Das Tagebuch

28.7.15
Heimatkunde -
heute: Berlin
Überraschung! Überraschung!! Überraschung!!! Überraschung!!!!
Dpa meldet:
„Polizei findet 15 weitere Morde nach NSU-Muster in Archiven“
„Berlin (dpa) - Bei der Überprüfung von Hunderten unaufgeklärten Verbrechen sind die deutschen Sicherheitsbehörden auf mehr als ein Dutzend weitere Tötungsdelikte mit rechtsextremem Hintergrund gestoßen.“
Aber jetzt den Verfassungsschutz oder BND, das BKA oder gar das Volk aus der Nachbarschaft zu befragen, ist wohl, wie uns mehrere jüngere Vergangenheiten lehren, einigermaßen sinnlos. Einer je­doch müsste auf jeden Fall bescheid wissen! Ja, vielleicht könnte uns Helmut Kohl da weiterhelfen, der 1982 der Margaret Thatcher über den Tisch genuschelt hat:
„Über die nächsten vier Jahre wird es notwendig sein, die Zahl der Türken bei uns um 50 Prozent zu reduzieren.“
Allerdings, so wie wir Birne kennen, kriegt man aus dem gar nix mehr raus.
***
Dafür redet der türkische Regierungschef Ahmet Davuto?lu umso lieber. Dpa meldet:
„Die türkische Regierung hat angekündigt, die kurdische Arbeiter­partei PKK zu bekämpfen, bis sie ihre Waffen niederlegt. Die tür­kische Armee werde ihre Militäroffensive fortsetzen, bis "ein be­stimmtes Ziel" erreicht sei, sagte Regierungschef Ahmet Davuto?lu im Fernsehsender ATV. Er forderte die in der Türkei verbotene Partei auf, ihr 2013 gegebenes Versprechen zur Entwaffnung einzulösen. Waffen und Demokratie seien nicht kompatibel.“
Waffen und Demokratie ... nicht kompatibel ... so, so.
27.7.15
Unfassbar aber wahr -
Wo Laberei auf Wirklichkeit trifft
Dpa meldet:
„ARD-Moderator Frank Plasberg (58) in Lobby-Affäre verwickelt“
Interessant?
Okay, dann weiter:
„Als Moderator und Journalist hat Frank Plasberg ("Hart aber fair") einen exzellenten Ruf - und ge­nau diesen Vorteil soll seine Firma 'Ansager & Schnipselmann' genutzt haben, um für eine Veranstal­tung der Versicherungslobby zu werben, die ausgerechnet seine Frau, die "bekannte ARD-Moderatorin Anne Gesthuysen", moderiert hat.“
Aus unserer Serie:
„Das hätt' ich jetzt von dem aber nich' gedacht!“
***
Oder ist dieses hier vielleicht interessanter?
„Boris Becker (47) hat am Samstagabend in der ARD-Quiz-Show 'Wer weiß denn sowas XXL' ausgeplaudert, dass er Sex über den Wolken hatte.“
26.7.15
Heimatkunde -
heute: Paderborn
Dpa meldet:
„Museum in Paderborn widmet sich der christlichen Nächstenliebe“
„Paderborn -
Im Diözesanmuseum Paderborn ist bis Mitte Dezember eine weitge­fächerte Ausstellung zum Thema tätige Nächstenliebe zu sehen unter dem Titel: 'Caritas – Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart'.“
Wie? Und damit kann man 'n ganzes Museum voll machen?
25.7.15
Zwei Meldungen
„Die Tinte unter dem Atomvertrag mit dem Iran war noch nicht trocken, da reiste auch schon Sozialdemokrat Sigmar Gabriel als 1. und wich­tigster Wirt­schaftsminister Europas zu Allahs Mullahs, um sein Geschäft zu erledigen, und nannte sie 'gute, alte Freunde'.“
Und Meldung Nummer zwei:
„Im Iran sind seit Jahresbeginn laut Amnesty International bereits fast 700 Menschen hingerichtet worden.“
Wie passt das zusammen?
Gut. Wieso?
24.7.15
Wieder auf allen Kanälen!
Bosbach, Bosbach, Bosbach, Bosbach, Bosbach, Bosbach,
der beliebteste, wahrhaftigste, ehrlichste und glaubwürdigste Politiker aller Zeiten!
Die Weltpresse informiert:
„Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach will trotz sei­ner heftigen Kritik an der Griechenland-Politik der Bundesregierung sein Abgeordnetenmandat behalten, seinen Posten als Vorsitzender des Innenausschusses aber aus Protest niederlegen.“
Na, der Job war ja auch n bißchen langweilig, oder? (Augenzwinker, Augenzwinker) Und schriftlich gab er dieses hier noch kund:
„Diesen Weg kann und will ich nicht mitgehen, nicht aus Sturheit – und schon gar nicht aus Profilierungssucht oder Geltungsdrang – sondern aus Überzeugung.“
Wie ... Profilierungssucht und Geltungsdrang?! Bosbach, Bosbach! Was hast du denn damit zu tun, du beliebtester, wahrhaftigster, ehrlichster und, äh, was hatten wa noch? Ach ja: glaubwürdigster Politiker aller Zeiten, du!
P.s.:
Aber schön, von dir nach so langer Zeit - das müssen ja Stunden gewesen sein - mal wieder was gehört zu haben.
Wir singen nun das beliebte, wahrhaftig ehrliche und glaubwürdig asbach-uralte Bosbach-Lied:
„Es plappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp, klapp!
Bei Tag und bei Nacht ist der Bosbach stets wach, klipp, klapp,
klipp, klapp, klipp, klapp.“
23.7.15
Achtung Wertewandel, Teil II
Dpa meldet:
„Nach Nordrhein-Westfalen führt nun auch das Saarland als Zeichen der Willkommenskultur in den Grundschulen den Islam-Unterricht ein.“
Islam auf deutsch ... na ja, is ja vielleicht auch 'n Fortschritt. Klingt zwar ein wenig holperig, wenn die Schüler sagen: 'Heut ham wa in der 3. Unterwerfung.' Aber kommt ja auch immer aufn Lehrer an...
Mein lieber Schwan!

Gott is groß
und grenzenlos
die Dämlichkeit
der Menschenheit.
22.7.15
Achtung, Wertewandel!
Dpa meldet:
„Zukunftsforscher Horst W. Opaschowski hat einen neo-konserva­tiven Wertewandel ausgemacht. Für die Deutschen stünden jetzt Ehrlichkeit (73 Prozent), Anstand (66) und Höflichkeit (64) ganz oben.“
Und vorneweg deren sympathische Galionsfigur, der Obersympath Seehofer.
Und zu dem fällt mir, liebe Leser und Leserinnen, immer wieder, sobald ich den Namen auch nur lese, höre, ahne, rieche oder tippe, eine urururururalte Geschichte ein ... Eventuell kommt die Ihnen bekannt vor. Mehr sag ich dazu nicht. Hier die Geschichte:

Kommt 'n armer Cowboy in'n Saloon und setzt sich an den Tresen.
Sagt der Wirt:
„Hey! Wenn de 'nen Schluck aus dem Spucknapf hier nimmst, kriegste 'n Dollar von mir!“
Der arme Cowboy, arm, wie er ist, fackelt nicht lange und schlürft – gluckedigluck – den ganzen Spucknapf leer, bis auf den Grund.
„Hey! Du hätt's doch nur einen Schluck nehmen müssen“, sagt der Wirt da.
„Ja, ja, ich weiß,“ meint der Cowboy. „Aber ... aber das hat alles irgendwie so … zusammengehangen.“
21.7.15
Noch mal kurz zu Griechenland
Worum ging's da eigentlich?
Darum - die Süddeutsche schreibt:
„Er hat eigentlich schon alles. Warren Buffett gehören - über die Holding Berkshire Hathaway Beteiligungen an Versicherungsfirmen, Baustoffherstellern, Sportartikelproduzenten. Der US-Milliardär in­teressiert sich für alles mit Renditeaussichten. Da war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Herr Buffett sich auch eine Insel in Europa leistet. Die sind wegen der Krise gerade günstig. Gemeinsam mit dem italienischen Immobilienunternehmer Allesandro Proto hat er für 15 Millionen Euro die Insel Agios Thomas gekauft. Mit dem Wassertaxi sind es von Agios Thomas aus nur 45 Minuten nach Athen.
Die gut 120 Hektar große Insel gehörte zum Angebot der Website Private Islands Online, sie hat noch etliche andere griechische Inseln auf ihrer Liste - auch zur Miete, falls das Geld gerade für mehr nicht reicht. Aber Warren Buffet ist eher einer vom Typ "Habenwollen". Es dürfte nicht lang dauern, bis andere ihm folgen. Die Washington Post will wissen, dass auch Brad Pitt und Angelina Jolie mit dem Kauf einer griechischen Insel liebäugeln. So eine Großfamilie - Brangelina haben sechs Kinder - braucht Platz. Eine passende Insel haben sie schon ausgemacht, Gaia. "Da könnten die Kinder dann rumlaufen, ohne dass irgendwo Paparazzi lauern", zitiert das Magazin US OK einen Insider.“

Liebe deutsche Süddeutsche!
Das war ja eine schöne Geschichte! Jedoch mich deucht, als hätten wir da was vergessen. Zum Beispiel die Pointe. Bitte schön:
„Wer sich bedanken möchte und grade die Adresse nicht parat hat, ... 'Schäuble' reicht. Kommt immer an. Jedenfalls in Deutschland.“
20.7.15
Wurscht, egal und piepenhagen
(Für's Archiv)
Historischer Tag fürs christliche Abendland: Die Arschlöcher für Deutschland (AfD) haben sich gespalten. Die Pöbelfraktion unter
der neu-germanischen Führung von Hauke-Heil Petry heißt weiter­hin Arschlöcher für Deutschland, die andern Arschlöcher nennen
sich ab sofort „Alfa“, „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“, ein reak­tionärer Haufen mit zwei Lügen schon im Namen der Firma.
Und tschüß!

Nee, nee, nix da tschüß!
Keine paar Stunden isse alt, diese „Alfa“, und schon wieder am Ende mit ihrem Latein: Die italienische Auto-Klitsche Alfa Ro­meo hat per einstweiliger Verfügung untersagt, den Namen Alfa usw. usw.
Ebenso gegen die Existenz von „Alfa“ ist „ALfA“ e.V., die „Aktion Lebensrecht für Alle“, während „Alfa-taxi“, „Aachens freundlicher Taxiruf“ und sämtliche „Alfa-Bierbrauereien“ aus den Niederlanden es sich noch überlegen.
„Wir haben extrem lange nach einem guten Namen gesucht und waren froh gewesen, endlich irgendetwas gefunden zu haben,“ äußerte sich ein enttäuschtes Parteimitglied. „Jetzt geht das alles wieder von vorne los!“
Na denn ma los, oh, ihr Fachmänner für Fortschritt und Aufbruch!