Das Tagebuch

5.1.20
With God on Our Side
Oh my name it ain't nothin'
My age it means less
The country I come from
Is called the Midwest
I was taught and brought up there
The laws to abide
And that land that I live in
Has God on its side

Oh, the history books tell it
They tell it so well
The cavalries charged
The Indians fell
The cavalries charged
The Indians died
Oh, the country was young
With God on its side

The Spanish-American
War had its day
And the Civil War, too
Was soon laid away
And the names of the heroes
I was made to memorize
With guns in their hands
And God on their side

The First World War, boys
It came and it went
The reason for fighting
I never did get
But I learned to accept it
Accept it with pride
For you don't count the dead
When God's on your side

The Second World War
Came to an end
We forgave the Germans
And then we were friends
Though they murdered six million
In the ovens they fried
The Germans now, too
Have God on their side

I've learned to hate the Russians
All through my whole life
If another war comes
It's them we must fight
To hate them and fear them
To run and to hide
And accept it all bravely
With God on my side

But now we got weapons
Of chemical dust
If fire them, we're forced to
Then fire, them we must
One push of the button
And a shot the world wide
And you never ask questions
When God's on your side

Through many a dark hour
I've been thinkin' about this
That Jesus Christ was
Betrayed by a kiss
But I can't think for you
You'll have to decide
Whether Judas Iscariot
Had God on his side.

So now as I'm leavin'
I'm weary as Hell
The confusion I'm feelin'
Ain't no tongue can tell
The words fill my head
And fall to the floor
That if God's on our side
He'll stop the next war

(Bob Dylan)
4.1.20
Fliegengeschisse, das einfach nicht vergehen will
Anlässlich der 70-Jahr-Feier des nordrhein-westfälischen Landes­kriminalamtes war 2016 eine Studie in Auftrag gegeben worden über die ersten 4 Behördenleiter nach dem Krieg. Die ist nun dieser Tage fertig geworden und für die meisten sollen die Ergebnisse doch tat­sächlich einigermaßen erschreckend gewesen sein:
Alle 4 waren se schon in der dunklen Zeit – man kann sagen – sehr eifrig im Polizeidienste aktiv, so als stramme Nationalsozialisten und autodidaktische Massenmörder auch außerhalb des Reiches bei der Vernichtung unwerter Völker im Osten immer fleißig mit Feuer und Flamme vorneweg an vorderster Front, und danach dann mit Hilfe von Persilscheinen als staatlich anerkannte Widerstands­kämpfer bruchlos weiter in Amt und Würden, wie gesagt nacheinan­der als Leiter des Landeskriminal­amtes Mordrhein-Westfalen.
Und der amtierende Innenminister Herbert Reul (CDU) war bei der Veröffentlichung der Studie ganz besonders schockiert, der Herbert, der Herbert Reul, ein Mann, den so schnell nichts erschüttern kann, ein Demokrat von ausgesucht spezieller Denkungsart, humorvoll, sensibel und charmant.
Und wissense, wat der da bei der Feier ge­sagt hat, der Reul, wat der gesagt hat, bei der Feier da, wissense dat?
Nee, dat wissen se nich, dat können se gar nich wissen! Der hat da gesagt …
nee, nee, pass auf, der hat gesagt, hat er gesagt, hat er gesagt ...
nee, nee, hör mal, hör mal, hör mal, das glaubst du nicht ...
nee, nee, komma, komma, komma, pass auf, da hat der gesagt ...
ich dachte, das gibt’s doch nich, ha, ha, ha ...
da hat der echt gesagt, nee, dat kannse dir nich vorstellen ...
da hat der echt gesagt, pass auf, jetzt kommt's, da hat der gesagt:
„Aus heutiger Sicht hätten diese Männer niemals mehr als Polizisten arbeiten dürfen.“
Verstehse?
„Aus heutiger Sicht“! Hat er gesagt!
AUS HEUTIGER SICHT.
Is der nich lustig? Dieser Innenminister?
Aus heutiger Sicht.
Ja, aus welcher Sicht denn nicht?
Sie … Sie … Comedyminister, Sie!
3.1.20
Deutsche Leitkultur 2020
Honorarprofessor Dr. Günther Krause ist jetzt 66 und hat zwar schon ein mehr als beweg­tes Leben hinter sich, will jedoch, weil ihm wohl einer gesungen hat, mit 66 sei noch lange nicht Schluss, noch ein­mal so richtig durch­starten.
Aber der Reihe nach: Der Günther, aufgewachsen in Dunkeldeutsch­land – wofür er nix kann -, hatte 1990 als Chefunterhändler der DDR den deutsch-deutschen Einheitsvertrag unterschrieben, war dann 'ne Zeitlang Helmut Kohls Minister für ganz besondre Aufgaben und Verkehr, musste allerdings 1993 zurücktreten wegen kleinkriminell eingesackter Lohnkosten für seine Putzfrau, scheiterte im Folgenden dann, während die Erde sich auch ohne sein Zutun gnadenlos wei­terdrehte, als cleverer Stand-up-Unternehmer für Weißderteufelwat am laufenden Band, verließ eines Tages notgedrungen Hals über Kopp sein attraktives Anwesen an der Mecklembur­gischen Seen­platte kurz vor der Zwangsräumung und tauchte bis auf Weiteres unter in der anonymen Dunkelheit der postproletarischen Über­flüssigen. Das war so um 2018. Nu isser wieder aufgetaucht und sitzt aktuell in den Startlöchern für die diesjährige Reise ins RTL-Dschungelcamp.
Frage: Kann man noch tiefer sinken?
Ja sischer dat. Und zwar ganz einfach: Indem man z. B. auf Kosten solcher Existenzen als ultra­komischer Moderator dieses Elends seine Kohle verdient.
Aber es geht noch einfacher: Indem man sich vor den Fernseher setzt und sich das anguckt.
2.1.20
Schon wieder Österreich
Und schon wieder hat der alte Mann Recht behalten, der da sagte, Geschichte wiederhole sich immer zweimal – das erste Mal als Tra­gödie, das zweite Mal als Farce.
Und das sind se, die neuen Farcisten: Kurz und Kogler!
Schwarz-grüne Machtergreifung in Österreich – die Regierung steht!
Ok, der Kurz sieht besser aus als Hitler und den Kogler kennt keiner. Aber das wird sich alles schon noch ändern ...
1.1.20
Die Neujahrsansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel 2020
O-Ton Angela Merkel:
„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Heute Abend stehen wir nicht nur am Beginn eines neuen Jahres, sondern auch eines neuen Jahrzehnts. Und nun wünsche ich Ihnen ein gesegnetes und frohes neues Jahr.“
31.12.19
Das letzte Wort
Nachdem WDR-Papa, Sports- und Volksfreund Tommy Buhrow ein weiteres Mal demonstriert hat, was er so von Kunst- und Redefrei­heit hält bzw. von kindlicher Freude am Singen lustiger Liedchen, und damit ohne Not seine grenzenlose Bereitschaft, dem Volke in seinen identitären Allerwertesten zu kriechen, bewiesen hat, übergebe ich hiermit nun das letzte Wort dem lieben Genossen Hermann Lud­wig Gremliza, der uns mit einer galanten Überset­zung des Begriffs „Shitstorm“ ins Deutsche auch gleichzeitig das Wort des Jahres geschenkt hat:
Stürmerscheisse.
Guten Rutsch, Herr Buhrow.
30.12.19
„Meine Oma is ne alte Umweltsau“
Okay, Kinners. Ich hab das Video gesehen, ich hab den Ton gehört, bin ja weder taub noch blind. Aber jetzt bitte nicht alle 2 Minuten, wo man geht und steht, an jeder Ampel, jeder U-Bahn, jeder Straßen­ecke, jeder Käsetheke, jeden Morgen, jeden Mittag, jeden Abend, jeden Tag und jede Nacht, in jedes Mikro, ob an, ob aus, zu Haus oder in der Au
„Meine Oma is ne alte Umweltsau“.
Und auch nich' „How dare you?“
We will not let you get away with this.
Außerdem - und pinselt euch das ruhig mal in irgend'nem stillen Augenblick, wegen mir auch in der Zeit zwischen Mon- und Freitag, hinter eure ver­änderungsfreudigen Löffel:
"Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten."
Und z.Z. steht se – genau! - sehrsehr niedrig.
Und wenn ihr mehr über den Autor wissen wollt, kann ja sein, könnt ihr den ja googeln, und dann krass bzw. cool oder auch vollgreta durch die Weltgeschichte posten, tweeten, twittern, chatten, liken oder watweißich oder auch nich. Vielleicht noch 'n kleiner Korrektur-Tipp: Euer vielzitierter Weltunter­gang ist übrigens schon gelaufen.
Vor allem aber passt schön auf, falls wieder so ne alte Umweltoma­sau in ihrem Suffi über unschuldige (?) Rollatoren-Opis … na, ihr wisst schon.)
29.12.19
Kurz zum nächsten Kanzlerdarsteller
So, so! So ist das jetzt also! Dpa vermeldet:
„Bei der K-Frage liegt Merz vor Söder und Kramp-Karrenbauer“
Für den Fall, dass Flötenfritze Kanzler wird, werde ich – versprochen ist versprochen – aber, halt, stopp! Leute, noch ist nicht aller Tage Abend. Noch!
Normalerweise sind solche Typen ja mit Geld zu haben, damit se tun, was man will. Wie wär' es denn – um eine Idee vom Genossen Gremliza aufzugreifen - , für Flötenfritze einen solchen Haufen Kohle zu sammeln, dass er gar nicht anders kann und auf den Kanzlerjob verzichten MUSS? Es heißt doch nicht umsonst, dass man in diesem System für Geld einfach alle kriegt, oder?
28.12.19
3. Teil der Musiktipps für die geruhsame Jahresendzeit

"Sans la nommer"
Je voudrais, sans la nommer,
Vous parler d'elle
Comme d'une bien-aimée,
D'une infidèle,
Une fille bien vivante
Qui se réveille
A des lendemains qui chantent Sous le soleil.

C'est elle que l'on matraque,
Que l'on poursuit que l'on traque.
C'est elle qui se soulève,
Qui souffre et se met en grève.
C'est elle qu'on emprisonne,
Qu'on trahit qu'on abandonne,
Qui nous donne envie de vivre,
Qui donne envie de la suivre
Jusqu'au bout, jusqu'au bout.

Je voudrais, sans la nommer,
Lui rendre hommage,
Jolie fleur du mois de mai
Ou fruit sauvage,
Une plante bien plantée
Sur ses deux jambes
Et qui trame en liberté
Ou bon lui semble.

C'est elle que l'on matraque,
Que l'on poursuit que l'on traque.
C'est elle qui se soulève,
Qui souffre et se met en grève.
C'est elle qu'on emprisonne,
Qu'on trahit qu'on abandonne,
Qui nous donne envie de vivre,
Qui donne envie de la suivre
Jusqu'au bout, jusqu'au bout.

Je voudrais, sans la nommer,
Vous parler d'elle.
Bien-aimée ou mal aimée,
Elle est fidèle
Et si vous voulez
Que je vous la présente,
On l'appelle
Révolution Permanente !

(Georges Moustaki)