Das Tagebuch

7.1.23
Und weiter geht‘s!
Es ist noch kein einziger der 145 kurzfristig festgenommenen, po­tentiellen Knall- und Krawallbrüder aus der Sylvesternacht ange­klagt, geschweige denn von einem Gericht zu irgendeiner Strafe verböllert worden, da verlangt der innenpolitische Sprecher der CDU, Frank Balzer, nee quatsch, Frank Böllerbalzer, von der Polizei die Veröffentlichung der Vorna­men der Betroffenen, was der Polizei in diesem Staat aller­dings nicht erlaubt ist.
Man fragt sich natürlich: Was will der Mann mit all den Vornamen? Die Vornamen beweisen doch gar nichts, höchstens die Tatsache, dass alle andern auch nen Vornamen haben. Genauso könnte er von jedem der 145 ein Photo ihrer Nase verlangen. Was auch nicht groß weiterführen würde. Denkbar wären auch genaue Zahlen und alle Daten, die die jeweiligen Schädel­vermessungen ergäben - und zwar mit dem­selben Effekt. Oder schaue er auf das weite, weite Feld der humanen Gene, DNS und DNA! Mein lieber Herr Gesangsverein! Was für irre Möglichkeiten sich da bieten durch vollkommen neuartige, weltweit noch gänzlich unvorstellbare AffenZeckenFledermaus­Ba­zillenRattenVirenGonokokkenVögelSchweinepestundKatzenPockenPandemien! Oder eben - wenns schnell ge'n soll - reiche auch nur ne heftige aber nach­haltige Untersuchung der jeweili­gen Geschlechts­organe.
Die handelsübliche Befragung am nächsten Morgen durch die Ber­liner Polizei hatte übri­gens er­geben, dass unter den 145 Verdäch­tigen 45 Deutsche und 17 weite­re Nationalitäten, darunter 27 Af­ghanen und 21 Syrer waren. Und 94 der 145 waren jünger als 25 Jahre und darunter 27 Minderjährige.
Aber zurück zu unserer Ausgangsfrage:
Wofür, wozu und zu welchem Zweck braucht denn zum Teufel eine unverhohlene Nazibirne wie der innenpolitische Sprecher der CDU überhaupt die exakten Infos über die Herkunft dieser Leute?
Ooooch upps! Ich glaub', mit der Frage hatt ich schon was verraten.
Oder nich?
6.1.23
Faktenchecken
in der aktuellen Sylvesterböllerverbotshysteriedebatte
Here we go:
- Fakt ist, dass bei den nächtlichen Neujahrskrawallen in der Tat mehrheitlich Migranten beteiligt waren.
- Fakt ist, dass in den „sozialen“ Medien, schon als der Morgen däm­merte, die Anzahl der Rassisten ohne „Migrationshinter­grund“ die Anzahl der Krawallmacher exponentiell überstieg.
- Fakt ist, dass für all diese Rassisten die gesetzliche Unschuldsver
mutung ein Fremdwort war.
- Fakt ist, dass für Rassisten Gewalt noch nie ein Problem war.
- Fakt ist, dass Rassismus keine Meinung ist, sich deswegen auch nicht auf Meinungsfreiheit berufen kann. (Hätte Hitler auch nicht getan.)
- Fakt ist, dass es keine Rassen gibt, dass das aber die Rassisten gar nicht stört.
- Fakt ist, dass all diesen Rassisten nur der Rassenhass ihrem Leben einen Sinn verleiht.
- Fakt ist für die unterm Strich nur: Hasste was, biste was.
- Fakt ist weiterhin, dass es für diese migrantischen Krawallmacher mindestens ... lassen se mich kurz nachrechnen: 1,2,3,4,5,6,7 ... mindestens 8 Gründe gibt, warum sie ruhig weiterhin Unruhe stiften sollten. Ja, vielleicht sollten sie sich ausnahmsweise doch noch ein Beispiel an den hiesigen Ureinwohnern nehmen und einfach mal ‘ne Stiftung gründen, eine Unruhestiftung.
Dann kann man auch besser damit rechnen.
5.1.23
Professor Dr. Ratzefummel geht heute six feet under
Nachdem der tiefreligiös bescheidene Papa Bene XVI. zwei, drei Tage lang von seinen abergläubigen Schafen in der offenen Toten­kiste beglotzt werden konnte, so wie es bei Abgängen in solchen Vereinen seit der Steinzeit halt abusus ist, laufen heute nun die letzten Vorbereitungen zur finalen Verklappung auf Hochtouren – und auch hier unter permanenter Beobachtung und unerbittli­cher Anteilnahme durch die mehr oder weniger neugierige Weltpresse, und vorne weg natürlich wie immer mit dabei: die ebenfalls sehr christliche ‚BILDZEITUNG‘, Europas größtes Drecksblatt. Und die ‚Bildzeitung‘ („BILD sprach zuerst mit dem Toten!“) fragt in ihrer doch eher etwas scheinheiligen, fettgedruckten Doku-Art:
„Fast schon gruselig!
 Warum sieht man eigentlich den Leichnam von Benedikt XVI.?“
Tja, warum wohl? Warum?
Damit ihr nicht übermorgen um die Erde twittern könnt:
„RATZINGER MIT HAUT UND HAAREN
IN DEN HIMMEL AUFGEFAHREN!“
Nur die ‚taz‘ titelt unbeirrt:
„Ratze in Frieden“
4.1.23
Ronaldo in Saudi-Arabien
„Es ist nicht das Ende meiner Karriere, nach Südafrika zu kommen.“
Ja, und dann sagte er noch:
„Ich bin so stolz und glücklich.“
Nun, vom Fußball hab ich so viel Ahnung wie 'ne Kuh vom Fliegen. Halte mich da aus diesem Grunde diesbezüglich auch lieber raus.
Habe aber gehört, es gönge selbst auf dem Feld nur noch ums Geld. Was in dieser radikalen Ausschließichkeit wiederum ebenso nicht so ganz stimmen kann. Denn es geht da auch um Dummheit und Stolz, die da wachsen auf einem Holz.
3.1.23
Für das neue Jahr
Für das neue Jahr hatte ich mir fest vorgenommen, im ‚Tagebuch‘ ausschließlich nur noch die wichtigsten und allerwichtigsten Ereig­nisse festzuhalten. Doch schon die erste Tickermeldung des Jahres machte mich ratlos:
„Vatikan. Der emeritierte Papst Benedikt XVI. ist heute in der Syl­vesternacht verstorben.“
Und schon befinde ich mich wieder im Grübel­modus:
Ist das jetzt von einer wie auch immer gearteten Wichtigkeit? Hat das überhaupt irgendeine Bedeutung? Berührt mich das? Oder kann uns das in toto completto schnuppi und schnurzpiepenhagen sein? Und wenn's so is, wie's ist: Muss ich's dann hier unbedingt notieren? Und wenn, für wen denn? Für dich? Für mich? Für uns? Für alle und immer und ewig? Also für nix und wieder nix? Für umsonst??! Wo uns und urbi et orbi dieser Typus ausnahmslos sein Leben lang doch am Arsch vorbeidefiliert ist!
(Ich mein, ich frag ja nur.)
2.1.23
Meine Prognose erspar ich Ihnen
Man muss das Video unbedingt gesehen haben. Man glaubt es sonst nicht. Man kann noch so sehr Neutralität, Objektivität und höfliche Zurückhaltung walten lassen – aber ohne det Video mit eidesstatt­lichem Echtheitszertifikat hielte jedermann und jedefrau diese Ge­schichte für ausgekochten fake:
Da steht unsere komische Bundesverteidigungsministerin Frau ähm Lambrecht wie bestellt und nicht abgeholt an irgend‘ner halbtoten Kreuzung im Berliner Bezirk Friedrichshain sich mutterseelenallein die Beine in den Bauch und ab und an hupt ein leeres Taxi vorbei, und ansonsten hört man vornehmlich das infernalische Gezische, Geballer und Geknaller, mit dem die Ber­liner ab Mitternacht tra­ditionell das neue Jahr beböllern. Man sieht genau, wie sich die Lippen unserer Bundes­verteidigungsministerin bewegen und hin
und wieder ver­steht man sogar, allerdings nur mit größter Mühe, Bruchstücke dessen, was die Dame da als ihre Neujahrsansprache verstanden haben will. Die FAZ schreibt, ohne auf die ihr eigene leichte Ironie zu verzichten:
„In dem Video hatte Lambrecht gesagt, das Jahr 2022 sei mit un­glaublichen Herausforderungen verbunden gewesen. ‚Mitten in Europa tobt ein Krieg. Und damit verbunden waren für mich ganz viele besondere Eindrücke, die ich gewinnen konnte, viele, viele Begegnungen mit interessanten und mit tollen Menschen. Dafür sage ich ein herzliches Dankeschön.‘ Sie dankte zudem den über Neujahr arbeitenden Einsatzkräften.“
Die CDU-“Verteidigungspolitikerin“ Serap Güler forderte Kanzler Olaf Scholz auf, Lambrecht auf der Stelle zu entlassen, von der Ampel war keiner bereit, die Verteidigungsministerin zu verteidigen und ein Sprecher ihres Mysteriums meinte:
„Die Worte von Frau Lambrecht im Video stehen für sich. Es ist nicht an mir, das zu kommentieren.“
Und in den sog. äh sozialen Medien war man, wen wundert's noch, zu über 100 Prozent dagegen ganz anderer Meinung.

P.s.:
Wir ahnten ja, dass die Frau nicht (mehr) alle Nadeln anner Tanne hat. Jetzt hammers aber schriftlich.
q.e.d.
1.1.23
Das Wort zum neuen Jahr
hat Rio Reiser (Ton Steine Scherben)
Mein Name ist Mensch
Ich habe viele Väter.
Und ich habe viele Mütter,
Ich habe viele Schwestern,
und ich habe viele Brüder.
Meine Väter sind schwarz
und meine Brüder sind gelb
Meine Mütter sind rot
und meine Schwestern sind hell.

Ich bin über zehntausend Jahre alt,
und mein Name ist Mensch!
Ich bin über zehntausend Jahre alt,
und mein Name ist Mensch!

Und ich lebe von Luft,
und ich lebe von Liebe,
Ich lebe von Licht,
und ich lebe von Brot.
Ich habe zwei Augen
und kann alles sehn.
Ich habe zwei Ohren
und kann alles verstehen.

Ich bin über zehntausend Jahre alt,
und mein Name ist Mensch!
Ich bin über zehntausend Jahre alt,
und mein Name ist Mensch!

Wir haben einen Feind.
Er nimmt uns den Tag,
er lebt von unserer Arbeit,
und er lebt von unserer Kraft.
Er hat zwei Augen,
und er will nicht sehen.
Und er hat zwei Ohren
und will nicht verstehen.

Er ist über zehntausend Jahre alt
und hat viele Namen.
Er ist über zehntausend Jahre alt
und hat viele Namen.

Ich weiß, wir werden kämpfen,
ich weiß, wir werden siegen,
ich weiß, wir werden leben,
und wir werden uns lieben.
Der Planet Erde
wird uns allen gehören,
und jeder wird haben, was er braucht.

Es wird keine zehntausend Jahre mehr dauern,
denn die Zeit ist reif.
Und es wird keine zehntausend Jahre mehr dauern,
denn die Zeit ist reif.
(1971)

***
Jenseits von Eden

Heiß, heiß, kochend heiß,
heiß, heiß, hundert Grad,
heiß, heiß, glühend heiß,
heiß, heiß, blühend weiß.
Jenseits von Eden.
Euphrat und Tigris
Allah wollte es - so
Sechshundertsechsundsechzig
schütze uns vor Gestern
Eins neun dreiunddreißig
In 3D und Farbe
Dann ist Sendepause.
Das war der Wilde Westen.
Hält Gott die Zehn Gebote?
Ich will nicht,
daß du in schwarz gehst
weil ich tot bin.

Wo warst du im Krieg?
Weißt du, was ich meine?
Du warst auf der Suche,
ich war auf der Flucht.
Hörst du die Räder rollen?
Durchsichtig und klar
Irgendwann in der Nacht
In Musik gebadet
Jede Blume hat ihren Schatten
Zweitausend Lieder
Zweitausend Tode
Mamamama, warum hast du mich gebor'n
oder hat mich der Esel im Galopp verloren?

Ach ich spring ins Leere.
Halleluja Schwestern
Ich hab den Text vergessen
, ich bin mein Fragezeichen.
Doch ich komm morgen wieder,
gib mir deinen Segen.
Liebe, was ist das?
Das ist das Leben in der Stadt,
was soll daran schlecht sein?
Liebe kommt von unten.
Liebe hat schwache Worte.
Ach ich bin so müde.
Ich geh hier nicht weg,
geh zurück ins Meer,
such mir meinen Engel.
Wer ist hinterm Spiegel?
(1981)

(Rio Reiser)
29.12.22
Und für den lächerlichen Rest des Jahres …
… hab ich mir witzefrei genommen.
28.12.22
Was bin ich? Robert Lembke oder was?
Wahrscheinlich ist es wie zumeist nur eine Frage der Gewöhnung. Man muss nur oft genug und regelmäßig jeden Morgen im ‚Kölner Stadtanzeiger‘ Worte wie die „Geflüchteten“ oder „Studierenden­revolte“ lesen und gefühllos drüber hinweg gehen wie über eine anner Hacke hartnäckig festklebende Mischung aus Kaugummi und Hundescheisse, und schon macht es einem praktisch nix mehr aus. Es fällt einem auch gar nicht mehr auf. Mein morgentlicher Bedarf an staatstragender Komik ist damit nach geflüchteter pardon nach flüchtiger Stadtanzeiger-Lektüre jedenfalls gedeckt.
Doch etwas anders war mir an diesem Morgen.
Herr Gernot Kiefer, Chef und Vorstand des GKV, des Spitzenverban­des der zentralen Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland (Puuh, mein lieber Schwan!), warnt vor Milliardenlöchern in der Pflegeversicherung und ver­sichert im Gespräch mit dem ‚Stadtanzeiger:
„Der Beitragssprung, der auf die Versicherten und Arbeitgebenden zukommt, wird immer größer.“
Ja, wird wohl so sein. Aber wer zum Teufel sind denn jetzt schon wieder diese „Arbeitgebenden“?
Nun, nachdem ich eine kleine, re­präsentative Umfrage unter mei­nen Sympathisanten gestartet hatte, war klar, wie ich oben zu recht vermutet hatte: Die ham sich alle schon so an diesen Gender-Stuss gewöhnt … da kann ich jetzt auch nichts mehr dran ändern.