Das Tagebuch

22.3.22
Ein Stich mit dem Spaten
Vor 3 Wochen kam er zurück aus seiner „Auszeit“. Pardon, aus seiner „geistlichen Auszeit“. Was er da getan, gemacht und rum­gedummdödelt hat – außer nun wirklich intensivst praktizierter Selbstbefriedigung -, ist nicht überliefert. Offiziell heißt es, am Montag in der Früh hätte er seine erste Amtshandlung vollzogen, sich dafür in Köln-Kalk in einen Bagger gesetzt, hätte als Haupt­matador beim ersten Spatenstich auf der Baustelle für den neuen Erzbischöflichen Bildungscampus mächtig in die Hände gespuckt und n paar ordentlich symbolische Schüppen Sand geschüppt.
Und ausgerechnet mit Blick auf die Bauarbeiten rund um die künf­tige Errichtung der katholischen Bildungseinrichtung sprach er den leicht woelkigen Satz:
„Wir als Kirche investieren gezielt in die Zukunft junger Menschen.“
Und so ging in Erfüllung, was die Gemeinde seit langem befürchtet und ich selbst des öfteren klar voraus orakelt hatte: Dass er nämlich ohne Skrupel genau so weitermachen würde wie eh und Je.
21.3.22
„Sound of Peace“
oder
Über sieben Brücken musst du gehn
Bei Woodstock war es schon Kitsch hoch zehn. Für das schmierige „Love and Peace“-Theater aber, das die Speerspitzen der deutschen Schlageraffenindustrie letzten Sonntag am Brandenburger Tor zur Unterstüt­zung der Ukraine boten - es gaben sich u.a. die Ehre und die Klinke in die Hand: Adel Tawil, Cassandra Steen, Clueso, Hart­mut Engler, Mia, Peter Maffay, Philipp Poisel, Revolverheld, Sarah Connor, Sil­bermond, The BossHoss und Mmmmmh Westernhagen -, wäre der Begriff Kitsch eine gefähr­liche Verharmlosung, zumal für so was meines Wissens bisher noch gar kein angemessener Ausdruck ge­funden worden ist. Außer vielleicht „Terror“. Oder „musikalische Menschenverachtung“.
20.3.22
Ideen muss man haben
Dpa meldet:
„Um die Abhängigkeit von russischem Gas zu mindern, hat sich Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) an Katar gewandt.
Bei seinem Besuch am Golf schloss Habeck eine „langfristige Energiepartnerschaft“. Seine Erwartungen seien übertroffen worden.“
Katar! Katar!
Ich hör nur noch Katar!
Geht‘s nich noch ne Ecke gruseliger?
Katar! Katar!
Der Nächste, bitte!
Saudi-Ara…
Tusch, Rakete,
Tätääh, tata ...
19.3.22
Und Ihr, sehr verwertbare Hampelmänner und Hampelfrauen ...
Da unsereins ja nun mal die deutsche Geschichte inklusive ihrer Märchen, Lügen und Legenden besser kennt als die der Russen und Ukrainer, was glaubt ihr wohl, wer mich da am meisten, ja, wie soll ich sagen? Ähm ... ja, ich sag mal so: am Arsch lecken kann?
18.3.22
Was glaubt ihr eigentlich?
Nur mal angenommen, man stünde (irgendwie) solidarisch zur Ukraine und hörte die ukrainische Vize-Premierministerin Olga Stefanischina sagen, sie sehe 'im Vorgehen der russischen Truppen einen Völkermord und das sei keine Frage, sondern einfach die Realität, mit der wir konfrontiert sind‘…
Oder nur mal angenommen, man stünde (irgendwie) solidarisch zu Russland und hörte den Kremlchef W. Putin sagen, ‚die ukrainische Nazi-Regierung begehe einen Völkermord an den Russen in ihrem Territorium‘ und er wolle mit seiner militärischen Operation die Ukraine jetzt von den Nazis befreien ...
Und nun, wo beide Seiten, sowohl der russische Oberbefehlshaber als auch der NATO-Oberbefehlshaber sogar den Einsatz von takti­schen Atomwaffen diskutieren …
was glaubt ihr eigentlich, für wie blöd ihr mich verkaufen könnt?
17.3.22
Eine erste, vorläufige Zwischenbilanz
(Und wie immer ohne Gewähr)
Was hat der Krieg Russland vs. Ukraine bisher gebracht? Frieden, Freiheit und zufriedene Gesichter? Oder wenigstens Freude, Frei­bier, sichere Grenzen und Eierkuchen?
Informationen, egal von welcher Seite, sind ja erfahrungsgemäß mit Vorsicht zu genießen – wenn man von Vorsicht & Genuss in dem Zu­sammenhang überhaupt sprechen kann. Eine Zahl aber darf bereits als gesetzt gelten: 100 Milliarden Euro. Allein für die Bundes­wehr. Wegen ihrer „aktuell absoluten Unbrauchbarkeit für zukünf­tige Einsätze“ hier und in Jwd am Adw. *)
Wieviel Menschen jedoch haargenau dafür ins Gras beißen mussten, bis die 100 Milliarden vom „unfreiwilligen“ Kriegskanzler Scholz das 1. Mal verkündet wurden, wieviel Häuser in Ruinen verwandelt und wieviel Städte dem Erdboden gleichgemacht, wieviel Volk ver­blödet und Reichtum vernichtet, Kraft vergeudet und Zeit verschwendet, wieviel haltloser Hass und neue Feind­schaften, zerbombte Lebens­perspektiven und massenhaftes Elend für die kommenden Genera­tionen erst produziert werden mussten, um Geburtshelfer dieser 100 Milliarden Euro zu werden, wird wohl, weil es die hohen Herren eh nur höchst peripher tangiert, mit tödlicher Sicherheit auf ewig im Dunkeln bleiben.
Aber 100 Milliarden, so werden sich Rheinmetall & Konsorten sagen, sind fürs Erste schon mal ein hübsches Sümmchen; damit können wir doch ganz gut leben.

P.s.:
Werte Leserschaft,
wenn Sie sich jetzt fragen sollten, wofür oder wogegen ist der Mann denn nu?, dann müsste ich ehrlich sagen: Weiß ich auch nicht! Zumal ich ja des öfteren nicht mehr meiner Meinung bin.
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*) Janz weit draußen am Arsch der Welt
16.3.22
Auf die Grenzen, fertig, los!
Die ‚Kölnische Rundschau‘ geht wahrscheinlich davon aus – und da ähnelt sie durchaus allen anderen in dieser Preisklasse, - dass das, worüber sie berichtet, von allgemeinem Interesse sei. Und so darf man heute oben auf Seite 20 lesen:
„Modeschöpfer Harald Glööckler (56) ist im RTL-„Dschungelcamp“ nach eigenen Angaben bis an seine Grenzen gegangen – und darüber hinaus. ‚Ich habe mich meinen Ängsten gestellt und festgestellt, dass ich – oder man – alles schaffen kann, wenn man bereit dazu ist.' An der Reality-Sendung würde er zudem wieder teilnehmen.“
Ja, das seh ich auch so – bei dir. Breit sein ist alles.
15.3.22
Wochenend und Sonnenschein … letzter Teil
Die reizende Aphorismen-Sammlung „Wer zur Hölle will schon in den Himmel?“ von Edgar Dahl (siehe 11.3.) hier in Gänze reinzu­kopieren, würde der Leserschaft zwar entgegenkommen, dem fleißigen Autor gegenüber aber sich zu Recht als asozial erweisen. Andererseits, diese zwei müssen noch sein:
„Wer religiös sein will, kann es gerne sein. Ich respektiere das Recht auf Glaubensfreiheit. Ich würde es jedoch begrüßen, wenn die Gläubigen auch unser Recht respektierten, ihre Dogmen nicht teilen zu wollen.“ (Frank Zappa)
und
„Die Zivilisation wird so lange kranken, bis der letzte Stein der letzten Kirche auf den Kopf des letzten Priesters gefallen ist.“ (Émile Zola)
14.3.22
Maria 2. hastenichgesehn
t-online tut seine/ihre Pflicht und berichtet:
„Priestermangel in Essen
  Katholische Frauen dürfen erstmals taufen“
Halleluja! Da kommt aber Freude auf ! Weiter heißt es:
„Die katholische Kirche hat mit Priestermangel zu kämpfen – was offenbar gerade bei Tauffeiern zu Problemen sorgt. Im Bistum Essen dürfen Frauen künftig das Sakrament der Taufe spenden. Dies sei eine bundesweite Premiere, teilte das Bistum am Montag mit. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck habe am Samstag 17 Gemeinde- und Pastoralreferentinnen sowie einen Gemeindereferenten in ei­nem feierlichen Gottesdienst mit der Aufgabe betraut.
Bisher dürften nur geweihte Priester und Diakone taufen. Nun stehe diese wichtige Funktion - zunächst auf drei Jahre befristet - auch ‚ nicht geweihten Brüdern und Schwestern‘ offen.“
Ist das nicht herrlich?! Die katholische Frauen-Community ist kom­plett aus dem Häuschen und sieht sich schon mit ihrer streetcre­dibility auf dem Weg zur Hei­ligsprechung. Endlich kommt mal Bewegung in den trostlosen, gna­denreichen & von vielen schon totgemunkelten Männerverein! Frauen dürfen endlich auch taufen! Sie dürfen das Sakrament der Taufe spenden!
Ja, sacra! (Und alles ohne Anführungszeichen,)

Und zur Feier des Tages stellen wir uns wieder mal gänzlich dämlich und strohdoof an (Ach, darf man eigentlich noch 'dämlich' sagen?) und fragen lustig, stroh- & treudoof wie wir nun mal sind, drauf los:
Is das eigentlich, die Taufe?
Nun, die Taufe ist ein asbachuraltes Ritual (Ich glaube erfunden in der Bronzezeit. Hat den Vorteil: Is für viele noch nicht vorbei.), wodurch der lütte Täufling, ohne dagegen anstinken zu können – wie auch? - in die Gemeinschaft der Abergläubigen auf­genommen wird. So weit, so dumm und bekannt. Bevor jedoch die Erziehungs­berechtigten stellvertretend für die süßen Hosenscheisser ihren Glau­ben bekennen und versprechen, ihre Blagen dementsprechend herzurichten, spricht der Priester – wie demnächst auch diverse, heiße Frauen aus dem Bistum Essen – die Taufformel, mit der dem kleinen Menschlein - man höre & staune - erstmal der Teufel mit Haut und Haar und Hinkefuß ausgetrieben wird, und zwar auf Latein, damit die des Lateinischen traditionell unkundigen Eltern sich nicht direkt ihren Sproß untern Arm klem­men und das Weite suchen. „Apage Satana“ spricht der gesalbte Gottesgelehrte nämlich, was so viel heißt wie „Teufel, scher dich zum Teufel!“. Und das Ganze wird noch himmlisch firmiert als ein sog. „heilig-ewiges Sakrament“, allgemein eher geläufig unter dem Namen Exorzismus.
Und wenn das die Richtung andeutet, in welche Maria 2.0 und ihre aufgeweckte kritische Masse künftig Seit an Seite schreiten dürfen, mein lieber Herr Gesangsverein, dann sag ich: Bingo! Da habt ihr‘s ja geschafft! Teufel aber auch!