Das Tagebuch

13.2.24
In unserm Veedel
Do simma dobei
12.2.24
Do simma dobei in unserm Veedel
Hört das denn nie auf?
11.2.24
Kommt n Arzt bei ne Frau … näh
Kommt ne Frau beim Arzt … Tätäh tätäh
10.2.24
Tusch, Rakete, zisch und weg
Tätäh, tätäh!
9.2.24
Rauche, staune, gute Laune – II. Teil
Vor langer, langer, ewig langer Zeit hatt' ich es schon dran gegeben, mir im ZDF diesen Markus Lanz anzutun. Heute bin ich rückfällig geworden. Doch nur für 25 Minuten. Dann hab ich kapituliert und mir ein Pfeifchen reinfibuliert, das Fernsehgerät nach draussen dirigiert und die Krankenkassen informiert und Lauterbach selig gesprochen, garantiert.
Thema der Sendung: „Kiffen gefährlich - und bald erlaubt“.
Lauterbach sollte sich und sein Gesetz erklären, konnte aber keinen Satz zu Ende sprechen. Von dem unerträglichen Erzego-Automaten Lanz wurde ihm permanent mit Quatsch, Papperlapapp und Tinnef in den Text gegrätscht wie auch von der nicht minder unerträglichen „Spiegel“-Vizechefin Melanie Amann und der Tanja Brunnert vom Berufs­verband der Kinder- und Jugendärzte. Aua! Kurz, ich hät­te es mir sparen können. An Lauterbachs Stelle wär’ ich schon nach fünf Minuten zu physischer Gewalt konvertiert.
Wegen Aufklärung - wie auch immer - hattense ihn eingeladen,
wegen Aufklärung habense ihn dann auch nicht ausreden lassen.
Das war aber alles in allem schon allen vorher ja klar. Und trotzdem,
es war eine Sternminute des deu­tschen Fernsehens.
Egal. Unterm Strich gilt sowieso:
Im TV-Format „Markus Lanz“ funktioniert keine Aufklärung. Genauso wenig wie bei all den andern Formaten und Formatösen. „Markus Lanz“ ist Kulturindustrie. Und davon noch der Abfall. Wenn Sie sich aber unbedingt verblö­den, belügen & betrügen lassen wollen, bitte sehr, sindse auch bei Lanz an der rich­tigen Adresse.
Aus Vorsicht hatte ich nach 25 Minuten den Stecker gezogen.
8.2.24
Ein Zeichen christlich-grüner Menschenliebe
Auf diesen Begriff wird wohl keiner kommen. Eher schon auf „Neo-Imperialismus 2.0“.
Worum geht’s? Sie nennen das Ding „Bezahlkarte für Asylbewerber“. Und dies Ding hat nur 1 Ziel, und das steht sogar dick & fett & dreist & dumm & stolz in seiner Präambel geschrieben:
Allen Leuten, die wegen politischer Verfolgung oder katastrophalen wirtschaftlichen Verhältnissen ihre Heimat verlassen müssen, auch noch ihre letzte Hoffnung auf ein besseres Le­ben zu nehmen, sprich:
die sollen da bleiben, wo eventuell noch Pfeffer wächst.
Wenn sie es denn trotzdem geschafft haben, nach einer langen, selbstmörde­rischen Flucht und einer unmenschlichen Asylrechts­prozedur ein wie auch immer geartetes Bleiberecht zu ergattern,
gebt's künftig nicht mehr die ganze Asy-Kohle bar auf die Kralle, sondern nur 'ne Kinderhand voll Taschengeld; den riesigen Rest­batzen kriegen Aldi & Co ausschließlich online. Und die von der Obrigkeit gar nicht gern ge­sehene, dumme Online-Überweisung in die Heimat hat sich dann damit auch erübrigt.
So kann man's machen, hat sich Schwarz-Grün in NRW ge­dacht. Und in Bayern will man zusätzlich noch an der Geldmenge was rums­chrauben.
Zu dieser – ich sag mal – interessanten Drecksgesinnung passt dann auch ihr Glaube; der Glaube, dass diese Bedingungen in Europa, speziell jetzt auch in Form dieser innovativen Bezahlkarte, zu einem Rückgang der Reisetätigkeit, ja, und damit nachhaltig zu einem mehr und mehr friedlichen-fruchtbaren Zusammenleben der Völker auf die­sem unserem blauen Planeten … „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“ (Max Liebermann)
7.2.24
Aus der Serie
„Der aktuelle Kirchenwitz“
oder
„Wider die eingeschlafenen Füße“
Das wurde aber auch höchste Zeit. Unsere armen Christen hatten doch schon so lange nix mehr zu lachen gehabt! Die saure Gurken­minenzeit ist also um – mit dem nächsten Glockengebimmel!
Rabimmel, rabammel, rabum.
Franzi, der oberste Chefscherzkeks der Katholiken („Heute schon gekichert?“) ist es gewohnt, dass ihn humorlose, unmusikalische Ungläubige mit ihrem lächerlichen Humorlosentum die gute Laune versieben wollen. Was unser christliche Witzetitan allerdings non­chalant und gekonnt, wie er sich ausdrückt, an seinem gesalbtem Ärschle vor­beiprozessieren lässt.
Anders liegt der Fall, wenn der Gegenwind von Brüdern aus dem eigenen Verein stammt. Vor kurzem hatte Franzi, der lebenslustige, leutselige Barmherzige, verlauten lassen, dass er nichts dagegen hätte, wenn seine Prälaten oder wie die heißen homosexuelle Pär­chen segnen würden. Na, das hättense mal miterleben müssen! Da ging’s aber zur Sache, Schätzchen! Deutschland und noch ein paar weitere unbedeutende Gegenden jubilierten. Der Rest der Welt aber, vor allem Afrika, drohte damit, geschlossen vom Glauben abzufallen. Schließlich pflegt man dort und in anderen weiten Teilen der Welt noch ungebrochen die Lust, mit Leidenschaft Schwule im Morgen­grauen an Baukränen aufzuknüpfen.
Doch Franzi ließ sich nicht beirren, sondern posaunte locker dage­gen an:
„Niemand ist schockiert, wenn ich einen Unternehmer segne, der vielleicht Menschen ausbeutet, was eine sehr schwere Sünde ist. Aber sie sind empört, wenn ich den Segen einem Homosexuellen gebe. Das ist Heuchelei!»
Peng! Das hatte aber gesessen.

(Schön, wenn die Geschichte jetzt damit auch zu Ende wäre. Isse aber nicht. So ging se weiter:)
Seltsam nur, dass er neulich noch ex cathedra verkündet hatte, nie­mals die Homoehe zu akzeptieren und die Diskriminierung ernsthaft zu bekämpfen. Die Segnung schwuler Paare wollte er nicht als Anerkennung homosexueller Partnerschaf­ten an sich verstanden wissen. Gesegnet sollte «nicht die Vereini­gung, sondern einfach die Personen, die darum gebeten haben“.
So war es denn auch ganz sinnvoll, dass Franzi ab und an einige Erläuterungen nachservierte, wie seine Worte zu verstehen und umzu­setzen seien - bis hin zur Empfehlung, die Segnung solle einfach - aufgepasst! „nicht länger als einige Sekunden dauern“ .... ...

Moment! Was war denn jetzt Heuchelei? Dies oder das? Dieses oder jenes? Oder beides? Oder alles? Manch einer meint ja, damit kann man leben oder eben nicht. Schließlich steht in den 10 Geboten nix von:
„Du sollst nicht heucheln.“
6.2.24
Die Welt ohne Will und Verstellung
Caren Miosga ist und bleibt, auch wenn bei ihr sich alles um Politik dreht, ein wirklich niedlicher Unterhaltungs-Lori.*) In ihrer 2. Ausgabe der Politseifenoper „Caren Miosga“ hatte sie den Robert Habeck zu Gast. Und Robert Habeck – das wollte ich an diesem Orte immer schon mal ausplaudern - ist (für mich) der absolut einzige Politiker, der im Gegensatz zu allen anderen garantiert nie eine Schauspiel­schule besucht hat. (Und das ist das größte Kompliment, das ich einem Politiker überhaupt verabreichen kann. Moral hin und Moral her.

*)
Wer die Loris nicht kennt, und trotzdem nicht nachgoogeln will, biddeschön:
„Die Loris (Lorisidae oder Loridae), auch Faulaffen, sind eine Primatenfamilie aus der Gruppe der Feuchtnasenaffen (früher den „Halbaffen“ zugeordnet).“ Sie haben riesige, kreisrunde Knopfaugen und wenn die einen angucken, hast du eine unruhige Nacht. „Es sind nachtaktive, baumbewohnende, in Afrika und Asien lebende Tiere, die eine unter Primaten einzigartige, langsame Fortbewegungsweise entwickelt haben.“
5.2.24
„Was hilft gegen die extrem Rechten:
zuhören, demonstrieren oder verbieten?“
(Louis Klamroth)
Das Wochenende gehörte ein weiteres Mal in Folge den Hundert­tausenden Anti-AfD-Demonstranten. Ein gutes Zeichen, könnte man meinen, sich auf die Schulter kloppen und beruhigt zurücklehnen.
Am Montagabend dann „Hart aber fair“, und das Fernsehstudio soll „gebrodelt“ haben. Alle Diskutanten und Onkel einschließlich des „Moderatoren“ waren nicht gerade Freunde des ebenso eingelade­nen AfD-Mannes Leif Eric Holm und das demokratische Gemetzel nahm seinen Lauf. Ein gutes Zeichen, könnte man meinen, sich auf die Schulter kloppen und beruhigt zurücklehnen.
Doch leider kann man sich für diese Zeichen keinen Pfifferling kau­fen. Denn morgen sieht’s schon wieder anders aus. Dafür verwette ich alle meine Omas.
Es war einmal vor nicht einmal langer Zeit, da latschten sich diese Subjekte der Begierde noch jeden Montag in den trostlosen, ost­zona­len Einkaufsmeilen ihre Pegida-Lauflernschuhe platt, „verunsicher­te Bürger und Bürgerinnen mit ihren berechtigten Ängsten, Sorgen und Nöten“, da waren’s noch die armen, von Rattenfängern verführten Ratten, ja, Ratten zwar, aber eben verführte, „Protestwähler“ halt, die man wieder heim ins demokratische Reich holen wollte. Denn – so sagte man sich – in der Mehrheit waren die nicht rechtsradi­kal gewe­sen, das hätte nur so ausgesehen.
Und jetzt? Jetzt hamma den Salat. Jetzt hammas amtlich: Rechtsradikal sind se, bis in ihre letzte, tote Hirnverschwurbelung. Und jetzt fängt alles wieder von vorne an: Zuhören, demonstrieren oder verbieten? Ich bin mir nicht sicher. Aber bevor ich mir darauf eine Antwort zusammenschraube, sind hier noch flotti zwei Fragen zu klären.
1.: Wenn ein sog. Protestwähler der Regierung einen sog. Denkzettel verpassen will und zielgenau und wohlüberlegt die Faschisten wählt, dann muss es doch eine relativ breite Überein­stimmung mit dem Fascho-Pack geben. Sonst könnte der ja auch den Zeugen Jehovas sein Kreuz vermachen. Oder den Sonstigen. Aber von so ’nem Fall hab ich noch nie gehört.
2.: Das ganze absurde Theater um die Resozialisierung der AfD-Wähler dürfte hiermit also erledigt sein. Was bleibt, ist der uralte Aufruf der Christdemokratie:
„Liebe Faschisten, seid so nett und kommt zu uns. Wir fressen euch nicht!“ Verbunden mit der Forderung von Franz Josef Söder-Strauß:
„Rechts von uns darf es keinen Platz für eine demokratische Partei geben.“
Fazit:
Schwarz ist die einzige Farbe, die braun zuverlässig verdeckt.