Das Tagebuch

3.2.24
Ach, Baerbock, ach!
Was schreibt denn heut' der ‚Kölner Stadtanzeiger‘ so? Nun, der ‚Kölner Stadtanzeiger‘ schreibt heut' so was hier:
„Baerbock kritisiert Israels Pläne-
Ministerin warnt vor Militäreinsatz im Süden des Gazastreifens“
Mal davon ab, dass wir beide, Annalena, du & ich, doch bestimmt darin übereinstimmen, dass ein Deutscher wohl der allerletzte sein wird, auf dessen gute Ratschläge die Iraelis grad noch gewartet haben ... oder anders:
Angenommen, du meckerst über Israels Verteidigungskrieg nur, um zu Hause innenpolitisch von unseren volkseigenen Antisemiten ein paar Stimmen abzugreifen - dann machet meinetwegen in Gottes Namen. Aber, sach ma, hasse denn nich noch so’n schönen, schi­cken, knappen, geilen 5-Punkte-Plan auf Lager? Wie vor ’ner Woche für ’n Sudan?
Und, apropos, ‚Stadtanzeiger’! Man ist ja inzwischen so einiges von dir gewohnt. Aber die Seite 2 unter der Überschrift „Es geht nur mit Kompromissen“ completti complotti vollzumachen nur mit unserer Weltaussenministerin und davon ein gutes Drittel ‘ne Fotostrecke wie aus 'nem Model-Bewerbungs-Dingsda für die ‚Cosmopolitan‘ – ist das nicht ’ne kleine Idee zu dick aufgetragen?
Ja, gut, okay, es geht halt nur mit Kompromissen.
2.2.24
Worauf man bei der leidigen AfD-Verbotsdiskussion
unbedingt wenigstens achten sollte
Wenn man die Thüringer zur Abwechselung mal nicht fragen würde, was sie, wenn am nächsten Sonntag Wahlen wären, wählen würden, sondern wer besser aussieht: Hitler oder Höcke, dann würde man mit dem Ergebnis zwar auch nichts anfangen können, aber die Thüringer würden sich wenigstens malendlichernstgenommenfühlen. Glaubich.
Nur mal so als kleiner Tipp. Von wegen Demokratie und so.
1.2.24
Noch ne neue Spaßpartei
Auf Geheiß des bekannten türkischen Großmoguls, Ziegenzüchters und echt sympathischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan wird gerade an einer neuen interessanten Partei für Deutschland rum­gebastelt. Nach allem, was man bisher hat läuten hörn, soll das eine kämpferische, moderne, muselmanische Volkspartei werden, die sich auf einen einzigen Programmpunkt konzentrieren will. Und soll:
„Hoch lebe die Türkei!“
und
„Hoch lebe Recep Tayyip Erdogan,
Allahs mächtigster Mann jenseits der Dschehenna!“
Der Name der Partei wird lauten
"DAVA - Demokratische Allianz für Vielfalt und Aufbruch".
Und damit hat Erdogan jetzt schon bereits einen Weltrekord hinge­legt, von dem noch zu sprechen sein wird,
eine Partei mit 5 faust­dicken Lügen allein im Namen:
DAVA - Demokratische Allianz für Vielfalt und Aufbruch.
Eine Partei mit 5 faustdicken Lügen allein im Namen.
Amen
Viel Spaß.
31.1.24
Und so geht das schon seit ewigen Zeiten
Wenn der ‚Kölner Stadtanzeiger‘ etwas Offensichtliches nicht fassen kann, dann formuliert er das um in eine Frage:
„Terrorhelfer beim UN-Hilfswerk?“
Und als Leser setzt man automatisch hinzu:
„Wie? Terrorhelfer beim UN-Hilfswerk ... Kann ja gar nicht sein!“
Und wenn er dann weiter liest:
„10 Prozent der 12000 UNRWA-Mitarbeiter sind laut Israels Geheim­dienst für die Hamas aktiv“,
dann hört er sich sagen: „Ja, ja, alles klar, der Mossad.“
Dass man den ‚Stadtanzeiger‘ mit Vorsicht genießen muss wie auch generell die ARD-Berichterstattung (mit Ausnahme der Beiträge, so weit ich das überblicken kann, von Richard Chaim Schneider), gehört zu einer kritischen Lektüre. Und trotzdem läuft das immer so ab. Das nur vorweg. Weiter im Stadtanzeiger-Artikel:
„Das Problem der UNRWA sind nicht nur ein paar faule Äpfel, die in das Massaker vom 7. Oktober verwickelt waren, zitierte das ‚Wall Street Journal‘ (Ja, ja, Wallstreet, logo) einen hohen israelischen Regierungsbeamten. (Und? Hat der auch 'en Namen? Is ja seltsam.) „Die Institution als Ganzes ist ein Hort für die radikale Ideologie der Hamas.“ (Was heißt denn hier’ Die Institution als Ganzes’?) „UNRWA steckt schon seit langem mit den Terroristen der Hamas unter einer Decke.“ (Und die Beweise? Wo sind denn die Beweise?) sagte Isra­els Botschafter in Deutschland, Ron Prosor. dem ‚Tagesspiegel‘. (Was soll der als Botschafter schon anderes sagen?) Schon die Attentäter des Müncheners Olympia-Massakers von 1972 seien Absolventen von Schulen des Hilfswerks gewesen.“ (Ach was! Da gab’s die Hamas ja noch gar nicht.)
Tja, manchmal reicht es nicht mal, immer schön zwischen den Zeilen zu lesen. Da ist nämlich auch schon der Wurm drin.
30.1.24
Huhuhuhuuh,
es geht schon wieder ein Gespenst um in Germany
Nee, nich' ganz! Es sind sogar mehrere Gespenster unterwegs. Nur diesmal keine kommunistischen, sondern welche mit nem mehr oder weniger schweren Naziknall. Zu den lustigerweise mittlerweile schon gut etablierten Arschlöchern für Deutschland haben sich noch zwei weitere halbseidene Trüppchen aufgemacht, dieses Land zu ruinie­ren:
Zum einen die frischfrommfröhliche Gemeinschaft der Scheinheiligen formerly known as Werteunionisten, abtrünnige Christen unter der Führung eines waschechten, veritablen Verfassungsschützers, kurz: die „Abtrünnigen“, und zum anderen die neo-nationalen Korinthen­picker von der Partei „Ne schöne Frau anna Spitze ist bereits die halbe Miete; ansonsten nehmen wir alles, was kommt, nur keine selbsternannten, durchgebrannten Vollidioten“, was einzuhalten wohl mit einigen Schwierigkeiten ver­bunden sein wird.

Hey, und was machense sich wegen der neuen die Hosen voll, unsere alteingesessenen Altvorderen! Okay, gut, ich hab mich auch schon mal ver­tan und verdacht. Da hab ich zu Anfang angenommen, keine Panik, dieser AfD-Faschospuk ist bald vorbei, spätestens dann, wenn se sich, wie's bei Nazis zu Hause so usus ist, gegenseitig „als Verräter an die Wand stellen und abknallen.“
Doch irgendwie bin ich in letzter Zeit etwas vorsichtiger ge­worden mit meinen lockeren Prognosen. Zwar sind die strukturellen Grundfesten der parlamentarischen democracy einigermaßen sicher, das Dumme ist nur, dass das Volk zu dem Spiel irgendwie dazuge­hört. Und das ist leider, leider nicht zu vermeiden. Oder zu umgehen.
Na, woll'n wa ma hoffen, dass es auch Gespenster bleiben.

P.s.:
Ohweia, da is mir ja wieder eine erstaunlich witzefreie Nummer ge­lungen! Das sollten wir uns hier aber nicht zur Gewohnheit machen, oder?
29.1.24
Über den Mühen der Ebene
DIE Obernachricht heute in Deutschland:
„Landratswahl im Saale-Orla-Kreis in Thüringen
CDU-Mann Herrgott gewinnt Stichwahl gegen AfD-Kandidaten“
So meldet sich heute der ‚Spiegel‘. Und für alle, die das für’n Fake halten, sendet er noch n paar Details hinterher:
„Das Ergebnis fällt äußerst knapp aus: Bei der Landratswahl im ostthüringischen Saale-Orla-Kreis hat sich CDU-Kandidat Christian Herrgott gegen AfD-Mann Uwe Thrum durchgesetzt – mit rund 52 Prozent der Stimmen.“
Christian Herrgott … tz tz tz. Fehlt nur noch, dass der Typ Pfarrer ist. Und vielleicht noch Papst werden will. Oder Gegenpapst.
Nee, laut Wikipedia, ist der nur ein harmloser Zeitsoldat. Und sitzt als Generalsekretär der CDU im Thüringer Landtag.
Also, ich bin ja weder gläubig noch abergläubisch, aber ich glaube, ich spinne! Ab heute muss man in diesem Thüringen drüben in der Zone absolut alles für möglich halten. Da denkt man morgens noch, AfD ante portas, Thüringen reitet in Gestalt von Uwe Thrum Deuts­chland mit Pauken, Thrum (jaa, das musste sein.) und Trompeten voran in den Untergang … und was passiert am Abend? Der Herr­gott, ja, der liebe Herrgott lässt seinen christdemokratischen Sohn Christian Herrgott mit 52 Prozent die Landratswahl gewinnen.
Kein Wunder, dass die Knilche der AfD jetzt von Wahlmanipulation schwafeln.
Typisch AfD – zu doof, um aus ’m Bus zu gucken.
28.1.24
Hinterm Tellerrand geht’s weiter ...
Die deutsche Tagesschau informiert:
„Sudan-Krise: Baerbock hat Fünf-Punkte-Plan“
„Nach einem Treffen mit Kenias Präsident Ruto stellte die Weltaussenministerin Annalena B. einen Fünf-Punkte-Plan vor.“
Hey, Annalena! Hömma! Hasse denn nich für euch selber auch mal so nen geilen 5-Punkte-Plan? Muss ja nich alles direkt aufn Bier­deckel passen,
27.1.24
Und auch das hier habe ich nicht anders erwartet
Jemand, der aus eigener Erfahrung weiß, was Apartheit bedeutet, und trotzdem Israel, die einzige Demokratie in der Gegend da, vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag als Apartheitsstaat bezeichnet, der kann einem nur noch Leid tun.
- Wenn solche Leute noch zusätzlich allen Ernstes Israel des Völker­mordes an den Palästinensern bezichtigen, wie Südafrika gestern am 26. Ja­nuar, dann weiß man - in Israel -, was di­e Uhr geschlagen hat.
- Wenn das höchste Gericht der Vereinten Nationen von Israel ver­langt, „mehr Schutzmaßnahmen für Palästinenser zu ergreifen, um Völkermord zu verhindern“, dann liegt hier entweder eine seltsame, beabsichtigte Verwechselung vor oder dem höchsten Gericht der Vereinten Nationen ist die terroristische Hamas-Spezialität, die ei­gene Bevölkerung als Schutzschild zu missbrauchen, komischer­weise unbekannt oder, ja, oder dem höchsten Gericht der Vereinten Nationen ging es nur darum, in seinen Auslassungen möglichst oft die Begriffe „Israel“ und „Völkermord im Gazastreifen“ zusammen zu erwähnen, weil man aus Erfahrung weiß, was am Ende des Tages am meisten hängen bleibt.
-Wenn die Vorsitzende des höchsten Internationalen Gerichtshofs in Den Haag Joan Donohueg am Ende nicht in der Lage ist, in ihrer 50 Minuten langen Ur­teilsbegründung den simplen Satz auszu­sprechen „Von Völkermord zu reden ist hier wohl ziemlich abwegiger Quatsch“,
- und wenn man dann zufällig aufs Datum guckt und sieht, dass heute, am 27. Januar, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag,
der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz/Bir­kenau durch
Sol­daten der Roten Armee gedacht werden soll, dann weiß man,
die Welt ist wieder in Ordnung:
Den toten Juden betrauert man „von ganzem Herzen“, kost' ja nix,
auf den lebenden aber ist geschissen.
(Vor allem wenn er sich wehrt. Und sich endlich weigert, wie ein Schaf zur Schlachtbank geführt zu werden.)
Shalom.

P.s.:
Mir konnte bisher übrigens noch keiner erklären, wie Völkermord geht, wenn sich die Bevölkerung alle paar Jahre dabei verdoppelt.
26.1.24
„Alle erschüttert“
Die Presse schreibt:
„Tausende Fälle von Missbrauch bei Protestanten“
Eine von der Evangelischen Kirche in Deutschland in Auftrag gegebene Studie hat weitaus mehr Fälle …“ usw.usf.
Unter uns, ich hab auch nichts anderes erwartet.