Das Tagebuch

4.1.24
Der 1. Plattentipp des Jahres:
„Chrome Dreams“ von NY
Die 44. Studio- Platte ist eigentlich von 1977, galt als „verschollen“, ist jetzt wieder aufgetaucht, oh, wunderbar. Die meisten Stücke kennt man ("American stars 'n bars") und als Onkel-Neil-Fan(atiker) hat man sie. Zu kaufen. Also: Nichts wie hin!
3.1.24
Das Kreuz mit den Ossis
Im September wählen Sachsen, Thüringen und Brandenburg ihre Landtage. Zweitstärste Partei in Sachsen würde dann laut Meinungs­for­schungsinstitut Soundso demnach die CDU und käme auf 33%. Und die Fa­schisten lägen als Wahlgewinner bei 37%.
Och, 37 nur!? Habter euch da nich was verrechnet? Komm, tun wa noch 43 drauf, komma auf 80% für die Faschisten. Das wäre dann wie früher am Ende des Tages auch ganz normal wieder wie immer. 80%, das is doch ne reelle Zahl. Die restlichen 20 % teilen sich dann die obliga­ten Mitläu­fer mit denen, die nur wissen wollen, „wo man hier gegen die Aus­länder unter­schreiben kann.“
Mensch Meier, hätten wa dies Pack doch bloß beizeiten an so was wie Österreich verkloppt oder verschenkt oder an den Weihnachts­mann und seine Frau oder wasweißichwen!
Aber … wie immer zu spät!
2.1.24
Aus der Serie
„Unglaubliches aus der Päpstlichen Privatkemenate
Seit der liebe Gott seinen Stellvertreter Benedikt XVI. vor genau einem Jahr wohl zu sich ins wohlverdiente Nirwana abgeholt hat, hockt dessen ehemaliger Privatsekretär Georg Gänswein (67), der George Clooney vom Vatikan, arbeitslos und vereinsamt mutter­seelenallein und nur noch Trübsal blasend incognito irgendwo in Freiburg rum und trau­ert sich einen Kloß zusammen. Der BILD-Zeitung vertraute er an, unter vier Augen, dass es ihm saudreckig ginge:
„Mir fehlt die Arbeit. Ich vermisse eine sinnvolle Beschäftigung. Ich habe keine Aufgabe und das ist schlimm.“
Ja, schlimm, schlimm. So schlimm.
So weit, so clooney.
Nun kehrte er jedoch für einen Tag in die Zombikatakomben des Vatikans zurück, um eine Totenmesse zu Benedikts gelungener Him­melfahrt von vor einem Jahr zu zelebrieren. Da geschah es, dass ihm vor lauter Rührung und ca 200 angereisten, treuen Seelen die Augen feucht wurden. Bitter­liche Trä­nen rollten über die samtene Haut seiner Wangen und kul­lerten ihm auf den …
(Fortsetzung folgt)

Unterdessen trug es sich zu, dass ein anderer hl. Georg, der kriti­sche Georg Bätzing, seines Zeichens kritischer Bischof von Limburg und Vor­sitzen­der der Deutschen Bischofskonferenz, im Gespräch mit der ‚Zeit‘ die trau­rige Neujahrsbotschaft verkündete, dass die über­wältigen­de Mehrheit im deut­schen Jammertal laut repräsentativen Um­fragen „nichts mehr mit Reli­gion zu tun habe.“
Georg Gänswein aber wieder sprach …
(Fortsetzung folgt)
1.1.24
… „nein, dass es so weitergeht,
ist die Katastrophe“ (Walter Benjamin)
31.12.23
Peng, bums, aus!
Zisch, zisch, pitsch
piff, paff, puff
Uiuiuiuiuiuiuiui
und boah-ey
und boah-ey
und peng, bums, aus
...
und von ferne hörte man schon das Donnern der Kanonen ...
30.12.23
Mein Jahresrückblick
Wohin man auch guckt, in welchen Kanal man auch glotzt oder was, in welche Sender oder Sondersender und Sondersenderserien, in welche sozialen Hetz- und Hassmedien man sich auch verlinkt, in welche Podcasts und watsdaallesgibt und von wem auch immer, moderiert von allen möglichen und unmöglichen Moderatoren, die man so kennt, thema­tisch zusammengegoogelt von wahrscheinlich 100pro künst­lichen Schwerintelligenzlern, mit und ohne drunter­gemixte Nerv-Mucke zum Weglaufen und mit und ohne (meist mit) unerträg­lichem Mainstream-Humorigen und Altherrenscheiß à la Gott­schalk & Kumpanie ...

in diesen letzten besinnlichen Tagen des Jahres wird man jedenfalls auf Teufel­kommraus – 's hat sich hier so eingebürgert - vollgeballert mit dem vermeintlich belieb­testen Sondermüll der vergangenen 12 Monate: mit sogenannten Jahresrückblicken.
Und da wollt ich nicht schon wieder zurückstecken und den ewigen Ver­weigerer geben, sondern Ihnen, liebe Leser (und dingens), auch einen anbieten, einen eigenen Jahresdingsbums. Äh, are you ready? Okay.
Also, was Sie erwartet: Keine Mucke, keine blöden Nebengeräusche, kein audio und kein video, nur ehrliche, handgemachte Bleiwüste! Klicken Se sich einfach hier zurück in meinem Tagebuch-Kanal auf den 1. Januar 2023 und nehmen Se am besten dafür das „Archiv“, dann können Se den ganzen Kladderadatsch so runterlesen wie‘n Buch. (Und ich muss mich nich rumquälen mit dem Umformulieren uralter Texte.)
Guten Rutsch!
29.12.23
Was kommt da noch?
Mit Blick auf den Gaza-Krieg attackierte der türkische Schafzüchter, Muslimbruder, Staats- und Theaterpräsident Recep Tayyip Erdogan gestern den israe­lischen Regierungschef Benjamin Netanjahu auf ei­ner Veranstaltung in Ankara mit den hochinteressanten, gestammel­ten Worten:
„Was ist Ihr Unterschied zu Hitler? Sie bringen uns dazu, Hitler zu vermissen...
Ist das, was dieser Netanjahu tut, weniger als das, was Hitler tat? Nein, und Hitler war nicht so reich wie der da. Der da ist reicher als Hitler. Der erhält Unterstützung aus dem Westen. Aus Amerika kommt alle mögliche Hilfe...
Und was haben Sie mit der gan­zen Unterstützung getan? Sie haben mehr als 20000 Menschen im Gaza-Streifen getötet.“
Hm.
Jetzt sitz ich hier schon seit über 12 Stunden vor diesem ausgekotz­ten Wörterbrei und muss zugeben, zu Erdogan fällt mir auch nichts mehr ein.
28.12.23
„Tag der unschuldigen Kinder“
Man kann wohl getrost davon ausgehen, dass niemand und erst recht kein Otto-Normal-Religiöser schon mal was von dem katholi­schen Nach- und Gedenktag „Tag der unschuldigen Kinder“ hat läu-­ten hören. Und wenn er heute zum ersten Male hörte, was dieser Tag zu bedenken geben möchte,… alleine, ohne helfende Tipps von Eingeweihten wie den ausgekochten Spezialkryptologen im Dienste des Vatikans oder eben Wikipedia, würde man in jedem Fall meilen­weit und für immer daneben liegen.
„Der Gedenktag der unschuldigen Kinder“ bezieht sich auf eine der ältesten Geschichtslügen und Klitterungen des Christentums, auf den sog. „Kindermord in Bethlehem“.
Wikipedia schreibt:
„Als Kindermord in Bethlehem bezeichnet die christliche Tradition die in der Weihnachtsgeschichte des Matthäusevangeliums (Mt2 ) überlieferte Tötung aller männlichen Kleinkinder in Bethlehem, die von König Herodes dem Großen angeordnet worden sei, um den neugeborenen ‚König der Juden,‘ Jesus von Nazaret, zu beseitigen. „Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten ...“ usw. usw.
Von A bis Z, von Alpha bis Omega und, je nach Sichtweise, von hier bis in alle Ewigkeit erstunken und erlogen und alles natürlich nach bestem Wissen und Gewissen, zur Freude des Herrn und mit den allerbesten gutge­meinten Absichten für eine angeblich bessere Welt.
„Tag der unschuldigen Kinder“
Man könnte fast meinen, sie wollten ihre Jahrhundertschweinerei des Kindesmissbrauchs jetzt noch vertuschen mit der jedes Jahr wiederholten Erzählung über einen monströsen Massenmord, erfunden nur zum Zwecke der Verunglimpfung 2000 Jahre alter Figuren.
Aber auf solche Ideen können auch nur Katholiken kommen.
(Naja, die andern vielleicht auch. Wer will's wissen?)
27.12.23
Armer, armer Einzelhandel
Top-Meldung in allen Gazetten:
„Einzelhandel unzufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft“
Oh, das tut uns aber leid.
Nun, da wird sich halt das systemrele­vante, liebe Volk der Kauf­rauschjunkies gesagt haben: Dies Jahr gibt‘s einfach mal keinen superbilligen Schnickschnack, keinen megaüberflüssigen Haufen Drissam­stiel und auch sonst keinen sinnlosen, unnützen Scheiß­dreck, den kein Mensch braucht. Keinen überteu­erten Massenmist, der mit samt seiner Verpackung noch am selben Abend inner Müll­tonne landet, keinen runtergesetzen Plas­tikramsch aus 'nem 1€-Laden, keine Schnäppchen, wo­nach keiner gefragt hat, und auch keine verschimmelten Ladenhü­ter, mit denen man nicht weiß wohin.
Und auf den nackten Wohn­zimmertisch wurden zum Weihnachts­dinner auch keine fetten Gänse serviert, keine kaputten Wachtel­eier und für die Kinder kein Wackelpudding an Herrencreme und keine halben Schweine mit Pommes rot-weiss, sondern nur abge­laufene Tüten­suppen und Klopa­pier, Knäckebrot und Dosenpilze
von Aldi Süd oder Nord-ismiregal aus dem letzten Jahrhundert.
Hallo, armer Einzelhandel,
Krieg ist ja nun wahrlich kein Argument. Keine Kohle auch nicht.
Da musst du dir, du Einzelhandel, du, für nächstes Jahr aber was fein-innovatives einfallen lassen. Sonst kommen wa nämlich nie mehr wieder zu dir, du ... du Einzelhandel, du ...