Das Tagebuch

1.2.20
Auftakt zum „Synodalen Weg“
Erster und einziger Grundsatz zur Moral des Christentums:
„Solange man nicht die Moral des Christentums als Kapitalverbre­chen am Leben empfindet, haben dessen Verteidiger gutes Spiel.“ (Friedrich Wilhelm Nietzsche).
31.1.20
Willkommenskultur à la Griechenland
Es ist ja nicht so, dass es nicht in der Zeitung stünde … Der Kölner Stadtanzeiger meldet auftragsgemäß:
„Athen. Die griechische Regierung hat sich eine neue Methode ausgedacht, die Überfahrt von Migranten aus der Türkei nach Griechenland zu erschweren: Vor den Küsten der Inseln sollen kilometerlange schwimmende Barrieren aus Kunststoff Migranten daran hindern, mit ihren Booten zu den griechischen Eilanden überzusetzen.
Doch die Maßnahme ist umstritten. Selbst Verteidigungsminister Ni­kos Panagiotopoulos, dessen Ministerium das Projekt ausgeschrie­ben hat, zeigte sich nicht sicher, ob der Plan erfolgreich sein kann. Zunächst sei nur ein Versuch geplant. Die Absperrungen sollen knapp 3 Kilometer lang sein, etwa 50 Zentimeter über dem Wasser aufragen und mit Blinklichtern ausgestattet sein.“
Von wegen Europa ist sich nicht einig. Und die Idee könnte auf dem Mist von jedem europäischen Regierungsgärtner gewachsen sein ... Nur hat nicht jedes europäische Land so schöne Eilande. Ein Hoch auf die christliche Seefahrt!
30.1.20
Und was haben se die Hosen voll!
Domradio.de tickert:
„Erste Synodalversammlung des Synodalen Weges -
Das Notwendige und Mögliche erkennen -
An diesem Donnerstag beginnt der lange erwartete und im Vorfeld gleichermaßen mit großen Hoffnungen wie auch Befürchtungen bedachte Synodale Weg. Worum geht es? Wohin könnte der Weg führen? Wohin nicht?“
Ja, wo führen sie denn hin? Ja, wo laufen sie denn?"
Wohin laufen sie denn? Ja, wo laufen sie denn?
Wenn sie sich nur nicht verlaufen ...
29.1.20
Heimatkunde -
heute: Kölle
Werter Markus Schwering, Sie gehören ja als E-Kulturpapst der Kölner Kirchenzeitung „Stadtanzeiger“ zu den wenigen ihrer Bran­che, auf dessen Seriösität, Schwurbellosigkeit und Faktensicherheit man sich einiger­maßen verlassen kann - angesichts Ihrer unfassba­ren Viel­schreiberei (heute allein ganze anderthalb Seiten!) geradezu bemerkens-, ja, gratulationswert. Und da sind wir auch schon beim Thema. Überschrift:
„Geschichte atmen am Kapitolshügel -
An Kölns größter romanischer Kirche fließen die Zeitläufte von den Römern bis heute zusammen“
Sie schreiben:
'Die spätgotische Dreikönigspforte, das letzte erhaltene „Immunitäts­tor“ in Köln an der Südseite zum Marienplatz, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Es wurde an der Stelle errichtet, an der Erzbischof Rainhald van Dassel die Gebeine der Heiligen Drei Könige in die Stadt gebracht haben soll.'
So, worum geht’s, was is los, wonach riecht's, wat scheint denn hier nich ganz koscher? Sind doch alles Fakten, ist doch alles korrekt! Oder? Selbst das, was ins Reich der Legende gehört – dass näm­lich, ganz wich­tig, dieser Erzkriegsverbrecherbischof van Dassel seine berühmteste Kriegsbeute, die „Gebeine der Heiligen Drei Könige“, durch genau das Immunitätstor, das später deswegen ehrfürchtig „Dreikönigspforte“ genannt wurde, in die Kölner City ge­schleppt haben soll – selbst diese pisselige Pisseligkeit haben Sie voll korrekt mit dem Wörtchen „soll“ als typisch unbewiesene Kir­chengeschichtsmärchenerfindung - zumindest - ange­deutet.
Ja und? Was soll das jetzt? Wo will er denn hin? Fragt sich aber allmählich der geneigte, auf die Folter gespannte Leser dieser Zei­len.
Nun, es mag ja pingelig erscheinen wie pathologisches Erbsenzäh­ler- und Korinthenkackertum, trotzdem: Werter Herr Schwering, diese Ihre heiligen drei Könige hat's nun mal niemals jemals never ever gege­ben. Und schon gar nicht deren Beine, Gebeine oder sonst wat für tote Phantasmata! Alles Lüge und Legende, alles klassischer Kirchen-Lull & Lall. Und des­wegen gehören diese drei heiligen Vögel – mit Verlaub – auch ein­gesperrt in, na? na? ... genau ... in Anführungszeichen! Sonst müssten wir das gesamte Geseier leider, leider Gottes Propaganda nennen. Und noch was: Eigentlich sollten m.M.n. alle Wörter in solchen Artikeln grundgesetzlich in Anführungs­zeichen gesetzt werden. Außer vielleicht "und" und "aber". Reichen tät aller­dings – ich bin da ja kompromissbereit -, für den Anfang auch nur das Wort "Kirche".
Danke im Voraus.
28.1.20
Ten years after-Prosa
Am 10. Jahrestag der Aufdeckung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche hat gestern der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz eine Zwischenbilanz über die bisherige ver­bandsinterne phantastische Aufarbeitung gezogen und dazu eine Erklärung ver­öffentlicht.
Tja, was soll man jetzt dazu nur sagen?
Vielleicht – v.a. im Namen der Betroffenen – noch zwei Sätze,
und dann is auch gut gewesen:
Das war jetzt das I-Tüpfelchen, welches noch fehlte.
Und:
Der Teufel soll euch holen! (Schade nur, das es ihn nicht gibt.)
27.1.20
Vor 75 Jahren
Befreiung des KZ von Auschwitz/Birkenau durch die sowjetische Armee
26.1.20
Gespräch mit dem künftigen Erzengel der Deutschen Bank
Aus dem Interview mit Siggi Pop in derselben 'BamS'-Nummer:
„Herr Gabriel, warum wollen Sie Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank werden?“
„Na, zunächst einmal, weil mich die Deutsche Bank gefragt hat. Und dann, weil es eine spannende Aufgabe ist. Die Deutsche Bank ist für die wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land enorm wichtig. Dazu kommt der große Umbruch weg vom hochriskanten Handelsgeschäft wieder hin zum soliden, fast schon langweiligen Bankgeschäft. Die Deutsche Bank will wieder Ausdruck von Solidität werden und dabei gleichzeitig ihre globale Aufstellung behalten. Diese Strategie ist si­cher erfolgversprechender, als ganz oben in der Welt bei den Invest­mentbanken mitspielen zu wollen und so enorme Risiken für die Angestellten, Kunden und unsere Volkswirtschaft zu produzieren.“
Usw.usf.
Dem Siggi nun zu attestieren, er sei ja dümmer noch als Brot und hätte noch nie was von der SPD-immanenten Funktion als Weih­nachts- bzw. Sandmännchen für die Tante Bank gehört, hieße, den mit allen Weihwassern gewaschenen Erzengel schwer zu unter­schätzen. Mit andern Worten: Der Siggi weiß um den Beschiss.
Mit andern Worten: Er will den Beschiss.
Mit andern Worten: Siggi, der Sozialdemokrat.

P.s.:
Auf dass das Wort in Erfüllung gehen sollte, welches Papst Paul IV. am Beginn der neuen Zeit seiner Kirche mit auf den Weg gab und das dort geschrieben stand:
„Mundus vult decipi; ergo decipiatur.“
Auf gut deutsch:
„Die Welt will beschissen werden; also bescheißen wir sie.“
25.1.20
Von der Lippe zur Schamlippe
Jott vdL, Jürgen von der Lippe, der Proffi unter den In-sich-hinein-Kicherern, der Fips Asmussen für die Mittlere Reife, der weltweit singuläre Unfall eines labernden Haweii-Hemds, der … noch einen? Okay, noch einen: der schimmelige Pimmelwitz von vorgestern, der … jetzt bin ich in Fahrt: Prof. Dr. Dr. Schwanz-Hodensack humoris causa, Weltmeister in Sachen „Rein,rum, raus, fertig ist der Klaus“- Narrativ aus der Steinzeit, der genitalste Knallbonbonverkäufer vom WDR, mithin einer der ganz Großen der deutschen Fernsehunter­haltung im Interview mit der geistig nicht minderen BILD am Sonntag über 'Me too' und 'die neue Prüderie':
„Es traut sich ja keiner mehr, 'ne Frau anzugraben!“
Also, wenn man sich auf 'You tube' mal für'n Moment seine Alt­herrenwitz-Veranstaltungen antut, hat man nicht unbedingt den Eindruck, dass sein Beuteschema von der Masse her irgendwie geringer geworden wär'.
Und dann hat er noch gesagt:
„Wenn das mit 'Me too' so weitergeht, werden die Deutschen noch aussterben.“
Okay, das kann natürlich sein – wenn sich Nachwuchs erst dann einstellt, wenn die Dame dazu erst vergewaltigt werden muss, du großer Fernsehunterhalter.
24.1.20
Von Katzen und Mäusen
Nach dem Willen der Deutschen Bank soll Sigmar Gabriel Mitglied in ihrem Aufsichtsrat werden, um ihr als einer der Kontrolleure ihrer Tä­tigkeiten zu dienen. In internationalen Expertenkreisen des unterirdi­schen Finanzgaunertums gilt der gläubige Erzengel Siggi-Pop Ga­briel als optimaler Schachzug. Denn dem doch eher säkularen und charakterlosen Betrieb würde ein wenig sozialdemokratische Reli­giösität gut zu Gesichte stehen. Und als gelernter Blowjobber gehört er nun mal zu den ersten und besten, die diese Partei anzubieten hätte. Außerdem kann man das alles – glaub' ich auch - bequem auch von Zuhause aus erledigen.