Das Tagebuch

14.7.21
Kleine Atempause, Gesch ...
Von heute bis zum 19. Juli muss die Welt wieder ohne mich auskommen. Nich weinen! Bin ja bald zurück.
13.7.21
Schicksale, die man nicht erleben wollte
Der Spiegel schreibt:
„Horst Seehofer engagiert sich seit fünf Jahrzehnten in der CSU – und bekleidete höchste politische Ämter. Tochter Susanne ist nun der FDP beigetreten.“
Oha! Da hammer bei der Erziehung ja wohl irgendwo nen dicken Fehler gemacht. Ich mein, CSU is ja schon schlimm. Aber FfDddPee? Wie kommt man denn da drauf? Und dann noch als Frau? Was ist denn da so grausam ausm Ruder gelaufen? Was hat Ihr Vater Ihnen denn getan? Oder war‘s die christlich-soziale Mutter? Kann man denn als Tochter bei der Prominenz der Familie sich nicht mal etwas zurückhalten?
Mein Gott! Was musste Ihr Vater in letzter Zeit nicht alles ertragen? Erst die langjährigen hinterfotzigen Stinkdrüsenquerschlägereien seines charakterlosen Ziehsohns Söder, woran er fast zerbrochen wär, am Ende dann obendrein den noch als Ministerpräsident sehen zu müssen und jetzt das! Die eigene Tochter bei der Efffddddppeeh! Die eigene Tochter! AfD wär ja noch gegangen. Aber Effdddppeeh? Wie um Himmels Willen kann denn so was passieren?
Man versteht es nicht.
12.7.21
Die letzten beißen die Taliban
Dpa meldet:
„Afghanistan - Bund rechnet mit Evakuierung von 3.500 Helfern“
Am Ende – wenn‘s denn eins geben sollte – werden se wohl noch drei Nullen dranhängen müssen.
Es sei denn, sie definieren das Wort „Helfer“ so zusammen, dass es hinkommt. (Muss ja alles seine Ordnung haben. Und wenn sich der Hindukusch auf eins verlassen kann, dann auf die deutsche Gründ­lichkeit im deutschen Leitz-Ordner.)
11.7.21
Wenn Attila uns sein braunes Süppchen kredenzt
Von der Polizei per Haftbefehl gesucht, von der Berliner Staatsan­waltschaft in 80 Fällen angeklagt und seit September ‘20 auf der Flucht mit geheimem Unterschlupft irgendwo in der Türkei – das ist Attila, nicht Attila der Hunnenkönig, sondern Attila der Hildmann, Kochbuchautor und einer unserer ganz großen Querdenker und Ver­schwörungsschamanen hierzulande und der Twitterer und Telegram­mer fleißigsten einer. Und so lautete einer seiner letzten Posts, den er da unter eine Fotomontage (A. Merkel in KZ-Kleidung) getippt hatte:
„Sperrt diese Untermenschen Jüdin endlich nach Auschwitz wo sie hingehört bevor noch mehr Kinder Selbstmord begehen und wehr­lose Alte mit Judenspritzen ermordet werden!“
Das muss ein sehr feiner Herr sein. So - und die Schreibfehler sind kein Zufall - denkt es in einem solch feinen Hirn. Und in den Hir­nen derer, die dem auf Marktplätzen applaudieren, im Wahllokal dann bei den Arschlöchern für Deutschland ihr Kreuz hinkotzen und von den anderen Parteien zurück in den Betrieb gewünscht werden. Attila, ein Vorzeigedeutscher der besonderen Art. Ich könnt mir den aber auch genauso gut als Schiffsschaukelbremser, Zwergschullehrer oder als Nachfolger von Präsident Erdogan vorstellen.
10.7.21
Halbzeit, abseits
Ich tippe mal, was Corona betrifft, ist so ungefähr Halbzeit. Es war bisher wahrlich nicht einfach, harte Zeiten, wie man so sagt. Und es ist längst noch nicht ausgemacht, ob es in Kürze nicht doch so kommt, wie es schon bei Danny Dziuk und in der Bibel heißt, dass die Lebenden die Toten noch beneiden werden.
Anyway. Es wurd viel gestorben, geworben und gestritten, gelehrt, gelernt und gelitten, erfunden, erstunken und erlogen, gehuldigt, geheilt und entschuldigt, verlesen, genesen und, als wär nix ge­wesen, Reibach ohne Ende gemacht und die andere Hälfte der Welt gelassen, wie gehabt, dem Teufel überlassen.
Und blickt man allein auf Deutschland, so ist es unterm Strich (Alu­hüte & Querdenker­spinner mal nicht mitgerechnet) nicht unbedingt - wie sonst so usus - unangenehm aus der Reihe getanzt. Kein Ober­streber, kein Klassenprimus, aber durch­aus wissbegierig und noch halbwegs erträglich. Alles und jedes und noch vieles mehr wurde rauf & runter-, an- & aus- und durch- & durchdiskutiert oder bei Bedarf rund­dekliniert und dann wegdefiniert, Massen an Viren näher kennengelernt wie auch ihre diversen Tan­ten, Onkels und Mutanten. Prak­tisch sämtliche Pro­bleme wurden - zu­mindest theoretisch in Ansätzen - gelöst und alle Fragen, die sich stellten, beantwortet, alle, alle bis auf eine:
Was machen wir in Deutschland, wenn der Corona-Spuk vorbei ist, bloß mit 82 Millionen arbeitslosen Ärzten und Pan­demienforschern?
Ehrlich: Ich weiß es nicht. Ich würde jedenfalls angenehmer leben mit 82 Millionen Schiedsrichtern.
9.7.21
Eine Träne geht auf Reisen
Bis gestern hieß es auf Plakaten und Aufklebern der Münchener Verkehrsgesellschaft (MVG) noch: „Schwarzfahren kostet 60 Euro!“ Jetzt lautet der Spruch „Ehrlich fährt am längsten“. Auch in Berlin hat man keine Kosten, Mühen und irre Angriffe auf den Restver­stand gescheut im Kampf gegen den äh … gegen den, ja, gegen wen wohl … man höre & staune, jawollja, gegen den Rassismus! Das Berliner Springer-Blatt B.Z. findet das aus naheliegenden Gründen übrigens nicht so gut:
„Auch die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) hat das Wort ‚Schwarzfahren‘ aus der internen und externen Kommunikation verbannt, um nicht in Rassismus-Verdacht zu geraten, nachdem der rot-grüne Berliner Senat im September 2020 ein sogenanntes ‚Diversity-Programm‘ beschlossen hatte.“
Man könnte das alles natürlich auch für einen lustigen Metropolen­witz halten, halt für unvermeidliche Auswüchse der "antirassisti­schen" Gehirnwäschepädagogen aus der Gender-Sternchen-Fraktion, oder ein Loblied auf den typischen Münchener resp. Ber­liner Humor anstimmen – wenn, ja, wenn der Begriff „Schwarzfah­ren“ lustiger­weise auch nur im Entferntesten was mit Rassismus zu tun hätte. Dem üst aba nich so, ihr oberurbanen Kulturbol­schewisten! Gegenüber der Münchner Abendzeitung erklärte der Sprachwissen­schaftler Eric Fuß denn auch, dass „der Ausdruck 'Schwarzfahrer' von dem jiddischen Wort 'shvarts' (Armut) komme und also Men­schen bezeichne, die zu arm sind, sich ein Ticket zu kaufen.“
Die Frage ist jetzt nur:
Was tun? Bzw. Was nun? Oder in Kiez-art: Was macht das mit uns? Höchstwahrscheinlich - wie immer - gar nix. Aber die weni­gen Schwarzen in München, Berlin und anderswo sollten sich vielleicht beizeiten darauf einstellen, von Rassisten aller Art in Deutschland nicht nur hin und wieder durch die Stadt gejagt und totgeschlagen, sondern auch totgeliebt zu werden.
Mord bei Um­armung.
***
Für alle, die‘s genauer wissen wollen:
„Das Schluchzen des weissen Mannes“, Rotbuch, 1984 (vergr.)
„Der Schuldkomplex“, Pantheon, 2006
„Der eingebildete Rassismus“, Edition Tiamat, 2017
von Pascal Bruckner
8.7.21
„Die Wirklichkeit ist anders als die Realität“
(Helmut Kohl)
Die FAZ schreibt heute:
„Vergleich der Wahlprogramme :
Pläne von Union und FDP helfen laut Studie vor allem Gutverdienern“
Och, das hätt‘ ich ja nun nicht erwartet.
Von der FAZ.
7.7.21
In eigener Sache
Liebe Leute,
Generell gilt: Tut euch einen Gefallen und lest , wenn euch ein Eintrag hier mehr als rätselhaft oder sogar von heftigen Fehler­attacken geschüttelt vorkommt, einen Tag später noch mal durch. Kann gut sein, dass ich über den Buchstabensalat ähnlich verwun­dert war und daraufhin noch mal drüber gegangen bin. Manchmal gerät so‘n Text halt zu ner schweren Geburt.
Vielen Dank im voraus
euer w
6.7.21
An die Fleischtöpfe im Herzen der Bestie!
Egal, wie man es auch anstreicht, das Bundeskanzleramt mitsamt seinem Regierungsdrumherum war, ist und wird immer das Hochamt im Herzen der Bestie bleiben. Und wird auch noch so sehr das HERZ der Bestie betont, so bleibt auch das Herz das Herz der Bestie, in dem nicht einmal Spurenelemente von Herzlichem zu finden sind, gute Frau Baerbock. Denn das Bundeskanzleramt ist kein ... na? richtig ... kein Immen- und kein Ponyhof. Ja, ja. Aber so isse nu mal, diese herzlose Gesell­schaft.
Und für den kurzen Weg in Ihr Unglück haben Sie Ihren Schelmen­roman „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern" auch noch mit vollem Bewusstsein und zu allem Überfluss dergestalt in einen formidabel handelsüblich-primitiven Pro­paganda-Schinken runtergezwiebelt, auf dass Ihr Volk bloß nicht in seinen geistigen Grundfesten erschüt­tert werde.
Aber zu Ihrer Verteidigung angesichts der aktuellen Plagiate-Hyste­rie sei gesagt: Natürlich wie selbstredend kann so‘n traditionell-pri­mitiv zusammengekloppter Propaganda-Klops weder Wert noch Stellung einer Doktorarbeit beanspruchen. Jeder Dämelack und je­de Däme­lackin weiß, dass man sich in einem solchen Machwerk die Anführungszei­chen vor­ne und hinten, Quellenangaben, Fuß­noten, Faktencheck und Gegencheck, korrekte Zitate, ebenda, a.a.O. und pipapo nicht nur schenken kann. Sie stören auch die geruhsame Lek­türe. Falls sich überhaupt jemand die Mühe macht, die Plastik­folie zu entfernen.
Dann jedoch kam ein gewaltiger Shitstorm auf. Ein Scheissesturm, wie er zu erwarten war ...

Ja, hätte es denn, du lieber Himmel, um dem zu entgehen, so viel Mehrarbeit bedurft, vor jeden 2. Satz einfach prophylaktisch einen kurzen Phantasie-Zusatz zu platzieren, so einen beispielsweise: „Wie schon Joschka bei jeder Gelegenheit sagte“ oder „Wie selbst auf dem CDU-Par­tei­tag in Sonstwogeilenkirchen der Abgeordnete Hans Wurst von sich gab“ und zur Abwechselung auch mal so einen abwegigen, mit dem bereits der Indianerhäuptling ‚Uff uff, ufftata, hier kommt Plattfuß Ufftata‘ vom Stamm der Ruckizucki seinerzeit weltweiten Ruhm erlangte? Welcher international anerkannte Pla­giatejäger und Blödmann hätte dem denn großartig hin­terherre­cher­chiert?! Na also. Und schon gar nicht so eine hochgejazzte Pillermann­visage wie dieser österreichische Alpenkuckuck und Plagiate-Stritzi Stefan Weber!
Und weil Sie diese simple Masche der allgemeinen Bestseller­pro­duktionstrickserei nicht in Ihrem allemal notwendigen Volksverar­schungsmittelrepertoire parat hatten, fange auch ich an, allmählich Ihre Bundeskanzlerinnentauglichkeit in Zweifel zu ziehen.
Alles andere – und lassen Sie sich das von einem Feministen der 1. Stunde wie mir gesagt sein – alles andere da draußen ist dagegen Hetze, Angst und Neid und Hass auf die sog. starken Frauen mit dem ent­sprechenden Talent, so ziemlich genauso oft denselben Stuss zu erzählen wie Männer. Punkt.
Ach ja, und erotisch isse ja au noch.
Ganz schwieriger Fall.

P.s.:
Wenn Sie, liebe Leser, sich nach der Lektüre, falls Sie es überhaupt bis zum Schluß geschafft haben, fragen: Was war das denn? Was wollte uns der Mann denn da eigentlich sagen und könnte man die Schreibe nich noch ein wenig komplizierter hinkriegen?, dann kann ich Sie gut verstehen. Aber irgendwie Wollte es an diesem Tag nicht richtig flutschen. Und am Ende hatte ich einfach keinen Bock mehr. Pardon.