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11.1.26
Hallöchen, Herr Dobrindt!
Das war ja ein Ding aus dem Dollhaus, dieser linksextremistische Stromanschlag in Berlin, was? Und, was sagten Sie dazu? „Wir schlagen zurück“, sagten Sie, Sie Scherzkeks.
Seit wann gehört so eine Formulierung zu Ihrem Laberrepertoire?
So spricht man doch nur in Kombattantenkreisen, oder? Darf ich Sie ab heute also „Komplize“ nennen? Aber beachten Sie Folgendes:
Selbst wenn Sie all die Kombattanten resp. Komplizen einlochen, diese Leute, so wie ich die einschätze, werden auch im und aus dem Knast raus weiter machen, Sie aber, mein lieber Dobrindt, sind nur für eins, zwei Legislaturen im Amte und nicht ll, lebenslänglich. Da können se zurückschlagen, so heavy und wie lange Sie wollen, Sie Zurückschläger! Nützt nix! Gar nix! Sie Komplize, Sie!
12.1.26
Spinner im Netz
Wenn ein militanter, staatlich geprüfter Spinner und therapie-resis­tenter, durchgeknallter Knallkopp wie Erich von Däniken seinen Geist aufgibt und von uns geht, knallen nicht nur überall im Internet die Sektflaschen sondern auch – wie könnt’s auch anders sein – in der Redaktion der ‚ARD-tagesschau‘. In dieser Hinsicht kann man sich auf Jens Riewa und seine Info-Kollegen also durchaus verlassen.
Nur, was soll dieser Kinderquatsch in ner Nachrichten-Sendung? Ach, was soll’s? Spätestens um viertelnachacht hat sich das ja so­wieso versendet.
Nein, dass sein Ableben tatsächlich eine Nachricht ist, liegt woanders begründet. Jahrzehntelang hat er mit seinem Zeugs die Buchhand­lungen verstopft. Außerirdische hätten vor langer, langer Zeit die Erde besucht und bleibende Spuren hinterlassen. Und die Außerirdi­schen würden außerdem bald wiederkommen. „Es werden schöne Begegnungen werden.“
Ja, das denk ich mir. Und wenn ich mir- wenn schon, denn schon - was wünschen dürfte, wär's ein Kurzbesuch einer Truppe Däniken-Ets in der ‚tagesschau‘.
13.1.26
Der ultimative Büchertipp
„Wie konnte das geschehen? - Deutschland 1933 bis 1945“
von
Götz Aly
S.Fischer, 2025
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Auf 684 Seiten plus 80 Seiten Anmerkungen, Literaturverzeichnis und Personenregister hat Götz Aly seine Forschungsergebnisse zum „Fliegenschiss“ (Dr. Eberhardt Alexander Gauland, Ehrenvorsitzen­der der Arschlöcher für Deutschland) aktualisiert und zusammenge­fasst. Wem das Buch zu dick ist, wird diesen hervorragend geschrie­benen Geschichtswälzer auch kurzfristig zweckentfremden können, um mit ihm zur Not ein paar Faschisten zu erschlagen.
***
Doch bevor es so weit ist und der Weltbürgerkrieg richtig Fahrt aufnimmt, und weil es wichtig ist zu wissen, wie der Feind so tickt, bitteschön, hier ein weiteres erhellendes Erklärbärbuch, das zeigt, wie dunkel es jetzt schon bei uns ist, bittesehr:
„Zerstörungslust - Elemente des demokratischen Faschismus“
von
Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey
S.Fischer, 2025

P.s.:
Noch ist es nicht zu spät.
„Noch lachen wir
Noch machen wir
Nur Witze.“
(W.B.)
14.1.26
Im Merzen der Bauer
Er hat noch jede seiner Prognosen, ob innen-, außen- oder sonstwie­politisch, lange vor dem üblichen Verfallsdatum dementieren oder ins Gegenteil drehen müssen. Das einzige von Bestand, auf das man sich verlassen kann, haben, ähnlich wie bei Trump, nur seine maß­geschneiderten Anzüge. So viel zu seiner konsistenten Leitkultur. Und der Fähigkeit, über seinen sauerländischen Tellerrand zu glot­zen.
Angesichts so stringenter Erfahrung in eigener Sache sollte man glauben, würde Herr Merz allmählich gelernt haben, wenigstens bei der Vorausschau weltgewichtiger Entwicklungen im Ausland Vorsicht walten zu lassen. Aber nix da.
Zur Zeit jongliert er mit Modi, dem Regierungschef von Indien, dem bevölkerungsreichsten Land der Erde, durch die indische Gegend, markiert der großen Mc und rapunzelt mal so nebenbei ungefragt der Weltpresse seinen unmaßgeblichen Eindruck vom aktuellen Zustand des Irans in die Notizbücher:
„Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt auch hier gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen.“
Selbst der ‚Kölner Stadtanzeiger‘, nicht gerade bekannt als Freund der Mullahs, hält sich mit solchen Schnellschussprognosen zurück wie auch sämtliche Regierungshäupter der übrigen Staaten, die ihre einschlägigen Erfahrungen mit den Vollweisen aus dem Morgenlande gemacht haben.
Nicht dass wir hier in diesem Land keine gravierenden Probleme hätten, aber mit dem heutigen Tage habe ich den Eindruck, dass wir uns mit Merz noch ein echtes Zusatzproblem anne Hacke einge­handelt haben. Will sagen: Müssen wir uns über den geistigen Zustand unseres Bundeskanzlers ernsthaft Sorgen machen?
Was mich betrifft: Die hatt’ ich vorher schon.

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Dann ist mir in der heutigen Ausgabe des KstA noch eine seltsame Formulierung aufgefallen, über die ich allerdings schon immer ge­stolpert bin. Die Überschriften bspw. zu dem Artikel über Neo-Nazis im Internet, die lauten dort:
„Radikalisierung im Netz nimmt laut Studie zu - Staatsschützer warnen vor Chatgruppen mit rechtsextremen Gedankengut“
Ich frag mich nur: Was soll das bittschön sein: „Rechtsextremes Gedankengut“? Und wie soll das zusammen passen? Entweder rechtsextrem oder Gedankengut - beides geht nicht. Wenn aber, schon fast habituell, beides zusammengemanscht wird, welche Absicht steckt denn dann dahinter? Wahrscheinlich beides: Sowohl gar kein Gedanke als auch Verharmlosung des Rechtsradikalismus, also Gedankenlosigkeit im Verein mit uninformierter Uniformiertheit.
Werter Stadtanzeiger,
gut, man kann nicht alles wissen.
Doch manchmal tut man’s schon vermissen.