Das Tagebuch

29.11.19
Neue Hoffnung im Fall des großen Klunker-Klaus von Dresden
Während oder weil oder sowieso die Polente den Klunker-Klau von Dresden betreffend immer noch im Dunklen rumtappt, hat sich nun ein wahrhaftig fürstlicher Zombie aus dem Geschlechte derer von und zu Hastenichgesehen Elmira Prinzessin von Sachsen zu Wort gemeldet und ihre Hilfe angeboten und die Panzerknacker vorweg schon mal mit tödlichen Verwarnungen bedacht:
„Geben Sie die Schätze unverzüglich zurück, sonst werden Sie in ewiger Verdammnis in der Hölle schmoren.“ So Freifrau Elmira, die Fürstin der Finsternis.
28.11.19
Wir warten nicht aufs Christkind
... und für den Fall, dass Sie sonst nix zu tun haben:
- „Atheismus für Anfänger“ von Richard Dawkins
- „Trotz alledem – Mein Leben“ von Hannes Wader
- „Haltung und Widerstand“ von Jutta Ditfurth
und immer mal wieder neu zu entdecken
„Die Pest“ von Albert Camus
27.11.19
Die ganz neue Unübersichtlichkeit
Getreu dem Motto „Auch Arschlöcher für Deutschland sind nur Menschen und sollten nach Möglichkeit oder wenn's Sinn macht, auch als solche behandelt werden“ hat das ZDF mit einer Nicole Höchst, die seit einiger Zeit als Volksvertreterin im Bundestag rum­lungert, ein Interview gemacht. Die 'Welt' hat nun das Kunststück vollbracht und über das in dem Gespräch von dieser Mitbürgerin Erbrochene einen Artikel fabriziert, den man jetzt lesen kann oder auch nicht. Egal.
Ich fand eigentlich nur die Überschrift bemerkenswert, die da lautete:
„AfD-Politikerin Höchst vergleicht Merkel mit Hitler“
Wobei es sich allerdings nicht um einen Vergleich handelte, sondern um eine Gleichsetzung. Und auch so gemeint war. Und da hab ich dann eine Frage. Wenn für Arschloch-Else Höchst und ihre Partei­genossen Merkel und Hitler auf einer Stufe stehen, warum stinken die dann immer so gegen die Kanzlerin?
Ach, und dann hab doch noch zwei Fragen an die Unterhaltungs­industrie: Wenn man das weiß, warum lädt man die dann zum Ge­spräch ein? Und warum tritt man via Zeitung die Kotze auch noch breit?
Tja, das sind so Fragen ...
26.11.19
Halt stop Polizei!
'Zeit-online' meldet:
„Sachsen-Anhalt: Rainer Wendt wird nach Disziplinarverfahren die Pension gekürzt
Nachdem der Rainer Wendt, seit 2007 Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft im Deutschen Beamtenbund, doch nicht Staatssekretär wird, werden weitere Details bekannt: Nordrhein-Westfalen hat eine Disziplinarstrafe wegen nicht-gemelde­ter Nebeneinkünfte über seinen Axa-Aufsichtsratsposten und der jahrelang kackfrech einkassierten sog. „Doppelbesoldung“ (Pardon, kann man mit zwei-drei Wörtern nicht erklären) gegen ihn verhängt" usw usf.
Der Rainer! Das is mir auch son kleiner Frechdachs Tunichgut, oder?! Ein Schlingel, Strolch und Scherzkeks, ein hyperagiles Spitz­bübchen und Finanzexperte der besonderen Art, ein komischer Pechvogel, ein Politbürschchen mit ausge­prägtem faible für leicht krumme Sachen, Zocker, Zinker, Zombi-Christ, staatl. anerkannte Sonderbega­bung in den Fächern Denunzieren, So-tun-als-ob und Harmlos-durch-die-Gegend-laufen; erscheint andererseits aber auch irgend­wie nich so ganz von dieser Welt + zu doof, um ausm Bus zu gucken. Wahrscheinlich schwere Kindheit. Vielleicht isser auch nur 'n simpler, deutscher Otto Banal, ein kleinst­krimineller Mustermann­wicht, ein armes Würst­chen, ein Verkehrsopfer aus Absurdistan, dem man das zu früh gesagt hat. Wer weiß.
Als Staatssekretär im Innenministerium von Sachsen-Anhalt kann ich mir den aber trotzdem gut vorstellen. Da kann er jedenfalls nich viel kaputt machen.
25.11.19
*** EILMELDUNG *** EILMELDUNG ***EILMELDUNG ***
Einbruch ins Dresdner Schloss -
Staatsschatz des 18. Jahrhunderts gestohlen!
*** EILMELDUNG *** EILMELDUNG ***EILMELDUNG ***
Heute morgen sind unbekannte Täter ins Dresdner Stadtschloss eingebrochen und haben sich aus dem sog. Historischen Grünen Gewölbe drei Juwelengarnituren eingesackt. Wie die Generaldi­rektorin der Staatlichen Kunstsammlungen, Marion Ackermann, mitteilte, bestand die Beute aus einer Diamant-, einer Brillant- sowie einer Diamant-Rautengarnitur. „Der Materialwert ist nicht so hoch zu bewerten wie die Vollständigkeit des Ensembles", so Ackermann. Es handele sich um „einen Staatsschatz des 18. Jahrhunderts“, einen Staatsschatz, den wir der unermüdlichen Kleptomanie des Größeren Kurfürsten, hochwohlgeborenen Erbförsters & Kalauerkönigs Frie­drich August des Starken zu verdanken haben.
Falls also unsere cleveren Panzerknacker den Klunkerkram verhö­kern wollen, wird da wohl kaum was bei rumkommen. Oder wie die Ackermann es formuliert: „Die Einzigartigkeit der Schmuckstücke bringt es mit sich, dass das Diebesgut schwer zu verkaufen ist. Es ist dadurch auch dem Markt entzogen."
Für CDU-Innenminister Roland Wöller ist deswegen auch etwas völlig anderes von Belang:
„Diese Kunstschätze sind von unermesslichem Wert, weil der immaterielle Wert der Beute unschätzbar ist - für den Freistaat Sachsen, für alle Sachsen. Das war ein Anschlag auf die kulturelle Identität aller Sachsen".
Tja, so ist das nun mal, ihr lieben Sachsen, mit eurer teuren, tollen Identitäterät: Kannze dir im Endeffekt nix für kaufen! Das hat eure Innenpfeife zwar nicht damit gemeint, is aber so.

P.s.:
Wer sich wie ich unter diesem August, der berühmten Knallkanaille von Sachsen, nichts vorstellen kann, dem helfen vielleicht die fol­genden biographischen Notizen aus der sächsischen Staatskanzlei. Biddeschön, O-Ton Staatskanzlei:

»August der Starke« Friedrich August der I.
Geboren am 12.05.1670 in Dresden
Gestorben am 01.02.1733 in Warschau
Der prunkliebende Kurfürst und Kunstmäzen wird 1694 Nachfolger seines Bruders Johann Georg IV. und tritt 1697 zum Katholizismus über, um König August II. von Polen zu werden. Seine Untertanen dürfen per Dekret evangelisch bleiben. Im Bund mit Zar Peter I. und dem dänischen König löst er den Nordischen Krieg gegen Karl XII. von Schweden aus, der mit einer schweren Niederlage für Sachsen und mit dem Verlust der polnischen Königskrone endet. Er gewinnt sie mit russischer Hilfe 1709 zurück. August der Starke lässt seine Residenzen Dresden und Warschau nach französischem Vorbild ausbauen, hält Hof im Stile Ludwigs XIV. und ruiniert damit die sächsischen Finanzen. Sein Versuch, absolutistische Regierungsfor­men einzuführen, zerrüttet die innere Ordnung Sachsens noch mehr (u.a. Thorner Blutgericht). Legendär sind nicht nur seine Kraft, son­dern seine zahlreichen Mätressen, darunter Maria Aurora Gräfin von Königsmarck und Gräfin Cosel. Bei seinem Tod in Warschau hinter­lässt der Barockfürst völlig zerrüttete wirtschaftliche Verhältnisse in Sachsen.
Sein Einfluss auf die kulturelle Entwicklung Sachsens war jedoch groß. Viele Kulturdenkmäler enstanden in seinem Auftrag, so z.B. der Zwinger, die Schlösser Moritzburg und Pillnitz sowie die Parkanlage in Großsedlitz. Auf seine Anweisung wurde 1710 die Porzellanmanufaktur in Meißen gegründet; 1722 begannen die Neuorganisation und Erweiterung der Kunstsammlungen und die Vermessung der sächsischen Straßen. In dieser Zeit wurden auch die ersten Postmeilensäulen aufgestellt.“

Und wenn man dazu noch berücksichtigt, dass diese Bio-Notizen, in der sächsischen Staatskanzlei zusammengestrickt , allemal und allesamt wie üblich noch schwer rosagefärbt sind, und alle Sacksen und Säcksinnen sich daraus ne passende Identitäterä basteln sollen …
Aber wat sollet. Ich werde in diesem Leben eh nicht mehr meine Füße auf säcksischen Boden ... ach,äh, wie is das eigentlich, wenn man von Köln nach Berlin, äh, kommt man da eigentlich durch, ich glaub, ich nehm nächstes Mal sicherheitshalber den Flieger ...

p.s.:
Im Übrigen und sowieso: Mit welchem wie auch immer produziertem Diamanten-Gedrisse sich diese Kur-, Erz- und Sonstwas-Fürsten Tag und Nacht behängt haben, ist mir so unbeschreiblich scheißegal ... ich könnt's nicht mal in Worte fassen. Und ... und lebte ich in Sachsen, wäre mir das doppelt scheißegal. Von wegen Identitäterätätät.
24.11.19
Das gibt’s doch gar nicht!
Dpa meldet trotzdem:
„Deutschland hat der Türkei 354 "Leopard 2"-Panzer geliefert. Nun tauchen Berichte auf, dass sie auch an syrische Rebellen zum Kampf gegen Kurden weitergegeben worden sind.“
Da ruf ich noch einmal aus: Das gibt’s doch gar nicht! Und frage nach: Wie kann dat denn?
Nun, dpa weiter:
„Die Lieferung wurde ohne Auflagen für den Einsatz erteilt. Dem Nato-Partner war es lediglich untersagt worden, die Panzer an Dritte zu verkaufen oder zu verschenken.“
Ach so! Na, ja dann …
Übrigens: Hat man eigentlich jemals von einem - ich spreche hier nur von einem … einer würde mir ja schon reichen – von einem Rüstungsarbeiter den Satz gehört: „Die Toten tun mir auch schon irgendwie Leid.“Nee, ne?
Gibt’s doch gar nicht!
23.11.19
CDU-Parteitag
(Nich, dass mich das irgendwie interessieren würde …
is nur fürs Archiv)
Der Kelch is gottseidank, gelobt, getrommelt und gepfiffen, an uns vorübergegangen und Krampmadame-Karrenbauer laut dpa weiterhin erste Wahl für den Kanzlerkomikerposten. Der Herr Merz durfte wieder schön in die 2. Reihe zurücktanzen
. Das heißt jetzt nicht, dass ich den saarländischen Lappenclown besser finde. Der geht mir halt nur nicht so dermaßen auf den Sack wie dieser sauerländische Flötenfritze.
Natürlich, ja, natürlich muss ein Mensch in einer solch hohen, ver­antwortungsvollen Position nicht unbedingt der intelligenteste und seriöste von allen sein, und so gesehen könnte der Merz den Job auch ruhig machen, aber ein Kanzler, liebe Leute, ein Kanzler dieser unserer großen, wichtigen und führenden Bundesrepublik Deutsch­land darf doch nicht – und alle Umfragen bestätigen uns das doch seit langer Zeit – uns, seinem eigenen Volk – und die Junge Union lassen wir hier mal geschmeidig draußen vor der Tür - so pönibel permanentpenetrant aufn Sack gehen wie dieser, na ... Typ da oder? Oder bin ich da etwa wieder falsch im Bilde oder womöglich, äh, ach wasweißich?
22.11.19
Scheiße in der Lampenschale ...
Der 'Merkur', wie immer allzeit breit, berichtet in Überschallgesch­windigkeit:
„Greta Thunberg in Nöten:  'Mussten Boot abbremsen' - Verpasst sie die Klimakonferenz?“
- - - Von Richard Strobl, Sabine Oberpriller und Naima Wolfsperger
„Klima-Aktivistin Greta Thunberg segelt nach Europa: Ein Youtuber-Paar gibt ihr eine Mitfahrgelegenheit. Dann zieht ein Sturm auf. 
Greta Thunberg segelt mit einem Youtuber-Pärchen zurück nach Europa und zum UN-Klimagipfel nach Madrid.

- - - Während Ihrer Reise schwärmt Prinz Harry über die Klima­aktivistin.
- - - Doch jetzt läuft Greta Thunberg Gefahr zu spät zu kommen. 

Update vom 21. November:
Greta Thunberg läuft Gefahr, den Auftakt zur UN-Klimakonferenz in Madrid am 2. Dezember zu verpassen. Die Segeltour mit einem Youtube-Paar über den Atlantik geht bisher deutlich langsamer voran, als auf ihrer Reise in die USA im August. Der Grund könnte bei Freunden der Klima-Ikone Besorgnis auslösen: „Wir mussten das Boot abbremsen, um einige ziemlich raue Wetterbedingungen zu vermeiden“, schreibt die schwedische Klima­aktivistin auf Twitter. 

- - - Greta Thunberg in Nöten: Verpasst sie die Klimakonferenz?

Irgendwann Anfang Dezember hofft sie, in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon anzukommen. Von dort bis nach Madrid sind es dann noch knapp 600 Kilometer. Nimmt Greta Thunberg dafür den Zug, dürfte das noch einmal um die zehn Stunden dauern. „Jetzt sind wir wieder zurück bei vollem Tempo“, schreibt Thunberg auf Twitter. 
Ob das reicht, um pünktlich anzukommen, ist unklar. Nach einer Woche hat das Segelboot „La Vagabonde“ nur ein Drittel der Strecke zurückgelegt. Das ist auf der Webseite des Youtube-Paares live mitzuverfolgen. Auf dem Hinweg hatte es der norddeutsche Segelprofi Boris Herrmann mit seinem Co-Skipper Pierre Casiraghi geschafft, Thunberg mit einer Hochsee-Rennjacht in nur 14 Tagen über den Ozean zu bringen. Die Chancen, rechtzeitig anzukommen hingen von Wind und Wetter ab, heißt es in ihrem Umfeld."

So weit, so Merkur, so dingsbums.
P.s.:
Nur manchmal fragt man sich doch: Wie kommen Zeitungen wie der Merkur auf so ne Schreibe? Und da hilft einem z.B. WikiPedia. WikiPedia über den Merkur:
„Der Merkur ist mit einem Durchmesser von knapp 4880 Kilometern der kleinste, mit einer durchschnittlichen Sonnenentfernung von etwa 58 Millionen Kilometern der sonnennächste und somit auch schnellste im Sonnensystem. Er hat mit einer maximalen Tagestem­peratur von rund +430 Grad und einer Nachttemperatur bis -170 die größten Oberflächen-Temperaturschwankungen aller Planeten. Auf­grund seiner Größe und seiner chemischen Zusammensetzung zählt er zu den erdähnlichen.
Wegen seiner Sonnennähe ist er von der Erde aus schwer zu beo­bachten, Benannt ist der Merkur nach dem Götterboten Mercurius, dem römischen Gott der Händler und Diebe.“
Man kann's sich aber auch einfacher machen und das schöne, selbstkritische deutsche Volkslied anstimmen:
„Scheiße in der Lampenschale,
bringt gedämpftes Licht im Saale.“
21.11.19
Der Blick auf unsere Nachbarn
heute: Österreich
Heute schauen wir mal zur Abwechselung nach Österreich. Wie sind die eigentlich drauf? T-online meldet:
„Das leerstehende Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau am Inn soll künftig von der Polizei genutzt werden. 'Durch die zukünftige Nutzung des Hauses durch die Polizei soll ein unmissverständliches Zeichen dafür gesetzt werden, dass dieses Gebäude für immer einer Erinnerung an den Nationalsozialismus entzogen ist", erklärte dazu der Innenminister Wolfgang Peschorn.“
Tz tz, dat is auch so 'ne Art Logik.