Das Tagebuch

1.6.21
Müsste man was nachtragen?
Zwei, drei Dinger schon:
Die Flugzeugkaperung auf Geheiß des lupenreinen Knallkameraden Lukaschenko, die schwindelerregende Aufholjagd von Schwerge­wicht Laschet im Rennen um den Kanzlerthron und natürlich der unsterbliche Mein J. Spahn mit seinem Satz:
„Jeder, der die Pandemie nutzt, um sich kriminell zu bereichern, sollte sich schämen.“
31.5.21
Zurück in die Zukunft
Bin wieder da! Und wie war‘s? Na, Urlaub geht irgendwie anders …
Muss jetzt erst mal wat aklimatisieren und besinnen, Fotos einkle­ben, beschriften, bemalen und bedenken.
Dann gucken wa weiter.
18.5.21
In eigener Sache
Der Junge muss mal an die frische Luft. Von heute an bis zum 3o. Mai bin ich nicht von dieser Welt. Wer hier also trotzdem jeden Tag reinguckt, wird nix Neues finden. Vielleicht trag ich ja, wenn ich wieder zurück bin, die eine oder andere Kuriosität nach.
Andrerseits lohnt sich grundsätzlich mitunter auch der 2. Blick hier in den Abgrund, in die alten Nummern, da ich sehr oft – in letzter Zeit immer öfter – Korrekturen vornehme bzw. vornehmen muss, wenn mein Geschwurbel überhand genommen hatte und ich beim Nach­lesen nen roten Kopp bekam. Und weil der geneigte Leser (Die Frauen sind hier übrigens immer … ihr wißt schon.) ja im Normalfall nicht mehrmals für einen Witz hier rein gestiefelt kommt.
Also bis denne
alles Gute, fürchtet euch nicht und bleibt schön negativ
euer W

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Und aus Gründen der Aktualität ...

… noch schnell ein Büchertipp!
Zu keinem zweiten Thema in diesem Land gibt es so viel kritische, gute Literatur, man könnte ganze Großbuchhandlungen allein da­mit voll­pflas­tern, und trotzdem kriegt man in Gesprächen von Politikern wie von Hinz und Kunz, wenn nicht direkt nen Haufen Schrott und ein Meer von Unwissenheit, dann doch zumindest in aller Regel nur Plattitüden, Schrott und volles Rohr dummes Zeug serviert und damit obendrein noch die Bestätigung der Weltsicht des Idioten. Deshalb das hier noch, ganz frisch auf dem Tisch :
„Antisemitismus -
Eine deutsche Geschichte
von der Aufklärung bis heute“
von Peter Longerich
631 S.
Siedler, 2021
17.5.21
Hallo Joschka, alter Ego!
Neulich sah man dich – es ist noch gar nicht so lange her; vielleicht anderthalb Tage – wieder mal in deiner geliebten elder Außenstaats­mannspose – nicht zu verwechseln mit Haltung – irgendeinen sehr schwer-präsidentialen, kostenlosen Verantwortungsmüll bräsig in die Welt knarzen. Und es ist zwar völlig absurd, aber wenn ich dich bei so was sehe, fallen mir immer die uralten Bilder von jungen Leuten ein, wie sie euphorisch und wutentbrannt durch die Straßen­schluchten marschierten und „Hoch die Internationale Solidarität!“ skandierten. Na ja, lang ist‘s her.
Und heute dürfen wir in allen deutschen Blättern lesen:
„Aussöhnung mit Namibia -
Deutschland erkennt die Massaker an den Herero und Nama als Völ­kermord an - und will erstmals offiziell um Entschuldigung bitten."
Heute!
Und als du den Außenminister gabst, es begab sich im Jahre 2004, und Vertreter der Hottentotten bei dir in Berlin bescheiden' an die Pforte pochten … weißte noch, und weißte noch, wie sauber und billig du die da ... ach komm, is lang her und et waren ja auch nur die Hotten­totten oder so.
Aber sag' ma', Joschka, jetzt ma' ehrlich! Was geht dir durch die hohle Nuss, wenn du heute lesen musst, dass der Versöhnungs- und Verhandlungspartner der Hereros und Nama heute ein altbekannter CDU-Sack ist, der alte CDU-Sack Ruprecht Polenz, ein zwar konser­vativer, aber durch und durch ehrenwerter, seriöser, respekta­bler Politiker, vor dem man mitunter den Hut ziehen könnte, oder nich'? … egal.
Und so nochens: was sagste denn jetzt dazu als staatl. anerkannter Oberoppor­tunist, Macht- und Intrigenspezialist, als grüner Heuchel­humanist und Pseudomoralist, als höchst­dekorierter Lügen­baron, Polit-Klon und interna­tional gefeierter Öl- & Erdgasfuzzi?
Gar nix?
Ja, warum auch.
16.5.21
Das Wort zum Sonntag …
… spricht nun zu uns: Annalena Baerbock!
„Auch wenn ich selbst jetzt nicht ganz gläubig bin, aber öfter mal in die Kirche gehe genau aus diesem Grund: Weil man als Gemein­schaft eben mehr zusammen schaffen kann, weil man ein Ver­ständ­nis hat, auf welchem Wertefundament stehen wir eigentlich - das der Nächstenliebe, aber auch das der Verantwortung.“
Ach, Mädel.
Da musste aber so einiges von deinem Fundament aus den letzten 2000 Jahren außen vor lassen. Nicht dass irgendwann diese olle Scheißhausruine über dich zusammenbricht!
15.5.21
Kurz zum FDP-Parteitag
(Oh wei, allein bei der Überschrift wird mir schon schlecht ...)
Der FDP-Schnulli Christian Lindner ist, so meine Vermutung, noch schlimmer als …
… Moment! Sie vermuten nur?
Ja, ich vermute, der FDP-Fritze …
… Sie vermuten, haben also keine Beweise …
Na ja, es geht ja nur um ‘ne erste Einschätz …
… Halt, stopp! Was heißt denn hier „nur“?
Also „nur“ heißt bei mir normal nur „Nur“ und ich wollt ja nur …
… Augenblick mal! Thema ist, so weit ich mich erinnere äh ...
Thema ist dieser unerträgliche FDP …
… Vorsicht!
Okay, dieser liberale, äußerst flexible, unerträgliche Nerventöter und Selbstdarsteller Lindner, der…
… Nee, nee, nee, so geht das nicht! Sind das nicht alles nur reine Vermutungen!…
Ja, sag ich doch!
… Ja und weiter?...
Also, ich vermute mal, dass der noch wesentlich schlimmer ist als dieser ...
… als dieser Merz? Meinen Sie vielleicht diesen absolut unerträgli­chen, durchgeknallten Selbstdarsteller und Nerventöter Merz? ...
Ja, genau.
… Ja, ich denke, da könnten Se sogar Recht haben. Und damit gebe ich zurück zur Tagesschau nach Hamburg zu Jens Riewa, diesem unerträglichen ...
14.5.21
Büchertippen im Mai
„You don‘t need a weatherman to know which way the wind blows“
(Bob Dylan), aber nützlich alle Male ist dafür:
Caroline Fourest
„Generation beleidigt -
Von der Sprachpolizei zur Gedankenpolizei“,
Edition Tiamat
und von
Dan Diner
„Ein anderer Krieg -
Das jüdische Palästina und der 2. Weltkrieg 1935 - 1942“,
DVA
und sehr hilfreich auch
„Futur Zwei -
Magazin für Zukunft und Politik -
Schwerpunkt:
Irre.
Warum treten Menschen aus der Wirklichkeit aus?“,
taz-Verlag
13.5.21
Hereinspaziert, hereinspaziert,
meine Damen, meine Herren!
Heute fängt der Wahlkampf an!
Komm'Se näher, komm'Se ran!
Hier werd'n'S g'nauso beschissen
wie nebenan.
Dpa meldet:
„Kein Flug mehr unter 50 Euro – 
Olaf Scholz will die Flüge teurer machen“
Und nicht nur das! Die SPD hat zusammen mit der CDU/CSU als noch amtierende GroKo gestern holterdipolter kurzerhand beschlossen, die­ses Deutschland, unsere teure Heimat, die schönste Schöpfung des Schöpfers von Himmel und Erde, mirnixdirnix mal so eben ein paar Jahre früher, eher und schneller klimaneutral einzurichten, als EU-Kommission und Bundesverfassungsgericht überhaupt zu fordern gewagt hätten. Die Bundessuperumweltministerin Svenja Schulze, die Super Svenja und der Vize Olaf, die beiden zeigten sich bei der Pressekon­ferenz so oberglücklich über den verdienten Arschtritt, den sie von der EU-Komm und dem Verfassungsgericht einkas­siert hatten, dass die Journalisten nur geplättet-konsterniert ein kurzes „Häh?“ in ihre Kladden kritzeln konnten.
Sagt ma, hamma den berühmten Schuss nich' gehört? Ist da irgend­was an uns vorbeigelaufen? Wollen 'Angela-im-Glück' und 'Olaf-'Guck-in-die-Luft' die Veggie­day-Partei per pedes überholen, mit Über­schallgeschwindigkeit auf dem Standstreifen, Richtung End­station: Phantasialand? Ist Olaf noch Kanzler­kandidat der SPD oder schon der neue ökolibertä­re Chef der Luft­hansa? Seit wann kann Olaf denn die Flugpreise diktieren? Was is 'nn überhaupt hier los?
Ist der grüne Alternativ-Kommunismus aus­ge­brochen? Und die herr­schende Klasse, ist die abgehauen mit Sack und Pack? Oder ist der - horribile dictu - Honecker wieder da? Sind die Herrschaften denn jetzt alle plötzlich gagga, balla-balla und me­schugge?
Nee, Kinners, et is' bloß Wahlkampf. It‘s the Wahlkampf, stupid. Gagga, balla-balla und meschugge sind's ja sowieso. Die Frage nach geistiger Gesund­heit führt also eher in die Irre. Man muss schon zu­hören, wenn sie so Wichtiges denn zu sagen haben! Fairerweise muss man sich und dummer­weise, anders geht es nu mal nich', auch Paro­len und Program­me and'rer Lichtgestalten näher ansehen, um zu checken, wie man heute sagt, was angesagt. Satz für Satz und Wort für Wort. Und allemale gilt: Versprochen ist versprochen. Im Ü­bri­gen sind die Leute, wenn wir jetzt mal ehrlich sind, un­term Strich ja eigentlich genau wie unsereins, wie wir, wie du & ich, wie ganz gewöhnlich ganz banale End- und Ottostinknormalver­brau­cher, Volks­ver­treter - sicher, doch direkt aus unserer Mitte, also Fleisch vom Flei­sche quasi. Gut, und obendrein Poli­tiker.
So viel zu Wahrheit, Wahlkampf und Gerede.
Und niemand hat dabei Zusammenhang und Hintergrund deutlicher erkannt als Theodor A. Wiesengrund, der große Weltendichter, als der in seinem aller­hellsten Augenblicke dichtete:
„Ein Deutscher ist ein Mensch, der keine Lüge aussprechen kann, ohne sie selbst zu glauben.“
Okay, is' jetzt vielleicht 'n bisschen grob + barsch + übern Daumen und gemein ... verall­gemeinert. Aber war auch so gemeint.
12.5.21
Si tacuisses …
„Wenn man keine Ahnung hat … einfach mal die Fresse halten“ (Dieter Nuhr)
Zieht man den üblen, peinlichen Theater-Hype ab, den sich die Medien in den letzten Jahren rund um Greta Thunberg geleistet haben und der von Greta Thunberg selbst und ihren Symphis da­raufhin als politische Praxis missverstanden worden ist, bleiben doch zumindest zwei Dinge bestehen:
Erstens die hoffentlich 'nachhaltige' Erkenntnis, dass diejenigen Herrschaften, die für die weltweite Ver­nichtung der Natur und die damit zusammen­hängende neo-imperia­listische Ausbeutung von Menschen ver­ant­wortlich sind, einen Teufel tun werden, den Protest auch nur in irgend­einer Art und Weise ernst­zunehmen.
Und zweitens: Dass Greta Thunberg et al. – in ihren jungen Jahren - sich zu respektablen Experten in Sachen Klimawandel gemau­sert haben.
Das ist aber auch schon alles.
Wenn Mademoiselle jetzt allerdings meint – wie Milliarden halbge­bildete eben­falls – auch zum Israel-Palästina-Konflikt, einem nicht minder kom­plexen Thema, ihren unnützen, halbgaren, ahistorischen Senf dazu geben zu müssen, wird man wohl nicht umhinkommen, ihr mal mit Nachdruck ein paar essentials aus dem stinknormalen Alltag beizubiegen - zum Beispiel:
„Si tacuisses philosophus mansisses.“ ( auf deutsch - für die, die freitags immer Latein hatten u. da immer irgendwie nicht konnten: „Wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben.“)
Oder zur Abwechselung – wem‘s gefällt - mal auf schwäbisch:
„Wenn de dei Gosch g’halde heddsch, no hedd koi Sau gmergt, daß’d bled bisch.“
Und das ist noch sehr freundlich formuliert.