Alle Tagebucheinträge im Archiv

16.5.26
Katholische Zeiten
Da ist der Papst, der Papa aller Katholen, zur Zeit schon mal ein US-Amerikaner, und was verkündigt der gebürtige Kathole aus dem Sauerländischem, der Friedolin Merz aufm Deutschen Katholentag in Würzburg? Unter dem Tagesmotto „Hab Mut, steh auf!“ steht er vor der lauschenden Menge lockerstramm, macht den Erlöser und verkündigt, mutig wie er ist, und weil man weiß, dass er heute gerne dies und morgen das erzählt:
„Also ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen, dort ausgebildet zu werden und dort zu arbeiten.“
Mein Gott, was ist denn jetzt schon wieder los? Droht uns ne Neuauflage altbekannter Religionskriege? Nur diesmal auch noch Katholen gegen Katholen? Und wer hätte dabei - spannende Frage - diesmal Gott auf seiner Seite?
Oder haben wir es hier mit Leuten zu tun, die habituell in Wahrheit an gar nichts glauben, sondern nur an sich selber?
Und was ist mit den andern? Den Chinesen und den Russen? Nun, der Chines hat ja noch seine Mauer und spielt weiter Kontrabass, weil ihm das alles wurschting ist. Und die Russen haben mit der Ukraine genug am Hals.
Merz sagte sinngemäß, wenn man hier von Sinn überhaupt sprechen kann:
„Wir dürfen die Welt nicht Amerika, China & den Russen überlassen. Wir Europäer d.h. natürlich wir Deutsche müssen endlich weltweit eine grö­ßere Rolle spielen. Und so viel ich weiß, haben in erster Linie, und davon bin ich zutiefst überzeugt, wir den lieben Gott auf unserer Seite.“
Deshalb sei er auch nach Würzburg gekommen.
Deshalb sage auch er:
Habt Mut, steht auf!
Beuget die Knie!
Erhebet euch!
Wir schaffen das!
P.s.:
Na, dann wissen wa ja auch, woher der Wind uns weht.
17.5.26
Der Witz der Woche
"Kubicki".
Das war derrrr...
Witz der Woche.
***
Viele Bürger fragen sich besorgt: Was will der Mann?
Was hat er vor? Warum tut der sich das an?
Nun, die Antwort ist ganz einfach: Der Mann will gar nix. Der hat auch nichts vor. Höchstwahrscheinlich will Kubicki, wie ein Spötter schrieb, sich nur wichtig machen. Oder noch n büschen bekannter werden. Der hätte zwar im Gegensatz zu allen andern Äääffdede­peee-Fritzen einen gewissen Unterhaltungswert, käme aber nie damit über die 5%. Tot ist nun mal tot. (Merz). Da sollte die Äääffe­dededepeee besser den Buckelwal Timmy aufstellen. Der habe zur Zeit mehr Fans und sei auch bekannter.
18.5.26
„Wie geht’s, wie steht’s?“
„Wie stets!“
Dass die Welt aus den Fugen geraten ist – so steht’s jedenfalls an jeder Wand,- ist ja – auch wenn’s sich komisch anhört – mittlerweile Allgemeingut. Und die dafür wesentlich Verantwortlichen haben sich wie immer und wie gehabt straflos aus dem Staub gemacht. (Man kennt das aus der Bibel: Staub bist du, und zu Staub wirst du zu­rückkehren.) Und so wird’s auch bleiben. Die Menschen sind halt so; es gibt keine anderen. Sagen die einen. Die anderen aber auch. Doch was hilft? Was tun?
Nun, Revolutionen gehen erfahrungsgemäß nach hinten los. Den Rezepten von durchlauchten Erlösergestalten und Weltenrettern glaubt man nicht aus gutem Grund, Gebete nützen eher wenig und mit dem Wort Reform verbinden die meisten nur noch ihr Gegenteil.
Was sich allerdings immer breiter macht und einem die Luft zum Atmen nimmt, das sind die Clowns und Komiker an den Schaltstellen der Macht, organisierte Groß- und Kleinkriminelle aller Art und die dazu gehörenden dumpfen Volksmassen, die sich dumpferweise von dem Rummel auch noch was versprechen. Der Rest geht leer aus oder brav nach Haus oder baden oder kommt sonst wie unter die Räder. Jedenfalls nicht an die berühmten Fleischtöpfe. Was bleibt – und jetzt darf gelacht werden -, ist nur noch die Aufklärung. Ja, die Aufklärung. Billiger wird's nicht mehr.
Und damit, sehr verehrte Damen und Herren, wären wir auch schon fast am Ende unserer kurzen Geschichte der Menschheit. Fast. Denn es gibt sie noch, hier und da, halb und halb, homogenisiert und mit Zusatzstoffen konserviert, geschnitten und am Stück, Tag und Nacht durch die Mangel gedreht, unaufhörlich gehackt und gehagt und mit dem Nippel durch die Lasche gezogen:
Die Demokratie!
(Nur, allein bei der Übersetzung ins Deutsche - "Volksherrschaft" - geht’s schon wieder los … Egal. Dazu bei Zeiten mehr.)
Und zur Demokratie gehört unverhandelbar die freie Presse, auf die man sich selbstverständlich auch verlassen können muss. Und damit wären wir beim ‚Kölner Stadtanzeiger‘.
***
Der ‚Stadtanzeiger‘ ist jetzt nicht gerade berühmt für sinnlose Über­treibungen, reißerische Propaganda und Falschmeldun­gen, für Fake-news, alternative Fakten und politischen Klamauk. Wenn schon, dann steht das kölsche Traditionsblatt eher für die Erfindung angeb­lich ganz be­sonderer Toleranz, für das bedingungslose Weg­lutschen auch der letzten Karnevalskamelle, für eklig-klebrige, ver­druckst-verlogene Heimat- und Kölschduselei und für seine gut gemeinte, aber völlig über­flüssige, katholische Kirchenkritik. Die generelle, fast mutwillige Verharmlosung sog. besorgter Montagsmaler, auch ‚Pro­testwähler‘ genannt, und die typisch deutsche Sicht auf den Rest der Welt teilt der Stadtanzeiger mit allen andern hiesigen Stadtanzeigern und über­regionalen Nationalblättern.
Dazu und zum Schluss nur ein banales Beispiel, der Aufmacher von der ersten Seite der heutigen Ausgabe. Überschrift:
„Merz drängt Iran zu Verhandlungen“
Was soll das? Glaubt tatsächlich irgendjemand, ein Hampelmann wie Merz könne irgendeinen Ajahtollah auch nur mit irgendwas beein­drucken? Vorausgesetzt, dass man sich hier einig ist, dass im Iran der Teufel und seine himmlischen Heerscharen regieren. Heißt das jetzt, dass Merz ein solch doller Hecht sein soll, dass er fähig wäre, mit dem Beelzebub irgendwas von Belang zu bereden?
Das würde selbst der arme Sauerländer nicht von sich behaupten. Und wenn nicht er, dann doch Deutschland dazu in der Lage wäre? Oder auch nur gewillt wäre? Eher nicht. Eher erscheint mir hier aus der wohl locker, bewusstlos hin getippten Überschrift der therapie­resistente, ewige deutsche Größenwahn, den sich allerdings auch Merz neuerdings nicht verkneifen kann.
Na, wie dem auch sei – War ja auch nur ein Beispiel.
19.5.26
Achtung, Achtung!
Die große Sozialstaatsreform ist im Anmarsch!
Und wenn er dabei das „Gesicht“ von Dobrindt sieht, weiß auch der hinterletzte Blödian, was die Uhr geschlagen hat.
20.5.26
Das Volk, die Presse und der Buckelwalwahn
Falls irgendwer auf die Idee kommt, ich hätte Vorurteile gegen Buckelwale … Nee, hab ich nicht. Höchstens gegen die selbst­ernannte buckelige Wahlverwandtschaft. Und dabei handelt es sich nicht um Vorurteile!
21.5.26
Was sind das eigentlich für Menschen?
Früher, als die Kriegsgegner nach einem Krieg erklärten, der Krieg hätte die Chance eröffnet, neue, effektivere Waffen auszuprobieren, wurden die Kriegserklärer zu Vaterlands- und Hochverrätern erklärt. Heute heißt es in der ‚tagesschau‘ ganz offen und offiziell, im russi­schen Angriffskrieg gegen die Ukraine würden auf beiden Seiten in erster Linie neuartige, effektivere Vernichtungsgeräte ausprobiert.
Also: Was sind das eigentlich für Menschen?
22.5.26
„With GOD on our side“ (B.D.)
Der examinierte Gottesgelehrte und Chefkorrespondent vom ‚Kölner Stadtanzeiger‘ Joachim Frank hätte höchstwahrscheinlich ein ganz normales Interview mit dem evangelischen Militärbischof Bernhard Felmberg geführt über die „Wertschätzung der Militärseelsorge, Kriegs-Szenarien und den neuen Wehrdienst“, über Themen also, über die sich’s in der Tat gut und gerne lang und breit, laut und louise trefflich von früh bis spät talkshow­artig enervierend rumlabern lässt, wenn er das Stellen der Fragen nicht komplett seiner künstlichen Intelligenz über­lassen hätte oder wenigstens hin­terher kurz korrektur­drübergeflogen wäre.
Nur zwei Beispiele.
„Hätte Putin die Ukraine auch überfallen, wenn das Land noch im Besitz seiner Atomsprengköpfe gewesen wäre?“
Was soll der arme Kerl denn darauf antworten? Orakeln hat er nicht studiert, die ehem. sowjetischen gibt’s nicht mehr und über einen eigenen Atomsprengkopf - so sieht er jedenfalls nicht aus - verfügt auch er nicht.
Zweites und letztes Beispiel:
Seit Boris Spekulatius das Wort „kriegstüchtig“ in die Runde gewor­fen hat, ist es in aller Munde. Auch bei Frank&frei:
„Ist Kriegstüchtigkeit christlich, Herr Felmberg?“
Mit dieser Fangfrage versuchte also unser kritischer Witzbold vom ‚Stadtanzeiger‘ seinen evangelischen Kanzelkonkurrenten auf’s Glatteis zu führen.
Mit ‚kriegstüchtig‘ war vom Verteidigungsminister natürlich nicht gemeint, ob jeder Soldat auf seinem Platz auch heiß genug auf Schlägerei und irre Schlachten mit Millionen von Toten programmiert und eingestellt ist, sondern der Zustand einer bis in die letzten Raffi­nessen durchgetaktete Mord- und Kaputtmachmaschinerie. Und da hapert es noch bei der Bundeswehr, wie wohl jeder Idiot weiß, der die ‚Bild‘ lesen kann.
Und jetzt kommt so einer wie der Frank daher und fuchtelt wieder mit einem antiquierten Begriff aus der untergegangenen Moral-&-Werte­kiste in der Gegend rum, einem Begriff, der hier nun rein gar nichts zu suchen hat.
Es sei denn, der liebe Joachim will nu auf Deubelkommraus Äpfel mit Birnen und Pfirsiche mit Pflastersteinen vergleichen, oder er hatte für seinen billi­gen Spass mit der Quatschfrage ganz simpel von jetzt auf gleich 1700 Jahre Kriminalgeschichte des Christentums (Karlheinz Deschner) vergessen.
Kann ja sein. Aber ich kann mir eigentlich alles vorstellen.
27.5.26
Der Anfang ohne Ende (Teil soundso)
Für all die Stars und Superstars und Supersternchen, die ihren 80. Geburtstag noch begießen können, wird’s eng. Die fast schon tattrigen alten Boomer werden von ihrer Kulturindustrie vom Hof gejagt. Schließlich lechzen die Massen nach Frischfleisch und Nachwuchs. Und die kids wolln Hits.
Aktuell wird gerade eine unerträgliche Tusse endabgefeiert, weil sie freiwillig nicht Platz machen möchte und sich standhaft weigert, älter zu werden. Von Würde spricht schon lange keiner mehr. Parallel zu den Schaustellern laufen auch die altgedienten Musikanten vom Band. Von denen will ich mir nur einen rauspicken, dem ich das immer schon mal beibiegen wollte:
Werter Campino,
spätestens vor über 40 Jahren in den frühen Achzigern, als du (!) mit deiner Mutter (!) bei Biolek (!) auf dem Sofa (!) schaulümmeltest, sah man das dicke Ende schon kommen. Das war alles andere als Punk. Eher armes unterbezahltes Juso-Theater aus der Provinz. Auch von Motiven und Inhalten mehr bei Andrè Rieu oder Wolle Petri. Pardon, aber mehr fällt mir zu euch auch nach 40 Jahren nicht ein. Bye-bye.
28.5.26
Enttäuschung auf ganzer Linie
Bill und Tom Kaulitz, die beiden singenden Triefnasen von der Triefnasencombo ‚Tokio Hotel‘, haben sich enttäuscht über die öffentliche Absage von Angela Merkel gezeigt auf eine Einladung in ihren Podcast . Sie hätten dies als eine „Backpfeife“ empfunden.
In den letzten Jahren suchte ich schon mal des öfteren nach einem kindgerechten Mittel, weil ich ihnen was Bleibendes vermitteln wollte. Eine „Backpfeife!“ Hervorragend! Das hat Klasse! Yeah!
Da ist mir die ehem Kanzlerin mit dieser genialen Idee doch tatsäch­lich zuvorgekommen. Eine Backpfeife! Oder auch zwei oder drei? Dass ich das noch erleben durfte!
30.5.26
Kubicki vs. den Rest der Welt +
Und + heißt:
plus marielouiseoderwieseauchimmerheißt-Strack-Zimmermann!
Neeneenee, wathammergelaachtttt!