigen“, massenhaften Insektenfresserei anfangen und die gesamte „Landwirtschaft“ nicht dem Teufel oder ausgerechnet Bayer über­lassen sollen.
Ich komme zum Schluss:
Auch bei diesem Thema zeigt sich wieder mal, dass wir, die armen Mönschen, hier auf Erden artenmäßig nicht nur eine komplett über­holte, antiquierte Minderheit sind (siehe auch, falls Sie noch Zeit haben: Günther Anders, "Der antiquierte Mensch", Bd. I u. Bd. II), sondern auch für den weiteren Fortbestand der Welt eigentlich gar nicht gebraucht werden. Wir leben im Insek­ten­zeitalter; d.h. und daraus folgt: als die mit Ab­stand artenreichste Klasse haben nur diese Viecher den Anspruch auf den Herrscherthron, der Kartof­felkäfer und die Mücke, das wären, wenn‘s nach Mehrhei­ten ginge, das einzig rechtmäßige Kaiserpaar auf diesem Planeten.
Das Dumme ist nur, liebe Kerbtiere, liebe Insekten, werte Viecher, der Mönsch hat allein in den letzten 50 Jahren über 70 Prozent von euch blindlings und für nothing ausradiert und weggeputzt. Und da könnt ihr eure Mandibeln noch so weit aufreißen und mit den Bein­chen auf den Waldboden stampfen: Aus eurer weltweiten Insekto­kratie wird wohl nix mehr werden. Tja, knabber, knabber, sum sum sum. C'est la vie.
(Ich wüsste aber auch nicht, was denn besser wäre: So wie's ist zu belassen oder sich einer höchstwahrscheinlichen Terrorherrschaft durch den Glänzendschwarzen Getreideschimmelkäfer zu beugen ... Und dann wäre da ja noch die Sache mit dem Ekel. Würde mir auch schwerfallen, mich in der Angelegenheit zu entscheiden. Tendiere da letztlich aber eher zu: Nur ein toter Glän­zend­schwarzer Getrei­deschimmelkäfer ist ein guter ...)
25.1.23
Geschichten aus der Zeitenwende
Ein Abgesang in eins, zwei, drei, vier Akten
Das laufende Jahr soll nach den Wünschen und Vorstellungen der „letzten Generation“ ein Jahr des singulären, gnadenlosen Wider­stands-Still­stands werden.
Wohin man dann auch will,
nirgendwo soll‘s weitergehn,
nirgendwo kommt man noch durch,
überall steht man im Stau
und sich die Beine in den Burch,
nirgendwo bewegt sich was,
überall nur Hängen im Schacht.
Und immer und überall zu spät!
Nur rust will never sleep.
It's the Point of no return!
Es ist so weit
Herrschaften
und Doppelpunkt:

Die „letzte Generation“ hat freie Bahn
in Richtung Größen- und Verfolgungswahn.
wo Größen- und Verfolgungswahn
schon immer dicht beisammen war'n
Ja, sicher, die Party is vorbei,
Es hat sich ausgeschunkelt.
Don't look back.
Es ist vorbei ... bye bye...
Rabimmel, rabammel, rabumm ...
Doch ...
wenn nichts mehr geht,
wer kommt dann?
Die Straßenbahn?
Ja, kann sein.
Oder nicht sein!
Das ist hier die Frage.

Jedenfalls:
Die zumeist jungen Leute der „letzten Generation“ wollen dieses Jahr jeden Tag massenhaft überall und jwd, an allen wichtigen und unwichtigen Orten und für alle fühlbar mit vereinten Kräften und ihren Gebetsmühlen die Erde anhalten, (da musste erst mal drauf kommen!), sich irgendwo festkleben, bis der Arzt kommt,( wenn er denn kommt), dann noch irgendwas mit Kinderbrei machen und im Anschluss der Bundesre­gierung un­missverständlich die Pistole auf die Brust setzen und sie auffordern, einen – Achtung, jetzt geht‘s los! - Zitat Kölner Stadtanzeiger:
„einen Gesellschaftsrat einzuberufen, in dem zufällig ausgeloste Menschen sitzen. Hier sollten Schritte aus­gearbeitet werden, damit Deutschland ab 2030 klimaneutral ist.“

Hm. Einen Augenblick... ich muss mal ... überlegen ... ich weiß jetzt gar nicht ... hab ich – sagenwamal - in den letzten 40 Jahren
jemals einen größeren Stuß gehört.?!
Egal. Fast hätt‘ ich noch gesagt:
Kinners! Auch Sympathien haben ihre Halbwertszeiten!
Aber für mich is damit,
sowie ich so was hier mitkriege,
auch grundsätzlich ne Grenze überschritten.
Gott zum Gruß

P.s.:
Bevor irgendjemand auf die Idee kommt, mich (wieder) falsch zu verste­hen:
Dieser in Teilen zugegeben leicht vertrackte bzw. verünglückte Täckst sollte mitnichten als Klimadesaster-Negierung daherkom­men. Oder als 'ne Putinverharmlosung oder wat man sonst noch so in einen Pott zu werfen sich neuerdings angewöhnt hat. Auch wollte ich der „letzten Generation“ nicht den Kleber und Kartoffelbrei wegneh­men. (Okay, vielleicht n bisschen madig machen. Das wird man ja wohl noch usw.)
Ich wollte ihr nur mit auf den Weg geben, dass man, wenn man eine ernstzunehmende Protest- und Widerstands­truppe bleiben will, unbedingt vermeiden sollte, der Kölner Kir­chenzeitung eine solch hanebüchene Scheiße (siehe oben) zu erzählen. So was kriegt man nämlich nie wieder weg.(Es sei denn, ihr findet das gar nicht so bescheuert. Dann müssten wir neu diskutieren.)
24.1.23
Was hilft der Ukraine -
Das kleine Peng-peng oder das große Bum-bum?
Seit Wochen lese ich immer nur, der Streit zwischen den Fraktionen verschärfe sich, der zwischen Peng-peng und Bum-bum. Ein Streit übrigens auf beiden Seiten ohne auch nur den geringsten Anflug von irgendeinem Argument.
Ich bin ja nun kein großer Militärexperte oder Generalfeldmarschall wie die andern alle. Aber seit ich Nouripour gesehen … Ach, kennen se noch den Nouripour, den Omid Nouri­pour, einer von den grünen Generalfeldmarschallen oder -schällen (siehe Eintrag v. 26.11.22)? Also, seit ich den Nouripour vor ein, zwei Tagen bei Lanz oder Will oder weiß der Teufel bei wem gesehen habe, wie dieser saturierte, in sich ruhende, mit sich selbst vollidentische und selbstzufriedene, gänzlich zweifellose, sprechende Fleischklops die unwahrscheinli­chen Vorzüge vom Kampfpanzer Leopard 2 übern grünen Klee lobte, von diesem Gewaltungetüm und weltweit teuersten Militärmonster, und ihn dabei liebevoll „den Leo“ nannte, wusste ich wieder, was die Uhr geschlagen hatte. It‘s stupid. Aber es geht einfach nur ums Ficken. Ums Ficken und um Absatzmärkte.
Echt? So primitiv und banal?
Ja, denk ich mal.
Und ob mit Peng-peng
oder mit Bum-bum
ist dann letzten Endes
auch egal.

P.s.:
Ich für meinen Teil
bin da jetzt schon mal weg.
Ich mach bei euch
zum Verrecken nicht mit.
Vielen Dank und tschüssi
23.1.23
--------- „Unterm Radar“ ---------
Die neue Platte von Danny Dziuk
Wenn vom ersten Wort und ersten Ton an unmissverständlich klar sein soll, wohin die Reise geht, so wird sich Danny Dziuk gedacht haben, cover ich am besten zur Einstimmung einen wegweisenden Song von Rio Reiser und Ton Steine Scherben, und zwar in diesem Fall „Menschenfresser“. Da kann dann auch quasi nix in die Hose gehen.
Danach folgen 12 neue, frische Songs, die man praktisch wie theo­retisch nicht besser machen kann.
Jetzt ist natürlich so eine Platte kein Wundermittel gegen den Driss der Welt. Aber sie ist danach nicht mehr dieselbe. Die Platte und die Welt. Und man selber auch. Allein die Musik - drehte sich hier eine reine Instrumentalscheibe im Apparillo - brächte uns schon in andere Zustände. Und die Texte – ich erspare mir an dieser Stelle die unnötige Suche nach Superlativen - machen den Kohl dann end­gültig fett. Oder phat, wie Sie wollen.
Als Appetizer-Anspieltipp diene mein bisheriges Lieblingslied
„Alle reden durcheinander, doch keiner hört zu“.
Und wenn er eines Tages doch in der kulturindustriellen Hölle, in irgendeiner Hitparade landen sollte, dann - es tut mir leid, das so sagen zu müssen - ja, dann hat er wohl irgendwas falsch gemacht.
22.1.23
„Zwischen Bullenhelm und Nasenbein
passt immer noch ein Pflasterstein“
Der Landesinnenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul, 'Ersnguterjunge', war völlig fertig mit der Welt. Er hatte es echt nicht fassen können:
„Es wurde mir berichtet von Menschen, die komplett in schwarz ge­klei­det waren, Hosenbeine, Arme und sonstige Körperteile unter der Kleidung abgepolstert hatten. Masken und Brillen gegen Reizgas getragen haben und komplett vermummt waren ...“
Mein Gott! In was für einer Welt leben wir hier eigentlich?! Was für eine Verrohung und Ausdenfugengeratung! dachte sich Herr Reul und dachte weiter: Was bloß aus unsra schön Gesellschaft worden?' Dann rappelte er sich an­ständig zusamm, und führte weiter aus:
„Fast 500 Straftaten wurden gezählt. Man hat polni­sche Chinaböller in Schlammklumpen verpackt, um eine höhere Reichweite zu erzie­len. Einige Aktivisten sollen nach den Schuss­waffen der Polizei ge­griffen haben.“
Ohgottogott! Das war ja eine dolle Geschichte!

And now, Ladies and Gentlemen,
Zum Abgang once more,
zwo-drei-viertelvorvier:
‚Zwischen Bullenhelm und Nasenbein ...
da-da pass donoch ‘n hicks-ähn-Jäger­meister rein‘!
Herr Reul, der konnt' es fast kaum glauben.
So ging er erst mal eine rauchen.
Für den Rest des Tages war er fertig
und nicht mehr zu gebrauchen.
Und jetzt alle!!!
Zwischen Bullenhelm und Nasenbein ...
Hoch die Tassen! Jägermeister! Und hinein!
Herr Reul, der konnt' es fast kaum glauben.
Und so ging er erst mal eine rauchen.
Für den Rest des Tages war er fertig
und nicht mehr zu gebrauchen.‘
21.1.23
Internationaler Tag
… der Jogginghose
20.1.23
Zur Aktualität der sog. „Wannseekonferenz“
Dem türkischen AKP-Politiker Mustafa Acikgöz ist die deutsche „Wannseekonferenz“ mit Sicherheit bekannt gewesen. Jedenfalls passte ihm die zeitliche und inhaltliche Nähe zu der Veranstaltung, die dann die Welt von Grund auf veränderte, gut in sein Wahlkampf­konzept. So rief er u.a. in einer Neusser Moschee die gläubigen Tür­ken zur Vernichtung der Kurden auf und der ihm nicht minder un­sym­pa­thi­schen Sympis der Gülen-Bewegung. Danach befragt, ob er se noch alle hätte, antwortete er:
„Genau wie wir ihnen kein Lebensrecht in der Türkei geben, werden wir es ihnen auch nicht in Deutschland geben. Mit Allahs Erlaubnis werden wir sie überall auf der Welt aus den Löchern, in die sie sich verkrochen haben, rausziehen und vernichten.“
Ähm, wie hieß der Mann noch mal? Adolf?
Nee, der hieß Acikgöz. Wieso fragste?
Ach, nur so.
19.1.23
„Und ab geht die Lützi!“
Eine kurze Lützi-Nachlese
Wenn‘s nach Sauerlandstern Friederich Merz göngte, gäbe es heute kein Buch mehr von Herbert Marcuse, dem jüdischen Großfuton der Großen Verweigerung, keines von Adorno, Bloch & Benjamin und keins von Freud & Fromm, keins von Marx & Engels und keins von
undundund - wegen weil: Unterstützung kriminell respektloser Ver­einigungen, Alles­klebern und Schlammwerfern. Anders die Grünen! Die haben es auch ohne Bücher- und Protestverbieterei in jahre­langer Parlamentsschufterei geschafft, angeführt von Goebbels-Klon Frie­dolin Merz und seinen Christdemokraten, selbst rein theoreti­sche Fundamen­tal­kritik grund­sätzlich abzuschaffen & radikal aus allen Hirnen zu verbannen. (Wer da weiterhin was wissen will … die Klassiker sind noch alle vorrätig, in der Abteilung ‚Antiquiert, ver­schwurbelt und vergilbt bis tödlich langweilig - unsre Ladenhüter‘.)
Zurück zu Lützi.
Lützi war – und das war auch allen klar – nur ein Symbol. Und aus­gerechnet die Grünen, DIE Symbolparty überhaupt, nahmen das Kaff für bare Münze und verkauften sich und die paar Lützihütten an die herrschende Herrlichkeit von RWE. Nur, für was? Für was?!
Würde man RWE fragen, würde RWE sagen: "Für 'n Appel und 'n Ei," und schon wüsste man's. Nur die Grünen wissen es nicht. Oder wol­len es nicht.
Mit Aus­nahme von Cem Özdemir, der weiß es, der aktuelle Agrar- & Schweine­minister, der erste Bundesminister mit Migrationshinter­grund und staatlich anerkannte Sozialpädagoge. Der sagt immer, so wie auch gestern in der 'taz', wenn er mit seinem Schwa­ben-Latein am Ende ist und nicht mehr weiß, wie's weitergeht:
„Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden.“
Ja, wohl wahr. Aber als es dann fertig war ... äh, wann war Rom denn eigentlich fertig? Und wer kam dann? Die Vandalen? Genau. Und zwar genau in der Reihenfolge. Egal, zurück zu Cem.
Und wenn Cem ausgeredet hat und ihm auch ansonsten keine Aus­rede mehr einfällt, schaut er immer so lustig mit seinem migra­tions­hin­ter­gründigen Kuller-Augenaufschlag. Zum Schießen.