Du kriegst von ihm alles, was du willst, nur keinen graden Satz ohne Hintertürchen,
kein Wort ohne doppelten Boden,
keine Rede ohne Ausrede
keine Regel ohne Rumgeeier,
keine Wahrheit ohne Lüge,
keine Legende ohne Zweifel,
keine Äußerung ohne Zweideutigkeit,
keine Ambivalenz ohne Dreideutigkeit,
kein Sommer ohne Hoch,
kein Arsch ohne Loch
und kein Versprechen ohne 120prozentige Sicherung durch die „letzte Instanz“...
(Ahnen Se schon, um wen sich's dreht?)
Keine Tickets ohne Rückfahrschein,
keine Bindung ohne Netz,
keinen Eidschwur ohne Heucheln,
keine Richtschnur ohne Hampeln,
kein Einerseits ohn‘ Andrerseits,
kein Wenn ohne Aber,
kein X ohne U,
keinen Tipp ohne Gewähr,
kein Hin ohne Her,
keine Bücher ohne sieben Siegel,
keinen Hasen ohne Igel,
kein Hüh ohne Hott und keine Litanei ohne Gott.
Und vor allem keine Entschuldigung
im „Oscar“-reifen Mea-culpa-Ton
jemals never ever ohne Mikrophon.
Und es begab sich gestern in seinem Münchener Jammertal Garching an der Alz, dass es dem Erzbischof von München & Freising, Kardinal Reinhard Marx, beim Lustwandeln im dortigen Gelände plötzlich überkam, sich mal eben mit entsprechender Medienbegleitung für 1000mal durchgekaute, längst verjährte Fälle von Missbrauch bei seiner Gemeinde wortreich & theatralisch zähneknirschend zu entschuldigen und sog. Fehler einzuräumen:
„Dass ein Pfarrer, der des Missbrauchs überführt war, bei Ihnen eingesetzt war, ist eine Katastrophe und ich entschuldige mich.“ (Jaja ja, da gab‘s wohl mal einen. Aber was war denn da noch mal genau passiert?)
„Das System Kirche hat versagt.“ (Echt? Interessant! Es gab keinen Täter und es war nicht das System. Das System hatte nur versagt!)
„Es ist ein Versagen der Institution, für die ich um Entschuldigung bitte.“ (Jaja, is ja jut. Nur auf dieses ominöse Versagen darf ich doch später noch rekurrieren, oder?)
„Auch persönlich bitte ich um Entschuldigung; denn auch nach 2010 hätte vieles besser laufen können.“ (Ach ja? Hätte, hätte, Pfarrerkette oder wie?)
„Wir haben wahrscheinlich etwas unterschätzt, was an Spannungen und Verwundung und Verletzungen da ist.“ (Ja, wahrscheinlich.)
„Ich weiß inzwischen, dass Aufarbeitung eine lange Geschichte ist und viele das unterschätzen.“ (Obwohl wir sie ja ansonsten immer sehr schätzen, die langen Geschichten. Aber egal.)
„Ich habe jetzt keinen konkreten Punkt, wo ich sage, da habe ich jetzt was vertuscht.“ (Nee, is klar.)
„Aber ich kann doch von mir nicht behaupten, ich hätte immer alles ganz genau gewusst.“ (Nee, kannste auch nich.)
„Manchmal habe ich womöglich nicht genau genug hingeschaut. Hätte ich mich nicht anstrengen müssen, mehr zu wissen?“
(Ja, kann sein. Kann alles sein. Is mir aber auch völlig schnuppe.)
Kein Tag ohne Friede,
keine Nacht ohne Freude,
kein Morgen ohne Eierkuchen,
keine Minute ohne Schuld,
keine Woche ohne Brüderlichkeit,
keinen Monat ohne Verlogenheit
und keinen einzigen Moment im Leben ohne Gott,
den allmächtigen Vater, die heilige Auto-Absolution!
Wie gesagt, ich wollte ja nur noch mal auf das Wort 'Versagen' zurückkommen, Monsignore Exzellenz. Also once more Versagen:
Versagen setzt doch voraus, dass man etwaiges Versagen immer antizipieren kann und muss, also zumindest theoretisch in Betracht zu ziehen hat. Wenn aber der Missbrauch jahrzehntelang gar nicht als solcher erachtet, sondern als völlig normal betrachtet wird wie auch seine Vertuschung, dann wäre das Versagen doch auch kein Versagen mehr- könnense mir noch folgen, Käpt'n Iglu? - sondern schlicht und ergreifend und selbst nach den logischen Gesetzen der toten Gehirnmasse von Bruder Woelki ein Verbrechen, oder was meinen Euer Hochwohlwiedergeboren?
Ach, und eine klitzekleine kurze Zusatzfrage sei mir armen sündigen Erdling noch gestattet:
Wenn das Wort 'Versagen' also schon auf Vertuschung hinausläuft, verbleibt der Begriff 'System' doch zugegebenermaßen korrekt. Jetzt ist aber dieses System etwas älter als die ewig angeführten paar Jahrzehnte von 1950 bis ‘80. Daher meine Frage: Wer übernimmt eigentlich die Entschuldigung für all die „Fälle“ aus der Zeit – sagenwamal und wollnja nicht dabei allzu ungerecht erscheinen – pi mal Daumen von ca. 315/317 an bis 1950, Herr Marx?
Wie, der liebe Gott?! Ach, der liebe Gott!!! Den hatt‘ ich ja völlig vergessen! Na, Sie sind mir aber auch ein Schlawiner, Sie päpstlicher Ehrenkaplan, Sie!
Das Tagebuch
16.7.21
Sternstunde der Demokraten(Der kleine Besinnungsaufsatz für zwischendurch)
Einleitung:
Es ist grade mal 2 Wochen her, als der grüne Prophet Oliver Krischer im Bundestag angesichts der kanadischen Klimatoten verkündete: „Diese Laschet-Politik kostet überall auf der Welt Menschen das Leben.“ Doch das Protokoll vermerkte nur Achselzucken, Empörung und Achselzucken.
Dann aber kam das „Jahrhunderthochwasser mit seinem tödlichen Starkregen, unübersehbaren Verwüstungen und bis dato 156 Toten“ über Nordrhein-Westfalen und andere Teile der Republik, und der ‚Spiegel‘ prophezeite: „Der Kampf gegen die Fluten verändert die deutsche Politik.“
So, so. So falsch der Satz „Wer nix wird, wird Wirt“ auch ist,
so richtig aber deucht mich der „Wer das glaubt, wird Journalist.“
Hauptteil:
Bevor sich in diesem Lande irgenetwas verändert, hat die Politik allemal noch das Theater gesetzt. Und so pilgerte Kanzlerkandidus Arminius Lalaschet ratzfatz mit seiner Entourage und dem allzeit bereiten Grabredner Frank-Walter Sparbier, äh, Steinmeier im Gepäck nach Erftstadt, in die kleine, ehemals gemütliche Voreifelstadt Erftstadt an der Erft, in der sich seit der Steinzeit kaum etwas bewegt hatte, um dem von der Hochwasserkatastrophe arg gebeutelten Publikum eine spritzige Neuauflage des berühmten Trauerspiels „Der Gummistiefelwahlkampf“ zu geben.
Doch inhaltlich gab das Stück nicht viel her. Und Neues schon mal gar nicht. Mit Ausnahme einer Szene. Mitten im Prolog, als unser aller furchtlose Obertrauerkloß und beliebte Kranzabwerfer Frank-Walter in seiner Funktion als hauptamtliche Tränendrüse sich grade so gut es ging in Rage redete mit gut abgehangenen Klassikern wie „Die Tragödie macht mich fassungslos. Meine tiefe Anteilnahme gilt den Angehörigen der Verstorbenen. Ihr Schicksal trifft mich ins Herz. Klimawandel … Wetterlagen … zu gegebener Zeit … sieht sich die Politik“ und dergleichen mehr, da, während dieser kurzweiligen Rede war dem Herrn Lalaschet, der für jedermann sichtbar mit seinem Gefolge im Bühnenhintergrund hinpostiert aufs eigene Solo wartete, wohl irgendein alter Witz durch die Rübe gerauscht. Jedenfalls verfeixte man sich nach Art des Hauses die tote Zeit, in der ihr Steinmeier da rumeierte, als sei man zuhause oder zu Gast bei der humorfreien Ordensverleihung wider den tierischen Ernst – und damit in der Tat ganz bei sich selbst.
Schluss:
Am Ende des Tages twitterte Arminius Lalaschet in den Shitstorm:
„Ich danke dem Bundespräsidenten für seinen Besuch. Uns liegt das Schicksal der Betroffenen am Herzen, von dem wir in vielen Gesprächen gehört haben. Umso mehr bedauere ich den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation entstanden ist. Dies war unpassend und es tut mir leid.“
Und auch diese Zeilen wird ihm wohl irgend so 'n Ghostwriter auf 'nen Schmierzettel gepinnt haben. Und äußerst betrüblich finde ich, dass wir nie die lustige Geschichte erfahren werden, über die sie sich so herzlich zu Tode amüsierten.
Es ist grade mal 2 Wochen her, als der grüne Prophet Oliver Krischer im Bundestag angesichts der kanadischen Klimatoten verkündete: „Diese Laschet-Politik kostet überall auf der Welt Menschen das Leben.“ Doch das Protokoll vermerkte nur Achselzucken, Empörung und Achselzucken.
Dann aber kam das „Jahrhunderthochwasser mit seinem tödlichen Starkregen, unübersehbaren Verwüstungen und bis dato 156 Toten“ über Nordrhein-Westfalen und andere Teile der Republik, und der ‚Spiegel‘ prophezeite: „Der Kampf gegen die Fluten verändert die deutsche Politik.“
So, so. So falsch der Satz „Wer nix wird, wird Wirt“ auch ist,
so richtig aber deucht mich der „Wer das glaubt, wird Journalist.“
Hauptteil:
Bevor sich in diesem Lande irgenetwas verändert, hat die Politik allemal noch das Theater gesetzt. Und so pilgerte Kanzlerkandidus Arminius Lalaschet ratzfatz mit seiner Entourage und dem allzeit bereiten Grabredner Frank-Walter Sparbier, äh, Steinmeier im Gepäck nach Erftstadt, in die kleine, ehemals gemütliche Voreifelstadt Erftstadt an der Erft, in der sich seit der Steinzeit kaum etwas bewegt hatte, um dem von der Hochwasserkatastrophe arg gebeutelten Publikum eine spritzige Neuauflage des berühmten Trauerspiels „Der Gummistiefelwahlkampf“ zu geben.
Doch inhaltlich gab das Stück nicht viel her. Und Neues schon mal gar nicht. Mit Ausnahme einer Szene. Mitten im Prolog, als unser aller furchtlose Obertrauerkloß und beliebte Kranzabwerfer Frank-Walter in seiner Funktion als hauptamtliche Tränendrüse sich grade so gut es ging in Rage redete mit gut abgehangenen Klassikern wie „Die Tragödie macht mich fassungslos. Meine tiefe Anteilnahme gilt den Angehörigen der Verstorbenen. Ihr Schicksal trifft mich ins Herz. Klimawandel … Wetterlagen … zu gegebener Zeit … sieht sich die Politik“ und dergleichen mehr, da, während dieser kurzweiligen Rede war dem Herrn Lalaschet, der für jedermann sichtbar mit seinem Gefolge im Bühnenhintergrund hinpostiert aufs eigene Solo wartete, wohl irgendein alter Witz durch die Rübe gerauscht. Jedenfalls verfeixte man sich nach Art des Hauses die tote Zeit, in der ihr Steinmeier da rumeierte, als sei man zuhause oder zu Gast bei der humorfreien Ordensverleihung wider den tierischen Ernst – und damit in der Tat ganz bei sich selbst.
Schluss:
Am Ende des Tages twitterte Arminius Lalaschet in den Shitstorm:
„Ich danke dem Bundespräsidenten für seinen Besuch. Uns liegt das Schicksal der Betroffenen am Herzen, von dem wir in vielen Gesprächen gehört haben. Umso mehr bedauere ich den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation entstanden ist. Dies war unpassend und es tut mir leid.“
Und auch diese Zeilen wird ihm wohl irgend so 'n Ghostwriter auf 'nen Schmierzettel gepinnt haben. Und äußerst betrüblich finde ich, dass wir nie die lustige Geschichte erfahren werden, über die sie sich so herzlich zu Tode amüsierten.
15.7.21
Gute Nachrichten vom Beelzebub
Die Kirchen spüren wieder Oberwasser, heisst es. Und frohlockend schallt es von den Kirchtürmen allerorten:
„2020 haben deutlich weniger Menschen die Kirche verlassen als 2019!“
Ich aber sage euch: Freut euch nicht zu früh! Denn die Fachexperten des Teufels halten das mitnichten für eine Trendwende. Weil die Menschen nun mal faul wie die Sünde sind oder so vergesslich oder wegen Corona oder Hochwasser zurzeit andere Sorgen umtreiben, haben sie ihren geplanten Kirchenaustritt nur etwas auf die lange Bank geschoben. Die langfristige Tendenz heißt für euch, werte Brüder und Schwestern, noch allemale:
„Land unter! Fürchtet euch und packt eure sieben Sachen!“
Und lasst es euch prophezeit und in Stein gemeißelt sein von mir, dem Regierungssprecher und Spiritus Rector der obersten Ausgeburt der Hölle.“
P.s.:
Das Wort zum Sonntag sprach diesmal ausser der Reihe quasi der Herr Beelzebub persönlich
(Jaja, gern geschehen. Nichts zu danken.)
„2020 haben deutlich weniger Menschen die Kirche verlassen als 2019!“
Ich aber sage euch: Freut euch nicht zu früh! Denn die Fachexperten des Teufels halten das mitnichten für eine Trendwende. Weil die Menschen nun mal faul wie die Sünde sind oder so vergesslich oder wegen Corona oder Hochwasser zurzeit andere Sorgen umtreiben, haben sie ihren geplanten Kirchenaustritt nur etwas auf die lange Bank geschoben. Die langfristige Tendenz heißt für euch, werte Brüder und Schwestern, noch allemale:
„Land unter! Fürchtet euch und packt eure sieben Sachen!“
Und lasst es euch prophezeit und in Stein gemeißelt sein von mir, dem Regierungssprecher und Spiritus Rector der obersten Ausgeburt der Hölle.“
P.s.:
Das Wort zum Sonntag sprach diesmal ausser der Reihe quasi der Herr Beelzebub persönlich
(Jaja, gern geschehen. Nichts zu danken.)
14.7.21
Kleine Atempause, Gesch ...
Von heute bis zum 19. Juli muss die Welt wieder ohne mich auskommen.
Nich weinen! Bin ja bald zurück.
13.7.21
Schicksale, die man nicht erleben wollte
Der Spiegel schreibt:
„Horst Seehofer engagiert sich seit fünf Jahrzehnten in der CSU – und bekleidete höchste politische Ämter. Tochter Susanne ist nun der FDP beigetreten.“
Oha! Da hammer bei der Erziehung ja wohl irgendwo nen dicken Fehler gemacht. Ich mein, CSU is ja schon schlimm. Aber FfDddPee? Wie kommt man denn da drauf? Und dann noch als Frau? Was ist denn da so grausam ausm Ruder gelaufen? Was hat Ihr Vater Ihnen denn getan? Oder war‘s die christlich-soziale Mutter? Kann man denn als Tochter bei der Prominenz der Familie sich nicht mal etwas zurückhalten?
Mein Gott! Was musste Ihr Vater in letzter Zeit nicht alles ertragen? Erst die langjährigen hinterfotzigen Stinkdrüsenquerschlägereien seines charakterlosen Ziehsohns Söder, woran er fast zerbrochen wär, am Ende dann obendrein den noch als Ministerpräsident sehen zu müssen und jetzt das! Die eigene Tochter bei der Efffddddppeeh! Die eigene Tochter! AfD wär ja noch gegangen. Aber Effdddppeeh? Wie um Himmels Willen kann denn so was passieren?
Man versteht es nicht.
„Horst Seehofer engagiert sich seit fünf Jahrzehnten in der CSU – und bekleidete höchste politische Ämter. Tochter Susanne ist nun der FDP beigetreten.“
Oha! Da hammer bei der Erziehung ja wohl irgendwo nen dicken Fehler gemacht. Ich mein, CSU is ja schon schlimm. Aber FfDddPee? Wie kommt man denn da drauf? Und dann noch als Frau? Was ist denn da so grausam ausm Ruder gelaufen? Was hat Ihr Vater Ihnen denn getan? Oder war‘s die christlich-soziale Mutter? Kann man denn als Tochter bei der Prominenz der Familie sich nicht mal etwas zurückhalten?
Mein Gott! Was musste Ihr Vater in letzter Zeit nicht alles ertragen? Erst die langjährigen hinterfotzigen Stinkdrüsenquerschlägereien seines charakterlosen Ziehsohns Söder, woran er fast zerbrochen wär, am Ende dann obendrein den noch als Ministerpräsident sehen zu müssen und jetzt das! Die eigene Tochter bei der Efffddddppeeh! Die eigene Tochter! AfD wär ja noch gegangen. Aber Effdddppeeh? Wie um Himmels Willen kann denn so was passieren?
Man versteht es nicht.
12.7.21
Die letzten beißen die Taliban
Dpa meldet:
„Afghanistan - Bund rechnet mit Evakuierung von 3.500 Helfern“
Am Ende – wenn‘s denn eins geben sollte – werden se wohl noch drei Nullen dranhängen müssen.
Es sei denn, sie definieren das Wort „Helfer“ so zusammen, dass es hinkommt. (Muss ja alles seine Ordnung haben. Und wenn sich der Hindukusch auf eins verlassen kann, dann auf die deutsche Gründlichkeit im deutschen Leitz-Ordner.)
„Afghanistan - Bund rechnet mit Evakuierung von 3.500 Helfern“
Am Ende – wenn‘s denn eins geben sollte – werden se wohl noch drei Nullen dranhängen müssen.
Es sei denn, sie definieren das Wort „Helfer“ so zusammen, dass es hinkommt. (Muss ja alles seine Ordnung haben. Und wenn sich der Hindukusch auf eins verlassen kann, dann auf die deutsche Gründlichkeit im deutschen Leitz-Ordner.)
11.7.21
Wenn Attila uns sein braunes Süppchen kredenzt
Von der Polizei per Haftbefehl gesucht, von der Berliner Staatsanwaltschaft in 80 Fällen angeklagt und seit September ‘20 auf der Flucht mit geheimem Unterschlupft irgendwo in der Türkei – das ist Attila, nicht Attila der Hunnenkönig, sondern Attila der Hildmann, Kochbuchautor und einer unserer ganz großen Querdenker und Verschwörungsschamanen hierzulande und der Twitterer und Telegrammer fleißigsten einer. Und so lautete einer seiner letzten Posts, den er da unter eine Fotomontage (A. Merkel in KZ-Kleidung) getippt hatte:
„Sperrt diese Untermenschen Jüdin endlich nach Auschwitz wo sie hingehört bevor noch mehr Kinder Selbstmord begehen und wehrlose Alte mit Judenspritzen ermordet werden!“
Das muss ein sehr feiner Herr sein. So - und die Schreibfehler sind kein Zufall - denkt es in einem solch feinen Hirn. Und in den Hirnen derer, die dem auf Marktplätzen applaudieren, im Wahllokal dann bei den Arschlöchern für Deutschland ihr Kreuz hinkotzen und von den anderen Parteien zurück in den Betrieb gewünscht werden. Attila, ein Vorzeigedeutscher der besonderen Art. Ich könnt mir den aber auch genauso gut als Schiffsschaukelbremser, Zwergschullehrer oder als Nachfolger von Präsident Erdogan vorstellen.
„Sperrt diese Untermenschen Jüdin endlich nach Auschwitz wo sie hingehört bevor noch mehr Kinder Selbstmord begehen und wehrlose Alte mit Judenspritzen ermordet werden!“
Das muss ein sehr feiner Herr sein. So - und die Schreibfehler sind kein Zufall - denkt es in einem solch feinen Hirn. Und in den Hirnen derer, die dem auf Marktplätzen applaudieren, im Wahllokal dann bei den Arschlöchern für Deutschland ihr Kreuz hinkotzen und von den anderen Parteien zurück in den Betrieb gewünscht werden. Attila, ein Vorzeigedeutscher der besonderen Art. Ich könnt mir den aber auch genauso gut als Schiffsschaukelbremser, Zwergschullehrer oder als Nachfolger von Präsident Erdogan vorstellen.
10.7.21
Halbzeit, abseits
Ich tippe mal, was Corona betrifft, ist so ungefähr Halbzeit. Es war bisher wahrlich nicht einfach, harte Zeiten, wie man so sagt. Und es ist längst noch nicht ausgemacht, ob es in Kürze nicht doch so kommt, wie es schon bei Danny Dziuk und in der Bibel heißt, dass die Lebenden die Toten noch beneiden werden.
Anyway. Es wurd viel gestorben, geworben und gestritten, gelehrt, gelernt und gelitten, erfunden, erstunken und erlogen, gehuldigt, geheilt und entschuldigt, verlesen, genesen und, als wär nix gewesen, Reibach ohne Ende gemacht und die andere Hälfte der Welt gelassen, wie gehabt, dem Teufel überlassen.
Und blickt man allein auf Deutschland, so ist es unterm Strich (Aluhüte & Querdenkerspinner mal nicht mitgerechnet) nicht unbedingt - wie sonst so usus - unangenehm aus der Reihe getanzt. Kein Oberstreber, kein Klassenprimus, aber durchaus wissbegierig und noch halbwegs erträglich. Alles und jedes und noch vieles mehr wurde rauf & runter-, an- & aus- und durch- & durchdiskutiert oder bei Bedarf runddekliniert und dann wegdefiniert, Massen an Viren näher kennengelernt wie auch ihre diversen Tanten, Onkels und Mutanten. Praktisch sämtliche Probleme wurden - zumindest theoretisch in Ansätzen - gelöst und alle Fragen, die sich stellten, beantwortet, alle, alle bis auf eine:
Was machen wir in Deutschland, wenn der Corona-Spuk vorbei ist, bloß mit 82 Millionen arbeitslosen Ärzten und Pandemienforschern?
Ehrlich: Ich weiß es nicht. Ich würde jedenfalls angenehmer leben mit 82 Millionen Schiedsrichtern.
Anyway. Es wurd viel gestorben, geworben und gestritten, gelehrt, gelernt und gelitten, erfunden, erstunken und erlogen, gehuldigt, geheilt und entschuldigt, verlesen, genesen und, als wär nix gewesen, Reibach ohne Ende gemacht und die andere Hälfte der Welt gelassen, wie gehabt, dem Teufel überlassen.
Und blickt man allein auf Deutschland, so ist es unterm Strich (Aluhüte & Querdenkerspinner mal nicht mitgerechnet) nicht unbedingt - wie sonst so usus - unangenehm aus der Reihe getanzt. Kein Oberstreber, kein Klassenprimus, aber durchaus wissbegierig und noch halbwegs erträglich. Alles und jedes und noch vieles mehr wurde rauf & runter-, an- & aus- und durch- & durchdiskutiert oder bei Bedarf runddekliniert und dann wegdefiniert, Massen an Viren näher kennengelernt wie auch ihre diversen Tanten, Onkels und Mutanten. Praktisch sämtliche Probleme wurden - zumindest theoretisch in Ansätzen - gelöst und alle Fragen, die sich stellten, beantwortet, alle, alle bis auf eine:
Was machen wir in Deutschland, wenn der Corona-Spuk vorbei ist, bloß mit 82 Millionen arbeitslosen Ärzten und Pandemienforschern?
Ehrlich: Ich weiß es nicht. Ich würde jedenfalls angenehmer leben mit 82 Millionen Schiedsrichtern.
9.7.21
Eine Träne geht auf Reisen
Bis gestern hieß es auf Plakaten und Aufklebern der Münchener Verkehrsgesellschaft (MVG) noch: „Schwarzfahren kostet 60 Euro!“ Jetzt lautet der Spruch „Ehrlich fährt am längsten“. Auch in Berlin hat man keine Kosten, Mühen und irre Angriffe auf den Restverstand gescheut im Kampf gegen den äh … gegen den, ja, gegen wen wohl … man höre & staune, jawollja, gegen den Rassismus!
Das Berliner Springer-Blatt B.Z. findet das aus naheliegenden Gründen übrigens nicht so gut:
„Auch die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) hat das Wort ‚Schwarzfahren‘ aus der internen und externen Kommunikation verbannt, um nicht in Rassismus-Verdacht zu geraten, nachdem der rot-grüne Berliner Senat im September 2020 ein sogenanntes ‚Diversity-Programm‘ beschlossen hatte.“
Man könnte das alles natürlich auch für einen lustigen Metropolenwitz halten, halt für unvermeidliche Auswüchse der "antirassistischen" Gehirnwäschepädagogen aus der Gender-Sternchen-Fraktion, oder ein Loblied auf den typischen Münchener resp. Berliner Humor anstimmen – wenn, ja, wenn der Begriff „Schwarzfahren“ lustigerweise auch nur im Entferntesten was mit Rassismus zu tun hätte. Dem üst aba nich so, ihr oberurbanen Kulturbolschewisten! Gegenüber der Münchner Abendzeitung erklärte der Sprachwissenschaftler Eric Fuß denn auch, dass „der Ausdruck 'Schwarzfahrer' von dem jiddischen Wort 'shvarts' (Armut) komme und also Menschen bezeichne, die zu arm sind, sich ein Ticket zu kaufen.“
Die Frage ist jetzt nur:
Was tun? Bzw. Was nun? Oder in Kiez-art: Was macht das mit uns? Höchstwahrscheinlich - wie immer - gar nix. Aber die wenigen Schwarzen in München, Berlin und anderswo sollten sich vielleicht beizeiten darauf einstellen, von Rassisten aller Art in Deutschland nicht nur hin und wieder durch die Stadt gejagt und totgeschlagen, sondern auch totgeliebt zu werden.
Mord bei Umarmung.
***
Für alle, die‘s genauer wissen wollen:
„Das Schluchzen des weissen Mannes“, Rotbuch, 1984 (vergr.)
„Der Schuldkomplex“, Pantheon, 2006
„Der eingebildete Rassismus“, Edition Tiamat, 2017
von Pascal Bruckner
„Auch die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) hat das Wort ‚Schwarzfahren‘ aus der internen und externen Kommunikation verbannt, um nicht in Rassismus-Verdacht zu geraten, nachdem der rot-grüne Berliner Senat im September 2020 ein sogenanntes ‚Diversity-Programm‘ beschlossen hatte.“
Man könnte das alles natürlich auch für einen lustigen Metropolenwitz halten, halt für unvermeidliche Auswüchse der "antirassistischen" Gehirnwäschepädagogen aus der Gender-Sternchen-Fraktion, oder ein Loblied auf den typischen Münchener resp. Berliner Humor anstimmen – wenn, ja, wenn der Begriff „Schwarzfahren“ lustigerweise auch nur im Entferntesten was mit Rassismus zu tun hätte. Dem üst aba nich so, ihr oberurbanen Kulturbolschewisten! Gegenüber der Münchner Abendzeitung erklärte der Sprachwissenschaftler Eric Fuß denn auch, dass „der Ausdruck 'Schwarzfahrer' von dem jiddischen Wort 'shvarts' (Armut) komme und also Menschen bezeichne, die zu arm sind, sich ein Ticket zu kaufen.“
Die Frage ist jetzt nur:
Was tun? Bzw. Was nun? Oder in Kiez-art: Was macht das mit uns? Höchstwahrscheinlich - wie immer - gar nix. Aber die wenigen Schwarzen in München, Berlin und anderswo sollten sich vielleicht beizeiten darauf einstellen, von Rassisten aller Art in Deutschland nicht nur hin und wieder durch die Stadt gejagt und totgeschlagen, sondern auch totgeliebt zu werden.
Mord bei Umarmung.
***
Für alle, die‘s genauer wissen wollen:
„Das Schluchzen des weissen Mannes“, Rotbuch, 1984 (vergr.)
„Der Schuldkomplex“, Pantheon, 2006
„Der eingebildete Rassismus“, Edition Tiamat, 2017
von Pascal Bruckner