Das Tagebuch

11.6.21
Man kann‘s ja eigentlich nicht mehr hören ...
Muss man allerdings auch nicht. Und um genau zu sein: Kann man auch gar nicht hören. Muss man nämlich lesen. Mein Buchtipp für diesen Monat:
„Kursbuch 206“
Thema: „Impfstoffe“
hrsg. von Armin Nassehi und Peter Felixberger
10.6.21
Presse & Politik, die große Kumpanei ?
Überparteilich - liberal - nah bei de Leut
Mit den Arschlöchern für Deutschland will er sich nicht abgeben, geschweige denn überhaupt unterhalten. Aber ihnen gratis gute Argumente vor die Füße werfen, dagegen hat er wohl nix …
Armin Laschet, der bis dato mit dem geklauten Motto „Versöhnen statt Spalten“ als veritabler Johannes-Rau-Klon durch die Lande tingelte, hat sich nun auch für die dunklen Seiten seines Wahl­kampfgetues als Kommunikationsberaterin die Journalistin Tanit Koch „ins Boot“ geholt.
Zugegeben, das ist jetzt an und für sich noch kein richtiger Witz. Die Pointe – auch wenn sie sich etwas hinzieht - muss man sich zudem extra bei Wikipedia erst raussuchen. Also:
„Von 2005 bis 2006 durchlief Tanit Koch ein Voluntariat an der Axel-Springer-Akademie sowie im Ressort Politik und Wirtschaft der Bild. Dort arbeitete sie ab 2007 zwei Jahre lang beim damaligen Chef­redakteur Kai Diekmann als dessen Büroleiterin.“
Das hätte ja schon gereicht. Aber Wikipedia setzt unverdrossen noch einen drauf:
„Von 2009 bis 2010 war sie verantwortliche Redakteurin für Sonder­aufgaben in der Chefredaktion der Welt-Gruppe, dann Textchefin der Bild. Ab 2011 leitete Koch die Redaktion der Hamburg-Ausgabe und wurde damit auch Mitglied der Chefredaktion. Ab Februar 2013 war sie stellver­tretende Chefredakteurin der Bild und leitete das Ressort Unter­haltung. Am 1. Januar 2016 übernahm sie von Kai Diekmann die Position als Chefredakteurin. Aufgrund von (privaten) Auseinander­setzungen mit dem Vorsitzenden der Bild-Chefredaktio­nen Julian Reichelt verließ sie die Redaktion und den Verlag zum 1. März 2018.“
Jetzt textet sie für Laschet.
13 Jahre in der Höhle des Löwen, 13 Jahre an den Brüsten der Bestie, 13 Jahre im Dienste der erfolg­reichsten Dreckzeitung Europas … da dürfen wir doch gespannt sein, was so eine Frau aus unserm harmlosen Oberlangweiler Laschet so alles zaubern kann.
9.6.21
Infos aus den Parallelgesellschaften
Linda Zervakis und Pinar Atalay „verlassen“ die Öffentlich-Rechtli­che Anstalt ARD und wechseln zu RTL bzw. Pro Sieben. Nach Sen­derangaben wollen sie den „Ausbau der Informations- und Nachrich­tenangebote in zentraler Rolle mitgestalten“. Pinar Atalay sagt zum Beispiel:
„Mit meiner Erfahrung als TV-Journalistin und Moderatorin möchte ich dem steigenden Informationsbedürfnis der Zuschauer:innen ge­recht werden, mit Qualitätsjournalismus, der für die Gesellschaft unabdingbar ist.“ 
Das war ein Satz mit 25 faustdicken Lügen – und das von einer "Qua­litätsjournalistin" als Einstand in die Werbe-Industrie! Gute Frau, wer soll dir denn da jetzt noch irgendetwas abnehmen, du Knall­tusse?!
8.6.21
Halleluja, die Visitatoren sind da!
Die Visitatoren des Vatikans. (Nur ein Satz dazu – pardon, aber als Chronist des grassierenden Schwachsinns und der professionellsten Menschheits­verarsche ever bleibt mir nichts anderes übrig):
Es wäre dann das erste Mal, dass ein „Besuch“ durch die Inquisition etwas Positives gezeitigt hätte und damit etwas, was es in der ka­tholischen Kirche nach Adam Riese und selbst nach allen Gesetzen der Esoterik nun mal gar nicht geben kann – ein Wunder!
7.6.21
In post-pandemischen Zeiten
Was man so hört und liest, haben doch relativ viele Mitbürger!innen offenkundig die pandemische Lebensphase genutzt, um endlich „mal in sich zu gehen“. Es steht nur zu befürchten, dass sie demnächst auch wieder raus kommen
6.6.21
Die Sachsen-Anhalter haben ihr Kreuz gemacht. Selber:
CDU : 36,9
AfD : 21,1
Linke : 11,2
SPD : 8,3
Grüne : 6,2
FDP : 6,4
Andere : 9,9

P.s.:
Welche war noch mal die mit dem Wumms?
5.6.21
„Ich empfinde
meine persönliche Schuld und Mitverantwortung
auch durch Schweigen und Versäumnisse“
Ich weiß zwar nicht, was soll es bedeuten, klingt ja auch recht nett aus deinem Munde, aber erst mal würdichsagen bisschen Klartext:
Von 2001 bis 2006 hat er als Bischof von Trier haargenau dieselbe Missbrauchsvertuschungsnummer rumexorziert und durchgezogen wie sein nicht ganz so eloquent-redundant-schmierlappiger Kanzel­bruder Rainer Maria Woelki, allerdings mit dem für den außerirdi­schen Betrieb unwesentlichen Minimal-Unterschied, dass die besagten Vorfälle zum damaligen Zeitpunkt „leider, leider Got­tes“ schon verjährt waren.
Jetzt, im rüstigen Rentenalter, trommelt der bijotte, selbsternann­te Menschenfischer und Genussakrobat Käpt‘n Iglu frohgemut die Weltpresse vor seinen fetten Tabernakel und serviert dem baß­erstaunten Publikum eine singuläre „Mega mea-mea-culpa“-Oper mit Posaunen, Zwiebeln und Trompeten, die sich aber mit so ziem­lich allen populistischen Weihwassern gewaschen hat.
Er hatte damals schon gelogen, dass sich die Kapellenbalken bogen, unser metaphysischer Soziallehren-Marxologe, und ebenso knirscht es heute gewaltig im Gebälk, wenn er als kleiner Einzelheinz und gelernter Symbolist die ach so furchtbare Last der „Verantwortung für das institutio­nelle und systemische Versagen“ seiner feinen Truppe ganz mutterseelenalein auf seine armen, alten Schultern schultern tut - wie seinerzeit sein großes Vorbild, der Juppi anner Laat.
Meine Hochachtung.
Der ‚Kölner Stadtanzeiger‘ übertitelt diese feiste Komödie aus dem christlichen Ohnesorg-Theater ohne Ironie mit den Worten:
„Kardinal Marx bietet den Rücktritt an“
Ja, so sieht der auch aus: Der Mann steht am Abgrund und bietet den Rücktritt an! Anstatt einen Schritt nach vorn zu schreiten. Denn genau so macht das ein Mann von Ehre aus altem Schrott & Doppel­korn.
Nicht umsonst heißt es in einem der billigsten Schlager dieser Welt:
„Die Zeit macht nur vorm Teufel Halt!“
Und dass es gar keinen Teufel gibt, wissen diese Jungs ja nun am allerbesten.
4.6.21
Gestern war ‚Fronleichnam‘
Wir schreiben das Jahr 2021 n.u.Z. und so war der gestrige Tag in allen katholischen Ländereien ein gesetzlicher Feiertag … wegen … äh … wegen was? Wegen 'Fronleichnam' - im Jahre 2021 n.u.Z..
Und Wikipedia, der Erklärbär ist so freundlich und sagt:
„Das Fronleichnamsfest (Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sangu­inis Christi ‚Fest des allerheiligsten Leibes und Blutes Christi‘) ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird.“
Danke, danke, Herr Erklärbär!
Na, prima, jetzt wissen wa mehr.
Nur ‘s glauben fällt mir schwer.
Im Jahre 2021 n.u.Z.

***
Kurz und schmerzlos

Während Franziska Giffey, wegen Plagiatsvorwürfen von ihrem Pos­ten als Bundesfamilienministerin weggetreten, weiter als Berliner SPD-Spitzenkraft zu noch schwindelerregenderen Höhen strebt, kämpft ihr seit geraumer Zeit in der Vorruhestand gezwungener Ehemann mit Betrugsermitt­lungen. Der Mediziner fehlte während seines Dienstes bei einer Berliner Landesbehörde 151 Stunden lang unentschuldigt. Den Beamtenstatus hat er bereits verloren, eine Verurteilung muss er jedoch nicht mehr befürchten. So die bemer­kenswert unparteiische Berliner Presse.
Det scheint mir auch so ne Art hl. Familie zu sein.
3.6.21
Achtung, Wanderwitz
‚t-online‘ wie auch alle andern berichten:
„Ein Teil ostdeutscher Wähler sei für die Demokratie verloren – das hat der Ostbeauftragte Marco Wanderwitz kürzlich gesagt. ‚Wir ha­ben es mit Menschen zu tun, die teilweise in einer Form diktatur­sozialisiert sind, dass sie auch nach 30 Jahren nicht in der Demokra­tie angekommen sind.‘
Nicht nur die Kanzlerin hat sich dem nun entgegengestellt. Kritik an der Aussage von Wanderwitz kam auch von zahlreichen anderen Po­litikern.“
Der Witz dabei ist nicht, pardon, der Wanderwitz. Selbst wenn man all die Alt- und Neonazis der dortigen Landschaft abzieht und sich nur den kümmerlichen Restbestand anguckt, der nun mit vereinter Kraft und Freude wie die beleidigten Leberwürstchen auf den Wan­derwitz eindrischt, ein Volk, verwurzelt in einer dünn besiedelten, völlig sinnlosen Jwd-Gegend, die sich heute noch ungerührt „Mittel­deutschland“ nennt, kommt man nicht umhin, die Wanderwitz-Ana­lyse dahingehend zu erweitern, sogar noch die Hoffnung auf die biologische Lösung ad acta zu legen.
Aber wer hätte schon den Mut dazu? Hoffnungslosigkeit gilt ja heute bereits längst als Sakrileg. Da hilft es auch nix, sich Wanderwitz zu nennen.