Das Tagebuch

17.1.21
„Tatort“-Kurzkritik
Ich brauchte keine 10 Sekunden: Zapp und weg.
(Ihr könnt mich mit eurem heimattümelichen Dialekt-Fetischismus alle mal kreuzweise a… A… l...
16.1.21
betr.:
Wahl des neuen CDU-Parteivorsitzenden auf dem CDU-Parteitag
Kann mich nicht entsinnen, dass mich solche Veranstaltungen in der Vergangenheit sonderlich interessiert hätten. Doch diesmal spielte sich geradezu Historisches ab: Endspiel für Flötenfritze Merz!
Und so sei dem Himmel gelobt, getrommelt und gepfiffen! Was habe ich in den letzten Monaten voll der Angst und in höchster Not haufenweise Rosenkränze runterlitaneit! Stoßgebete über Stoßgebe­te, kulminierend im finalen Seufszer aller empfindsamen Kreaturen „Oh, allmächtiger, gnädiger Strohsack! Lass bitte diese falsche Flasche an uns vorüber gehen!“
Und? Gern gebe ich es zu: Es hat geklappt! Den sind wir ein für alle Male los! Diese egomane Four-letter-word-Visage werden wir nie wiedersehen! Und gerne möchte ich ihm noch einen für diesen Ort vielleicht etwas ungewöhnlichen, ja extraordinären Gruß hinter­herschicken, einen Gruß, der mir gleich zweimal in letzter Zeit, gesendet im Öffentlich-Rechtlichen, in ganz normal serösen Spiel­filmen untergekommen war:
„Fick dich!“
14.1.21
Aus der Serie „Zapp & weg“
Peter Hahne, gnadenloser Moralin-Fachverkäufer, bekannt aus TV-Funk&Fuck, und nicht totzukriegender Jesus-Imitator aus der 3. Liga, hat sich 2 nagelneue Hüftgelenke reinpflanzen lassen. Und was gab der gute Mann als erstes nach der heiligen Narkose zum Besten?
„Dank dem Herrn, ich kann wieder gehen!“
Und zapp, weg war er.
12.1.21
„Post von Wagner“
Master F.J.Wagner, unser allerliebster Schmierlappen von Springers Gnaden, der kolumnierende Testosteron-Zwerg und irre Zeilenschinderhannes aus der Hauptstadt, der sie nicht alle auf der Latte hat, schenkt uns heute, nach einem intensiven Griff in seinen Hosenschlitz, ungefragt das folgende Meisterwerk deutscher Journalistenliteratur:

„Liebe Kamala Harris,
Sie sind auf dem ‚Vogue‘-Cover, während Amerika weint. Die Zeitschrift ‚Vogue‘ beschäftigt sich mit Mode, Stil, Look, Frisuren, Farben, Emanzipation, Nagellack. Sie sind demnächst die mächtigste Frau der Welt, Vize-Präsidentin der USA.
Mit Verlaub, mich interessiert nicht, welche Hosenanzüge Sie tragen, wie Sie Ihr Haar stylen und was für Schuhe Sie tragen. Mich interessiert Ihr Gehirn. Allein Ihr Gehirn macht Hoffnung und nicht Ihr Lagellack.
Zugegeben: Sie sind eine verdammt gut aussehende Frau. Sie haben ein Gesicht, das einem gefällt. Ein ‚Vogue‘-Model wird Vize-Präsidentin. Eine Vize-Präsidentin als ‚Voge‘-Model. Wie verrückt ist unsere Welt?
Herzlichst
Ihr F.J. Wagner“

Hör mal, Wagner!
Da ich Ihrem Therapeuten nicht ins ohnehin sinn- und erfolglose Handwerk pfuschen will, belasse ich‘s einfach bei der kurzen, klärenden Nachfrage: Sollte denn Ihrer Meinung nach die demnächst mächtigste Frau der Welt besser so eminent scheisse aussehen wie Sie?
Sehen se?
Na also.
9.1.21
Was gab‘s denn sonst noch?
Ach ja, die heiligen 3 Könige, die Vollweisen aus dem Abendland: Röttgen, Merz und Laschet.
Oder war da noch so einer? Ja, sischer dat:
„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mk. 1,2-3 Söder)
6.1.21
betr.: Trumps Pack stürmt stundenlang das Kapitol
Fragen eines lesenden Mescalero ...

Natürlich ist der Trump ein Idiot.
Natürlich gehört der in die Klapse.
Natürlich ist der Trump die derzeit hohlste Nuss im wilden Westen.
Und natürlich und zu Recht der Führer seiner ebenso erstaunlich rabiaten wie schlicht strukturierten Gemeinde. Narürlich.
Natürlich, natürlich, natürlich. Ja selbstverständlich!
Und trotzdem.
Die einhellige, entrüstete, abgrundtief ehrliche Frage hierzulande
„Wie können denn nach 4 Jahren ungeheuerlicher Lügerei so viele Amerikaner bloß immer noch diesem Riesenarschloch gläubig hinterherlaufen?“,
die hat doch auch etwas Komisches an sich. Oder?
Oder simpel andersrum gefragt:
Was sind denn knapp 50 Prozent gegen praktisch 100 Prozent?
Und was 4 Jahre gegen 12?
So viele Geschichten.
So viele Fragen.
5.1.21
In eigener Sache
Ab morgen, vom 6. bis zum 28. Januar, werde ich abgetaucht sein im entschleunigten, analogen Reich eines, nein, nein, nicht eines fernabgelegenen buddhistischen Ohnesorgtheaters, auch nicht in den kryptischen Verliesen des Kölner Doms zur Vollendung des Werkes vom legendären Bomber Harris und auch nicht in den Blechlawinen eines der derzeit so beliebten Ski- und Rodelgebiete Nordrhein-Westfalens. Nein, sondern ganz banal in ein Reha-Klini­kum zur Beobachtung, Untersuchung und Behandlung meiner Fort­schritte im Bereich Morbus Parkinson.
Je nach dem, ob sich da was machen lässt, werd ich dort an dem Tagebuch weiterwerkeln, und später dann vielleicht nachtragen. Der eine oder andre Witz wird da ja wohl bei abfallen.
Bis denne
4.1.21
Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit der Tagesschau.
Im Studio heute: Susanne Daubner:
„Die Bundesregierung hat im Jahr 2020 Rüstungsexporte für mehr als eine Milliarde Euro an Länder genehmigt, die in die Konflikte im Jemen oder in Libyen verwickelt sind. Alleine für Ägypten wurden bis zum 17. Dezember Ausfuhren von Waffen und militärischer Aus­rüstung im Wert von 752 Millionen Euro erlaubt. Das geht aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour hervor.“
Nee, komm, ich bitte dich: Anderes Thema, Susanne Daubner!
„Krieg und Gewalt aber auch die Corona-Pandemie haben im ver­gangenen Jahr das Elend vieler Kinder im Jemen weiter verschärft. Millionen Jungen und Mädchen seien unterernährt oder hungerten, warnte das UN-Kinderhilfswerk Unicef. Wegen des anhaltenden Bürgerkriegs herrscht im Süden der arabischen Halbinsel seit län­gerem eine humanitäre Krise.
5 Millionen Kinder haben laut Un nicht genug zu essen. Im Winter dürfte sich die Situation dramatisch zu spitzen. 5 Jahre Bürgerkrieg, eine Seeblockade und wirtschaftlicher Niedergang treffen die Schwächsten am schlimmsten. Zudem wütet Corona im Land. Hilfsorganisationen sprechen von der schlimmsten Krise der Welt.“
Und jetzt zählen wir mal 1 und 1 zusammen.
Ich wünsche Ihnen eine geruhsame Nacht.
3.1.21
Zapp & weg, 1/21
Der in allen denkbaren Disziplinen (ausgenommen der der Verbrei­tung von tödicher Langeweile) moderate Fernsehmoderator Jörg Pilava hat seiner ‚MoPo‘, der Hamburger ‚MorgenPost‘ im Vertrauen erzählt, er „fühle sich in Hemd und Sakko nicht wohl.“ Hemd und Sakko würden ihn „nerven“. Das sei sein „einziges Problem.“
Ein glücklicher Mensch!
Zapp & weg.