Das Tagebuch

9.1.20
Neues vom Familienministerium
Karsten Giffey, Tierarzt und Ehemann von Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey (SPD), hat seine Arbeitsstelle verloren. Er war als verbeamteter Veterinär im Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales tätig, hat dort. bei seinen Arbeitszeiten geschummelt und Dienstreisen abgerechnet, die nie stattgefunden haben.
Was das bienenfleißige Schummeln betrifft, ist die Franzi übrigens auch kein unbeschriebenes Blatt. Für ihre mit Plagiaten noch und nöcher zusammengeklickte Doktorarbeit ist Frau Doktor jedoch im Jahre 2019 nur gerügt worden.
Auf Anfrage wollte sich weder Franziska noch ihr umtriebiger Kars­ten äußern. Dafür erklärte eine Sprecherin des Bundesfamilien­ministeriums:
„Die Ministerin äußert sich nicht zu persönlichen Angelegenheiten von Familienmitgliedern.“
2 Fragen hab' ich aber dennoch – mit Verlaub:
Wie dämlich bzw wie kackfrech darf man ... ach nee, komm, lassen wa das.
8.1.20
Sternstunden des Fernsehens
Diesmal aus Österreich. Die 'Tagesschau' berichtet:
„Während der Vereidigung der neuen österreichischen Bundesre­gierung durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen blendet der ORF versehentlich Untertitel einer Telenovela ein.
Die versehentliche Einblendung von Untertiteln der Telenovela „Alisa – Folge deinem Herzen“ hat aus Szenen der Vereidigung der öster­reichischen Bundesregierung in der ORF-Mediathek eine Groteske gemacht.
Dabei standen der 33 Jahre alte ÖVP-Chef Sebastian Kurz und der Bundespräsident Alexander Van der Bellen nebeneinander und da­runter zum Beispiel der eingeblendete Untertitel „Na, na du Küken?“. In einer anderen Szene stand unter beiden Politikern Screenshots der Untertitel „Du kannst hier anfangen. Als Kellner.“
Reality-TV vom Feinsten.
7.1.20
Gestern fand wieder das berühmte, traditionelle sog. Dreikönigstreffen statt
Und zwar das von der Fdp. Da treffen sich ja wie immer am 6. Januar die drei Unkaputtbaren von der FDP in einer Telefonzelle …
Aber lassen wa das.
Gibt Schlimmeres.
6.1.20
„Wandlung eines Wüterichs“
(Auch diesen Eintrag können Sie wieder guten Gewissens überspringen. Es geht um nichts.)
Ich lach mich tot! Laut Kölner Stadtanzeiger, pardon, laut Kölner Kirchenzeitung gibt es ein Wunder zu verkündigen, quasi eine „Wandlung“ der etwas anderen Art:
der Fleisch gewordene Opportunismus, getauft auf den Namen Markus Söder sei gerade dabei, „sich neu zu erfinden“, will meinen bzw. glauben, dass dieser Typus begänne, sein bisheriges „Denken kritisch zu hinterfragen“ - was das bei einem genuin unwandelbaren Chamäleon auch immer heißen soll.
Is aber auch egal. Darum geht’s auch gar nicht.
Hierum geht’s.
Es heißt: Söder wolle nicht Bundeskanzler werden. Und dafür gab er dem Stadtanzeiger folgende urkomische Erklärung:
„Ich glaube“, so Spaßmacher Söder, „dass die Deutschen die Bayern schon ganz gern mögen. Aber immer, wenn sie den Eindruck haben, ein Bayer will Kanzler werden, entsteht die Sorge, künftig aus dem Hofbräuhaus regiert zu werden.“
Gut, aus 'ner deutschen Kneipe, egal wo die steht, heraus regiert zu werden, is so ziemlich das Hinterletzte, was ich mir wünschen täte. Aber ich dachte, jetzt käm noch son unerquicklicher obligatorischer Bayern-München-Scherz oder dass mit nem bayerischen Stellver­treter Gottes das Maß für mindestens ein Jahrtausend eh schon übervoll gewesen ist ...
Dabei wär die Antwort auf die Frage, warum es keinen bayerischen Bundeskanzler geben kann und niemals geben wird, so simpel wie banal und ohne endloses Gelaber mit 2 Worten zu haben:
Is so.
Und Punkt.
So einfach ist das manchmal.
5.1.20
With God on Our Side
Oh my name it ain't nothin'
My age it means less
The country I come from
Is called the Midwest
I was taught and brought up there
The laws to abide
And that land that I live in
Has God on its side

Oh, the history books tell it
They tell it so well
The cavalries charged
The Indians fell
The cavalries charged
The Indians died
Oh, the country was young
With God on its side

The Spanish-American
War had its day
And the Civil War, too
Was soon laid away
And the names of the heroes
I was made to memorize
With guns in their hands
And God on their side

The First World War, boys
It came and it went
The reason for fighting
I never did get
But I learned to accept it
Accept it with pride
For you don't count the dead
When God's on your side

The Second World War
Came to an end
We forgave the Germans
And then we were friends
Though they murdered six million
In the ovens they fried
The Germans now, too
Have God on their side

I've learned to hate the Russians
All through my whole life
If another war comes
It's them we must fight
To hate them and fear them
To run and to hide
And accept it all bravely
With God on my side

But now we got weapons
Of chemical dust
If fire them, we're forced to
Then fire, them we must
One push of the button
And a shot the world wide
And you never ask questions
When God's on your side

Through many a dark hour
I've been thinkin' about this
That Jesus Christ was
Betrayed by a kiss
But I can't think for you
You'll have to decide
Whether Judas Iscariot
Had God on his side.

So now as I'm leavin'
I'm weary as Hell
The confusion I'm feelin'
Ain't no tongue can tell
The words fill my head
And fall to the floor
That if God's on our side
He'll stop the next war

(Bob Dylan)
4.1.20
Fliegengeschisse, das einfach nicht vergehen will
Anlässlich der 70-Jahr-Feier des nordrhein-westfälischen Landes­kriminalamtes war 2016 eine Studie in Auftrag gegeben worden über die ersten 4 Behördenleiter nach dem Krieg. Die ist nun dieser Tage fertig geworden und für die meisten sollen die Ergebnisse doch tat­sächlich einigermaßen erschreckend gewesen sein:
Alle 4 waren se schon in der dunklen Zeit – man kann sagen – sehr eifrig im Polizeidienste aktiv, so als stramme Nationalsozialisten und autodidaktische Massenmörder auch außerhalb des Reiches bei der Vernichtung unwerter Völker im Osten immer fleißig mit Feuer und Flamme vorneweg an vorderster Front, und danach dann mit Hilfe von Persilscheinen als staatlich anerkannte Widerstands­kämpfer bruchlos weiter in Amt und Würden, wie gesagt nacheinan­der als Leiter des Landeskriminal­amtes Mordrhein-Westfalen.
Und der amtierende Innenminister Herbert Reul (CDU) war bei der Veröffentlichung der Studie ganz besonders schockiert, der Herbert, der Herbert Reul, ein Mann, den so schnell nichts erschüttern kann, ein Demokrat von ausgesucht spezieller Denkungsart, humorvoll, sensibel und charmant.
Und wissense, wat der da bei der Feier ge­sagt hat, der Reul, wat der gesagt hat, bei der Feier da, wissense dat?
Nee, dat wissen se nich, dat können se gar nich wissen! Der hat da gesagt …
nee, nee, pass auf, der hat gesagt, hat er gesagt, hat er gesagt ...
nee, nee, hör mal, hör mal, hör mal, das glaubst du nicht ...
nee, nee, komma, komma, komma, pass auf, da hat der gesagt ...
ich dachte, das gibt’s doch nich, ha, ha, ha ...
da hat der echt gesagt, nee, dat kannse dir nich vorstellen ...
da hat der echt gesagt, pass auf, jetzt kommt's, da hat der gesagt:
„Aus heutiger Sicht hätten diese Männer niemals mehr als Polizisten arbeiten dürfen.“
Verstehse?
„Aus heutiger Sicht“! Hat er gesagt!
AUS HEUTIGER SICHT.
Is der nich lustig? Dieser Innenminister?
Aus heutiger Sicht.
Ja, aus welcher Sicht denn nicht?
Sie … Sie … Comedyminister, Sie!
3.1.20
Deutsche Leitkultur 2020
Honorarprofessor Dr. Günther Krause ist jetzt 66 und hat zwar schon ein mehr als beweg­tes Leben hinter sich, will jedoch, weil ihm wohl einer gesungen hat, mit 66 sei noch lange nicht Schluss, noch ein­mal so richtig durch­starten.
Aber der Reihe nach: Der Günther, aufgewachsen in Dunkeldeutsch­land – wofür er nix kann -, hatte 1990 als Chefunterhändler der DDR den deutsch-deutschen Einheitsvertrag unterschrieben, war dann 'ne Zeitlang Helmut Kohls Minister für ganz besondre Aufgaben und Verkehr, musste allerdings 1993 zurücktreten wegen kleinkriminell eingesackter Lohnkosten für seine Putzfrau, scheiterte im Folgenden dann, während die Erde sich auch ohne sein Zutun gnadenlos wei­terdrehte, als cleverer Stand-up-Unternehmer für Weißderteufelwat am laufenden Band, verließ eines Tages notgedrungen Hals über Kopp sein attraktives Anwesen an der Mecklembur­gischen Seen­platte kurz vor der Zwangsräumung und tauchte bis auf Weiteres unter in der anonymen Dunkelheit der postproletarischen Über­flüssigen. Das war so um 2018. Nu isser wieder aufgetaucht und sitzt aktuell in den Startlöchern für die diesjährige Reise ins RTL-Dschungelcamp.
Frage: Kann man noch tiefer sinken?
Ja sischer dat. Und zwar ganz einfach: Indem man z. B. auf Kosten solcher Existenzen als ultra­komischer Moderator dieses Elends seine Kohle verdient.
Aber es geht noch einfacher: Indem man sich vor den Fernseher setzt und sich das anguckt.
2.1.20
Schon wieder Österreich
Und schon wieder hat der alte Mann Recht behalten, der da sagte, Geschichte wiederhole sich immer zweimal – das erste Mal als Tra­gödie, das zweite Mal als Farce.
Und das sind se, die neuen Farcisten: Kurz und Kogler!
Schwarz-grüne Machtergreifung in Österreich – die Regierung steht!
Ok, der Kurz sieht besser aus als Hitler und den Kogler kennt keiner. Aber das wird sich alles schon noch ändern ...
1.1.20
Die Neujahrsansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel 2020
O-Ton Angela Merkel:
„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Heute Abend stehen wir nicht nur am Beginn eines neuen Jahres, sondern auch eines neuen Jahrzehnts. Und nun wünsche ich Ihnen ein gesegnetes und frohes neues Jahr.“