Das Tagebuch

16.1.25
Hoffnung in Nahost? Hoffentlich!
Der Israel-Hamas-Deal, ausgehandelt unter Druck von Katar und USA, naja, könnte, guter Wille vorausgesetzt, funktionieren.
Zunächst muss ein 6 Wochen langer, beidseitiger Waffenstillstand eingehalten werden. In dieser Zeit soll auch der erste Gefangenen­austausch stattfinden: 33 der verbliebenen 100 Geiseln gegen ca. 1000 palästi­nensische Terroristen, bis dann am Ende der 3. Phase alle israelische Geiseln frei sind und insgesamt ca. 1650 palästi­nen­sische Häftlinge.
So sinnvoll die Verhandlungen an sich und so seltsam die Ergebnis­se letztendlich auch erscheinen, zumal aber eben auch wohl nichts besseres rauszupokern war, so ist doch die gewöhnliche Verhältnis­mäßigkeit, mit der man so denkt, irgendwie unter die Räder gekom­men. Es mag ja in diesen komischen Ländern normal sein, mit un­terschiedlichen Maßstäben zu operieren, aber wenn dabei erst 1000 Terroristen so viel wert sind wie 33 Israelis, dann haben wir es hier doch mit einem selbst eingehandelten Werteverlust zu tun. 33 zu 1000 – armseliger geht’s ja kaum. Und übermorgen kommen se uns wieder mit Apartheid, Rassismus und Weißderdeibel!
Nicht mal rechnen können die Brüder.
15.1.25
Zurück vor die eigene Tür
Bei ‚Hart aber Fair‘ ganges, nein, ging es gestern wieder hoch her. Der Katrin ... ja, es heißt: der Katrin! … also, der Katrin Göring-Eckhart wurde vorgeworfen, sie würde „die Probleme mit den Ausländern“ verharmlosen, „die massenhafte Einwanderung baga­tellisieren“ usw. und „wahrscheinlich auf dem Mond leben“, weil sie sich erlaubt hatte, mal eine diskursive Schieflage etwas geradezu­rücken mit den Worten:
„Ich glaube, das hat mit dem Alltag der Menschen verdammt wenig zu tun. Glauben wir denn wirklich, wenn wir Hatice abschieben, wird Oma Gerda die Butter wieder bezahlen können? Nein!“
Das konnten die versammelten Sozialexperten natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Und so ging es … ja, und so ging es weiter wie gehabt und wie gewollt ... bis ans Ende unserer Tage. Bitte schön. Ja, danke schön. Gern geschehn.
14.1.25
Fragen ohne Ende
In Indien, da wo sich die Flüsse Yamuna und Saraswati in den Gan­ges ergießen, da wird zur Zeit das größte religiöse Fest der Welt ge­feiert. Dabei hüpfen 400 Millionen Religiöse wie von Sinnen in die braunen Fluten eines der dreckigsten Flüsse auf Erden, „um sich von ihren Sünden zu reinigen.“
Ich könnt das jetzt so stehen lassen. Weil mir dazu zum Beispiel auch nichts mehr einfällt. Aber ich mach mir doch Sorgen, dass sich die plantschenden Metaphysiker in der Brühe schwer was wegholen.
Andrerseits sag ich mir: Wat soll der Geiz? Soll’nse doch. Wenn’s Spaß macht!

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Anmerkungen:
Die 400 Millionen People sind aber nicht die einzigen, die sich in den gemächlichen Fluten da tummeln: Täglich werden über 5 Millionen Kubikmeter toxischer Abwässer eingeleitet, allein in Kalkutta 320 Millionen Liter in den Gangesarm Hugli. Die Belastung durch Koli­bakterien ist 2000-mal höher als in Indien erlaubt und das Wasser enthält hohe Konzentrationen von Cyaniden, Arsen, Blei, Zink, Chrom und Quecksilber. Zu den Fäkalabwässern kommen zahlreiche Leichenreste. Beides erleichtert die Ausbreitung von Cholera- und Typhusbakterien.
Außerdem (Mein Gott, was kommt denn jetzt noch?!) funktionieren nur wenige Kläranlagen effektiv, sodass sich auch dort gereinigtes Wasser unterhalb der Anlagen wieder mit hoch belastetem Wasser mischt. 1985 startete die indische Regierung einen Aktionsplan, der das Ziel hatte, die Verschmutzung zu bekämpfen. Trotz hoher Inves­titionen gilt der Plan als weitgehend gescheitert, nicht zuletzt, weil für den Betrieb der Anlagen notwen­dige Mittel fehlten. Der Oberste Gerichtshof des nordindischen Bundesstaats Uttarakhand ordnete im März 2017 an, dass der Ganges und sein Hauptzufluss Yamuna den Status einer juristischen Person erhalten sollen. Die Flüsse sollen „alle entsprechenden Rechte, Pflichten und Verantwortlichkeiten einer lebenden Person“ erlangen. Diese Entscheidung bedeutet, dass eine Verschmutzung oder Beschädigung der Flüsse einer Schädigung einer Person gleichwertig ist. (aus Wikipedia)
Geändert hat sich seitdem, seit der Gleichstellung mit dem Men­schen selbstverständlich gar nichts. Weil, mit Menschen kannste ja alles machen. Sinniger wäre vielleicht eine Gleichstellung mit den heiligen Kühen und Ratten gewesen …
Naja, Sie merken schon, ich bin nicht der richtige für eine tolerante, offene, friedvolle Gesprächsrunde über diesen Quatsch im Quadrat.
13.1.25
Der allgemeine Größenwahn marschiert im Gleichschritt voran
Wir gehen großen, lustigen Zeiten entgegen. Trump zum Beispiel platzt zur Zeit vor Selbstbewusstsein geradezu aus allen Nähten und bezeichnet sich selbst schon als „USA“, Zitat:
„Im Interesse der nationalen Sicherheit und der Freiheit in der Welt sind die USA der Ansicht“, also er, „dass der Besitz und die Kontrolle von Grönland eine absolute Notwendigkeit sind.“
Ja, nee, is klar. Jetzt, wo Los Angeles praktisch nur noch Schutt und Asche ist, erscheint ihm wohl Grönland als guter Ersatz. Da kann jedenfalls nicht einfach alles weg brennen. Und wer sollte Grönland auch zu Hilfe eilen. Trump wird den Eiskoloss Grönland seinem Eigentümer Dänemark ganz simpel für ne lausige Handvoll Dollar abkaufen. Und der Panama-Kanal steht auch schon auf seinem Bierdeckel.
Während seine neue Freundin Alles Weigel für ihre Weltherrschaft noch dies und dat zu erledigen hat, ist ihr wie auch Trump völlig einerlei, ob ihr Beitrag nach allen Regeln der Logik nur sinnloser Bullshit ist, Hauptsache beim Begriff ‚Schande‘ fällt bei jedem der Groschen in die gewünschte Richtung: – Zitat:
„Wenn wir erst am Ruder sind, werden wir alle Windräder wieder abreißen, diese Windmühlen der Schande.“
12.1.25
Alles für Deutschland?
Geschichtslehrer Höcke von den Arschlöchern für Deutschland hatte sich alles so schön, akribisch und Schritt für Schritt durchgerechnet und zurecht gelegt. Er kannte natürlich den SA-Spruch und musste nur vor Gericht überzeugend lügen, dass er den Spruch nicht kannte. Aber das Gericht glaubte ihm nicht. Also durfte er für den Spruch ordentlich blechen. 130 Tagessätze à 130 Euro.
Und was macht Alice Weidel? Die nimmt denselben Spruch, ersetzt das „Alles“ durch ihren ähnlich klingenden Vornamen „Alice“, und
weil die Gedanken ja noch frei sind, kann ihr kein Gericht der Welt vor­halten, verbotene Nazi-Sprüche zu verwenden. Jetzt marschiert die Partei der grölenden Mehrheit ganz legal und stolz mit einer leicht modernisierten SA-Parole durchs Land.
Wiegesagt: Geschichte wiederholt sich nicht, es sei denn als Farce.*)

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*) siehe auch Tagebucheintrag plus Anmerkung vom 7.1.
11.1.25
Das Wort zum Sonntag
Das ‚Wort zum Sonntag’ spricht heute zu uns der Olaf:
„Vielleicht hätte ich früher auf den Tisch hauen müssen“
10.1.25
„Internationaler Tag der Blockflöte“
Heute begehen wir den „Internationalen Tag der Blockflöte“.
An diesem Tag werden weltweit die Menschen traditionell dazu aufgerufen, solidarisch zu sein mit all denen, die aus dem letzten Loch pfeifen.
Danke.
9.1.25
Der Büchertipp zum Anfang des Jahres 2025
„Israel: Hamas Gaza Palästina
Über einen scheinbar unlösbaren Konflikt“
von Wolfgang Kraushaar
EVA, 2024
8.1.25
Sachen gibt’s
Eine Berliner Muslima klagt vor Gericht, beim Autofahren ein Niqab tragen zu dürfen. Das geltende Verbot würde gegen die Religi­ons­freiheit verstoßen!
Ach was! Echt? Für mich meint Reli­gionsfreiheit immer noch in 1. Linie 'frei von Religion'. Sonst gar nix. Aber was soll's. Man darf auf jeden Fall ge­spannt sein, wie und wohin die Richterin am Mittwoch argumentieren wird. Vielleicht wird sie auch kurzen Prozess machen und sagen:
„Hörense mal, junge Frau! Ich weiß genau, welches Happening Sie hier veranstalten wollen, aber mit Religion hat Ihre Nummer da nix zu tun. Wegen mir könnense in der Sahara rumgurken, wie Sie wollen. Is mir egal. Ich hab mir übrigens für Sie noch mal den ganzen Koran durchgeackert. Aber unsere Straßenverkehrsordnung ist mir in eu­rem dicken Wüsten­wälzer nirgendwo begegnet; geschweigedenn mit eurem Herrn Allah irgendwo erkennbar kollidiert."
Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Richterin irgendwas Ande­res sagen wird.
Mir persönlich ist es nur relativ schleierhaft, wie jemand mit einem solchen Hohlkopf überhaupt eine Führerscheinprüfung schafft.