Das Tagebuch

24.4.21
'Donnerwetter' wird Ihnen heute präsentiert vonnnn ...
Renault
(neue Rubrik)
Renault will das Tempo seiner Neuwagen auf 180 km/h begrenzen und sie mit einer automatischen Temporegulierung ausstatten.
Quasi rasend komisch.
Honi soit qui mal y pense.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
23.4.21
Und wat hammer heute?
Also, da könnt‘ ich anbieten:
„Tag des deutschen Bieres“
und dann noch
„Internationaler Tag des Buches“
Wat woll‘n Se? Beides? Okay. Mein Tipp
„Der eingebildete Rassismus“ von Pascal Bruckner.
Und prost! Es möge nützen.

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Dann war da doch noch was


Rund 50 Schauspieler haben sich in einer konzertierten Internet­aktion mit satirischen Spots zum Thema Corona ans ganze deutsche Volk und dessen Vertreter gewandt, um … ja, um was eigentlich? Um na..., um natürlich zu scheitern.
Denn offensichtlich ging der Spaß nach hinten los. Das übliche Pack von A über Q bis XYZ, jedes Arschloch für Deutschland inkl. seiner Sympathisanten, Onkeln, Tanten und sonstigen Mutanten, besorgten Bürgern, Asis, Nazis, Alus, Esos, also fast alle standen jedenfalls in ihren schwersozialen Lall-& Krawallmedien mit nur 1 Click stramm, machten sich locker und klatschten begeistert Zugabe. Und so fragt sich nun bekümmert bis belämmert die komplette Schau­spiel­schule: Was ist denn da schon wieder schief gelaufen?
Kinners! Kurz ma' aufgemerkt!
Der erste Grundsatz aller Satire hierzulande lautet: „80 Prozent der Bevölkerung sind dafür zu doof“ oder - wie es WDR-offiziell heißt - „nicht satirefähig“ (Und das ist nur die offizielle Zahl). Erst wenn man dick & fett „Pass up, Satire!“ draufpappt, besteht die Chance, dass es vielleicht 70 Prozent wer­den. Eines Tages.
Also für die Zukunft: Immer schön „Satire“ vorne drauf kleistern. Denn ansonsten gilt die hl. Regel: Genauso, wie man im Fernsehen keine Guido-Knopp-Hitler-Doku senden kann, ohne auch den letzten Rest der Wehrmacht vor der Kiste hocken zu haben, und man kein deutsches Lied mehr hö­ren kann, ohne dass nich plötzlich Heino um die Ecke jodelt, so kann man denn auch nicht wie Joseph Goebbels „Lügenpresse“ blö­ken, ohne haargenau wie dieser Joseph Goebbels es auch so zu meinen.
Ach, die Zeiten sind ja so komplex und kompliziert gewor­den!
Doch am Schluss, da wartet im Gelände
dann immer noch das alt-bekannte, dicke Ende:
Doppelpunkt
„Die Jungen werfen zum Spaß mit Steinen nach Fröschen.
Die Frösche sterben im Ernst.“
(E. Fried)
22.4.21
Heute ist „Internationaler Earth-Tag“
Und für diesen Internationalen Erdentag hat der Joe von USA zu ei­nem virtuellen Internationalen Umweltgipfel eingeladen. Und auf dem, liebe Kinder, will die Angela, unsere Kanzlerin, eine ganz, ganz wichtige Klima-Rede halten. Hat se gesagt.
Jetzt stand aber vor 'n paar Tagen in der Zeitung, dass der WWF gesagt hat, dass die Europäische Union auf Platz 2 der Weltrangliste liegt von den weltweit erfolgreichsten Regenwaldvernichtern hinter China (24 Prozent) und vor Indien (9 Prozent) und den USA (7 Pro­zent), und innerhalb der EU würde man Deutschland ganz, ganz oben auf der Liste antreffen.
Versteht ihr das, liebe Kinder? Ist das nicht total komisch? Also, ich find das total komisch. Aber ich bin ja noch klein. Wenn ich irgend­wann mal groß bin, ja dann ...
21.4.21
Sternstunden bajuwarischer Lebensart
Und es begab sich um die Mittagszeit des gestrigen Tages, dass der amtierende Ministerpräsident des bayerischen Freistaats, Markus Söder, in München, der Hauptstadt der Bewegung, vor die versam­melten Mikrophone trat & dem Rest der Welt zur Kenntnis brachte, dass der amtierende Ministerpräsident des bayerischen Freistaats, Markus Söder, auch künftig der amtierende Ministerpräsident des bayerischen Freistaats, Markus Söder, sein und bleiben werde.
Nach dem amtierenden Ministerpräsidenten des bayerischen Frei­staats, Markus Söder, hatte dann das Wort seine wohl hochgeborene Pestilenz, der CSU-Generalsekretär Markus Blume, und erklärte in einer äußerst berührenden, herzerweichenden Rede:
„Markus Söder war für alle erkennbar der Kanzlerkandidat der Herzen.“
Der Kanzlerkandidat der Herzen. So, so, der Kanzlerkandidat der Herzen. Markus Söder! Der Kanzlerkandidat der Herzen. Sehr schön. Eine vollkommen charakterlose Nulpe, ein durch und durch abge­schmackter Intrigant, ein ausgewachsener Furunkel am Gesäß der Demokratie, der oberste Lappenclown der CSU, eine Volkskanaille, oder eben:
„Der Kanzlerkandidat der Herzen.“
Wie Generalsekret Herr Markus Blume beliebte zu scherzen.
Nur war das kein Scherz. Sondern die unfassbare Realitätät.
20.4.21
Führers Geburtstag
Das wird man in diesem Land ja wohl noch sagen dürfen!
19.4.21
Die hl. Annalena der Schlachthöfe
Es ist raus! Annalena Baerbock macht uns die Kanzlerinkandidatin der Grünen! Na, prima. Super!
Mein Optimismus in Sachen Weltrevolution bekommt dadurch na­türlich einen kleinen Knacks und hält sich folgerichtig ab nun in Grenzen. Zumal mir die gute Frau mit ihrem Volkspartei­getümel, Deutschlandgeplapper und "Alle mitnehmen wollen" eher unwohlige Schauer übern Rücken jagt. Da es jedoch z.Z. wesentlich wichtiger erscheint, mit Hilfe einer Bundeskanzlerin Annalena das schwer­vergammelte christdemokratische Kalk­eimertum in die Wüste zu schicken und in einer Deponie für Sondermüllgeschichte zu end­lagern, sollte man die Grünen heute ausnahmsweise gründ­lichst lobhudeln und bebauchpinseln wg einstimmige Wahl von Mä'm Annalena Baerbock.
Und wenn sie auch enden wird wie ihre Kollegin, die hl. Johanna der Schlachthöfe because it‘s the economy, stupid, so wehte uns doch zumindest für kurze Zeit zur Abwechselung mal frischer Wind umme Nase.
Habe gehört, könnte nich schaden.
18.4.21
CDU in Siebenmeilenstiefeln zum Müllhaufen der Geschichte
Lange Zeit hatte man gedacht, man müsste der CDU dabei helfen. Doch wie‘s aussieht, schafft der schwesterliche Parteifreund Söder das im Alleingang. Vielleicht sogar schon nächste Woche. Doch vor­weg noch dies hier zur Klärung der Kanzlerkandidatenkürklamotte „Söder vs. Laschet“:
Die notorische Lügerei ist bei beiden seit langem zum Lebenselixier geronnen, zur Grundierung ihrer Persönlichkeitsstruktur. Wenn die zwei morgens aus dem Bett steigen, und da haben die noch keinen Ton von sich gegeben, biegen sich bereits die Balken. Inhaltliche Differenzen zwischen denen spielen keine Rolle, weil es sie nicht gibt. Man bekämpft sich bis aufs Blut, weil man eine Familie ist. Deshalb hat „das Wort »Familienbande« einen Beigeschmack von Wahrheit“, sagte Karl Kraus. Und doch können sie unterschiedlicher nicht sein.
Allerdings ist in einem Clan nur Platz für 1 abgefeimtes Oberhaupt. Wobei in demokratisch verfassten Clans auch gerne und gerne auch mal nur zum Scheine gewählt wird. Im Laufe des Wahlprozedere, in der parteipolitischen Praxis kommen dann die familiären, die sog. menschlichen Züge zum Zuge: die hohe Kunst der Intrige, Drohung, Rufmord, Fälschung und Verrat, Hetze, Hass und Hinter­zimmerver­schwörung, fiese Machenschaften, alter­native Fakten und Betrug, Erpressung, Ehrabschneidung u.drgl.mehr - alles auf der Basis der Missachtung des 8. Gebots, der Nummer mit dem falschen Zeugnis wider den Näch­sten, vulgo: der Lüge, der platten und der plattes­ten. Aktueller Spitzenreiter, von absoluten Mehrheiten zu Recht umjubelter Großmeister in dieser Beziehung und mit einem Riesen­abstand vom Rest: unser öder, sprichwörtlich christlicher Apustel Markus Söder.
Worin aber unterscheiden sich jetzt die Söder-Lügen von den La­schet-Lügen? Warum siegt bloß der eine und nicht mal der andere? Nun, die typische Laschet-Lüge geht so:
„Wir hatten ein äußerst konstruktives Gespräch. In sehr ruhiger At­mosphäre und gegenseitigem Respekt, getragen von dem gemeinsa­men Ziel besprachen wir in aller Offenheit, voller Vertrauen auch auf die künftige Zusammenarbeit, friedlich im Sinne des äh Friedens in wahrer Verantwortung für die Zu­kunft aller Beteiligten respekt­voll und in beiderseitigem Einver­nehmen“ usw.
Wem da nicht automatisch wenigstens der Magen revoltiert, dem ist nu wirklich nicht zu helfen. Die Welt, Herr Laschet,- so leid es auch uns tut -, sie ist nicht so. Sondern so:
Der Frechdachs siegt, ein bekennender Sadomasochist eher weniger, und Jesus-Simulanten werden seit alters her gekreuzigt. Und ob der aller­dümmste Bauer irgendwann merkt, dass an seiner dicken Kar­toffel irgendwas faul ist, ist am Ende wahrscheinlich auch wurscht. Wo dem Reichs­tag ab September sowieso schon die nächste ange­kündigte Katastrophe ins Haus steht:
Der Merz sitzt dann näm­lich wieder da!
Fazit für heute:
CDU/CSU, sie sind noch nicht auf den Müll der Geschichte gelandet, aber zumindest auf längere Sicht im Arsch.
Und das ist auch gut so.
Vielen Dank.

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Pardon. Manchmal denk ich: Je länger der Text, um so ver­schwur­belter wird er. (Geht‘s Ihnen auch so?)
Und wenn nach tausenden Verwerfungen, hunderten Neuan­fängen und dutzenden Hinundher-Korrekturen sich meine Konzentrations­fähigkeit langsam leise aber sicher gegen 0 verabschiedet und ich selber durch das Buchstabengebräse nicht mehr durchblicke, dann such ich nicht lang nach der verlorenen Zeit, sondern drücke kur­zerhand auf ‚Entf‘.
Oder wie in diesem Fall eben nicht.
Pardon, falls ich Ihre Zeit vertrödelt habe. Ich sag mir immer: Kommt nie wieder vor! Is aber auch nur so‘n frommer Wunsch.
17.4.21
Der Büchertipp für die 2. Hälfte des Monats
„Kampf oder Untergang -
Warum wir gegen die Herren der Menschheit aufstehen müssen“
Noam Chomsky im Gespräch mit Emran Feroz
90jähriger, jüdischer Wissenschaftler (Linguistik) am MIT, im Neben­beruf nicht-kaputt-zu-kriegender Linksradikaler und wichtigste Stimme der amerikanischen Opposition unterhält sich mit einem 20jährigen Aktivisten. Meine Verehrung. Hut ab.
p.s.:
Nur bei seiner Israel-Kritik ist doch immer etwas Vorsicht geboten. Da ist es hilfreich zu wissen: wenn de 6 Juden fragst, haste am Ende 7 Antworten. Mindestens.
16.4.21
Gehacktes halb und halb
t-online:
„Forscher erzeugen Mischwesen aus Mensch und Affe -
Es ist ein heftig kritisiertes Projekt: Amerikanischen Biologen ist es gelungen, menschliche Stammzellen in Embryonen von Affen zu injizieren. Auch mit Schweinen hatte es schon Experimente dieser Art gegeben. (...) Einige der Embryonen entwickelten sich für knapp 20 Tage im Labor weiter und enthielten ein Zellgemisch beider Arten.“
Das Ziel der Embryonen-Tüftler ist es, nicht mehr ewig und 3 Tage oder völlig um­sonst auf tote Organspender warten zu müssen. Aber das wird wohl nicht das Ende der Geschichte sein. Irgendwann kriegen die sicherlich auch ganze Reservearmeen von Chimären zusammen, die dann sogar vollautonom vor sich hin leben können. Und wenn die dann eines Tages auch lesen, schreiben, rechnen und CDU/CSU sagen können, soll so einer wegen mir auch Kanzlerkan­didat werden dürfen. Is mir dann auch egal.