Das Tagebuch

7.5.24
Was willste denn mal werden?
Och, irgendwas
mit christlichen Werten.
Kein Mensch mit halbwegs intaktem Draht zur Realität erwartet im Ernst in dem neuen CDU-Vorsitzenden der sich selbst christlich nennenden ‚Volkspartei‘ eine moderne, zeitgemäße Version von Jesus Christus. Wenn aber die beiden Flüchtlingsbeauftragten der beiden großen christlichen Kirchen, der katholische Erzbischof Ste­fan Heße und der evange­lische Bischof Christian Stäblein, das neue Grundsatzprogramm der Christdemokraten wegen der „unchristlichen Asylpläne“ grund­sätzlich ablehnen...
und wenn bereits schon seit gestern „mehr als 700 Pfarrer:innen und Theolog:innen den Aufruf der ‚ökumenischen Bundesarbeitsgemein­schaft Asyl in der Kirche e.V.‘ unterschrieben haben, in dem gefordert wird, dass die CDU internationales Recht achten solle, statt es abzu­schaffen und Maßstab aller flüchtlingspolitischen Lösungsansätze immer die unveräußerliche Menschenwürde sowie die Menschen­rech­te sein müssten“...
wenn also wahr wird, was heute beschlossen wurde, „dass jeder Asylbewerber in Europa in einen sicheren Drittstaat überführt werden und dort sein Asylverfahren durchlaufen soll,“...
dann kann Merz an den Absatz ja noch den Appendix dranhängen: „Die Partei vollzieht so laut Stefan Heße und Christian Stäblein einen radikalen Bruch mit ihrem humanitären Erbe im Flüchtlingsschutz und steht damit in einem bemerkenswerten Widerspruch zur Orien­tierung an christlichen Werten.“
Fazit:
Anstatt bei solchen Anlässen wie der Verabschiedung eines neuen Grundsatzprogramms oder ähnlicher Clownerien und Völkerveräppe­lungen immer und immer wieder kritisch mit den Fingern in den offe­nen Wunden rumzupopeln, sollten die beiden Flüchtlingsbeauftragten lieber ihre Kritiken zu Fürbitten umformulieren und sonntags in einem Bittgottesdienst plus leckerem Abendmahl oder wie das heißt zum Himmel schicken. Dann bräuchten sich die künf­tigen Asylbewerber, die trotz alledem in Europa stranden werden, auch keine überflüssi­gen Hoffnungen zu machen, dass sich im Namen des Gekreuzigten hier mal was ändern würde.
P.s.
Falls Ihnen das zu pessimistisch erscheint ... wie gefällt Ihnen denn Heiner Müller: "Optimismus ist nur ein Mangel an Information."
6.5.24
„Wir rücken nicht raus aus der Mitte“
Er lasse seine Partei nicht in die rechte Ecke stellen. Vor dem CDU-Parteitag hat Parteichef Merz in den 'tagesthemen' bekräftigt, Politik für die Mitte der Gesellschaft machen zu wollen. Getreu der Devise von Alexander Kluge und Edgar Reitz:
„In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod“
5.5.24
Die Arschlöcher für deutsche Sachsen weiter auf dem Vormarsch
Sie liegen jetzt bei 35%. Aus einem ganz einfachen Grund:
„Mir Sachse, mir sin helle,
des weeß die janze Welt.
Und wenn mir mal nich helle sin,
dann ham mir uns verstellt.“
4.5.24
Zufällig reingezappt …
… und ungläubig, fassungslos 30 Minuten lang hängen geblieben:
„Ladies Night Youngstars“ im WDR
Ihr habt ja „echt viel zu sagen, Mädels“! Wenn das die Zukunft vom sog. Frauenkabarett ist, - und mal abgesehen davon, dass mich das, „ehrlich gesagt, ehrlich gesagt, ehrlich gesagt“ noch nie mehr als ein Fuffel im Weltall interessiert hat - na dann gute Nacht, Marie!
3.5.24
Eine Art Zwischenbilanz
Eigentlich, eigentlich ist es gar nicht so verkehrt, dass die sog. eta­blierten Parteien dermaßen konzertiert und meistenteils so primitiv wie populistisch auf die Arschlöcher für Deutschland eindreschen, zumal querbeet die inhaltlichen Differenzen zwischen Figuren wie Michael Kretschmer und den abenteuerlichen Doofmännern und Dooffrauen der AfD nur unterm Elektronenmikroskop sichtbar werden. Politik soll ja auch Spaß machen. Andererseits …
ach, nee, nix andererseits. Is schon genau richtig so.
1.5.24
„Heraus zum 1. Mai!“
(Mir wäre – wie seinerzeit Fritz Teufel – auch jeder andere Termin recht.)
30.4.24
Späße mit der KVB
Sage niemand, die KVB hätte keinen Sinn für Witze. Bei der Umstel­lung von Stinkdiesel auf E-Öcko hat sie nen Haufen frühreifer Kaba­rettisten und andere Scherzkekse angeheuert, und rausgekommen sind für Bus & Bahn jeweils ein Hammerspruch solcherart:
„Wie komm ich zu ner Villa in Hahnwald?
Mit der Linie 17.“
Oder
„Der Bus. Die Bahn. Das Fahrrad.
Wir haben immer schon gegendert.“
Und für die, die nicht in Köln geboren sind, gibt’s den hier:
„Uns ist egal, wo du herkommst.
Wir bringen dich überall hin.“
Und das könnte man im Ernstfall auch als Drohung auffassen.
29.4.24
Ein Gedankenspiel
Man kann es nicht vergleichen, geschweige denn gleichsetzen, aber tun wir einfach mal so, als ob man's könnte.
Was meinen Sie, was passieren würde, wenn folgendes passieren würde: An einem x-beliebigen frühen Morgen dringen zigtausend bis an die Zähne bewaffnete, vollkommen hirnverbrannte, gleichgeschal­tete, sagen wir mal Vollidioten auf der ganzen Strecke von Mainz bis Rees am Rhein überfallartig von Holland aus 25 Kilometer weit ins deutsche Grenzgebiet vor, veranstalten auf einem Openair-Schlager­festival von Forian Silbereisen und Helene Fischer ein beispielloses Riesenmassaker mit tausenden von Toten, plündern, morden, verge­waltigen, foltern und brandschatzen. Was meinen Sie ... nein, halt stopp, es fehlt noch was!
Schon seit Jahren werden von diesen Leuten Unmengen von selbst­gebastelten, unberechenbaren Raketen über den Rhein nach Deutschland abgefeuert, oft aus Krankenhäusern raus, die …
… ach so, ich hab noch was vergessen:
Holland, Belgien und Frankreich sind seit Jahren schon 3 tiefreligiöse Diktaturen, die sich am liebsten bei nächster Gelegenheit gegenseitig den Hals abschneiden, ansonsten aber auch kein anderes Ziel ver­folgen, als dieses Florian-Silbereisen-Land, die einzige Demokratie weit und breit, dem Erdboden gleich zu machen usw.usf.
Was meinen Sie, wie würde die deutsche Regierung reagieren, was täte die Bundeswehr, was die Polizei, was die Bevölkerung und wie lange wäre dieses Land noch demokratisch zu nennen und wieviel Leute würden sich noch um irgendwelche Verhältnismäßigkeiten kümmern?
Okay, ich weiß: Kann man nicht vergleichen. War ja auch nur so ’n Gedankenspiel.
27.4.24
Heute inkl. die nächsten 3 Tage ...
… mach ich mir ein verlängertes Wochenende.