Das Tagebuch

24.11.17
Aus Forschung und Wissenschaft
Der 'Express' schreibt, wie immer an vorderster Front:
„Enthüllt!
Das war Adolf Hitlers Henkersmahlzeit!
Briefe von Köchin aufgetaucht! -
Salzburg – Bisher schienen alle Geheimnisse aus dem Leben Adolf Hitlers aufgeklärt. Doch jetzt kommen neue Details von dem Mas­senmörder ans Licht. Ein Innsbrucker Historiker Stefan Dietrich hat die hochbetagte und inzwischen verstorbene Schwester von Hitlers Leibköchin Constanze Manziarly ausfindig gemacht und in ihrem Nachlass 13 Briefe von der gefunden.“
Tja, da wird wohl die ganze Geschichte neu geschrieben werden müssen.
Das kann ja heiter werden!
23.11.17
Es gibt keine Parteien mehr.
Es gibt nur noch tote Hosen. Dpa meldet:
„Campino fordert ...“, äh, kennen Sie Campino? Egal:
„Campino fordert Merkel zum Durchhalten auf“
Also, das hat Merkel nun wirklich nicht verdient.
22.11.17
Nach dem liberalen Affentheater
Nach dem liberalen Affentheater raste der letzte Werte-Druide und „Hier stehe ich und kann nicht anders“-Imitator Chrischan Lindner kompromisslos zu seinem Lieblingsblatt FAZ und schüttete der wie geplant tränenreich seine sensible Mörder­grube aus. Bei diesen Jamaika-Runden hätte er sich „von Merkel benachteiligt gefühlt“ und das letzte Sondierungspapier wäre „am Ende auf eine Demütigung hinausgelaufen.“
Oooooooh, oooouuuooooh, oooooooooooh!
Hat sich Mutti nich' genug gekümmert? Hat die Mutti gar nich' eia-eia 'macht? Hat die Mutti denn Kleinbubilein so gar nich' lieb gehabt? Nein, so 'ne Mutti aba auch!
Oooooooah, oooouuuah, uuuaaaooohaah!
(Dabei war selbst diese kleine, rührselige Opfer-Oper bei der FAZ eine im voraus von A bis Z durchkomponierte unseres aktuellen deutschen Großmeister der Volksverarsche.)
21.11.17
Offener Brief -
heute mal an den Parteichef der SPD,
der letzten Hoffnung der Menschheitsgeschichte
„Sehr geehrter Herr Martin Schulz!
Hallo, lieber Genosse!
Die Welt feiert heute den „Welt-Hallo-Tag“, an dem jeder Mensch, wenn's ihm eben menschenmöglich ist, 10 anderen Menschen ein „Hallo“ zurufen sollte, weil uns das – im Sinne seiner Erfinder – dem Ziel einer friedlichen Welt näher bringen würde. Ich halte das zwar für extraordinären, an den Sackhaaren herbeigezogenen, halluzino­genen Quatsch mit Soße, trotzdem und alledem schicke ich Ihnen von hier und mir aus ein herzliches „Hallo!“ herüber: "Hallo!"
Ach, und nebenbei – eh ich's vergesse:
Es wird ja wohl zu diesen Neuwahlen kommen. Und da bitte ich Sie, als Kanzlerkandidus ganz einfach nicht sich selbst, sondern irgend­einen anderen, den Sie dazu kriegen können, vorzuschlagen. Und zwar sowohl aus taktischen Gründen als auch aus strategischen, sozialpsychologischen, philosophischen, populär-pädagogischen und onomatopoetischen Gründen sowie sowieso aus solidarischen mit der historischen Arbeiterklasse. Vor allem aber aus ästhetischen.
Vielen Dank im Voraus“
20.11.17
„Tatort, Münster“
Nee, ich hab' mich nich' aufgeregt.
Ich hab' einfach nur nach 20 Minuten die Tapeten gewechselt.
So, und das war's denn auch. Mit Münster.

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Und dann war da noch irgendwas mit Jamaika ...
19.11.17
Jajajajajajajajajamaika
Da hab ich heute was gelesen … das hab ich ja noch nie …!
Jürgen Trittin in der 'BamS':
„Wir sind bis an unsere Schmerzgrenze gegangen.“
Hut ab, Komplimento! Das nenn ich altes, ehrwürdiges Engagement, Überzeugung, Ernst, Geduld, Gewissen oder sonstwas, wie ihr wollt, sucht es euch aus. Aber … aber eins war mir ganz neu! Ich wusste gar nicht, dass es bei euch eine Schmerzgrenze gibt!
18.11.17
„Die Gute Nachricht“
Die 'Passauer Neue Presse' tickert etwas Wunderbares:
„Machtkampf in der CSU um Seehofers Erbe eskaliert“
Applaus!
17.11.17
Prima Klima, letzter Teil
(siehe auch 7., 8., 9. u. 10. Nov.)
Der 'Kölner Stadtanzeiger' schreibt:
„Starke Zeichen, kleine Erfolge -
Der Umwelrgipfel in Bonn endet mit Enttäuschungen und ein paar Fortschritten
(...) Doch die Konferenz war auch in vielerlei Hinsicht einzigartig: Sie bot jeden Morgen Gesänge und Tänze aus Fidschi (…)
Nach 14 Tagen mit 25000 Gästen und vielen Protesten endet heute die Klimakonferenz. Gestern bildete sich – ohne Deutschland – eine Allianz für den Kohle-Ausstieg.“
Und damit wäre, denk' ich, die eingangs gestellte Frage „Wer will hier eigentlich wen verarschen?“ wohl hinreichend geklärt.